Ist man sich nicht sicher, ob man etwas noch behalten will, erst mal in Kisten packen und später entscheiden. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn

Wo wir wegen Corona gerade eh viel zu Hause sind, da wär’ doch endlich mal Zeit zum Ausmisten. Denken Sie sich das auch? Wir haben die Experten-Tipps dazu.

Wo fange ich an?

Aufräumcoach Rita Schilke rät, sich den Brennpunkt in der Wohnung oder des Hauses als erstes vorzunehmen – also den Ort, an dem zu viel Angesammeltes schon stört. Etwa der Flur, der mit Jacken und Mänteln vollhängt. Oder die vollgestellte Küche. „Hier sind wir am meisten motiviert, und hier werden wir die Ergebnisse des Ausmistens und Aussortierens auf Anhieb sehen“, erklärt die Expertin ihren Ansatz. „Das wiederum motiviert zum Weitermachen.“

Alles an einem Tag oder besser in Häppchen?

„Optimalerweise rechnet man mit einer Woche für jeden Raum“, rät Ordnungscoach Sabine Haag.. In dieser Woche kann man jeden Tag häppchenweise ein bisschen was machen, etwa eine Schublade oder einen Schrank. „Im Badezimmer zum Beispiel kann man an einem Tag die alten Kosmetika ausmisten.“ Und sie rät weiterhin: „Wichtig ist auch, dass man es spielerisch angeht.“ Zum Beispiel könne man den jeweiligen Ort des Tages zum Ausmisten aus einem mit Zetteln gefülltem Glas ziehen.

Wie gehe ich grundsätzlich vor?

„Der erste Schritt ist immer – das gilt übrigens für alle Räume – den Boden freizuräumen“, empfiehlt Schilke. „So entsteht wieder Bewegungsfreiheit und das Feld lichtet sich etwas. Beim Ausmisten wird jedes Teil einzeln geprüft, was damit zu geschehen hat.“ Behalten, reparieren, verschenken, entsorgen… „Bei Dingen, bei denen wir uns nicht ganz sicher sind, können wir noch einen Stapel „weiß nicht“ bilden und uns diesen am Ende noch einmal vornehmen“, rät Schilke.

Wie vermeidet man erneutes Horten?

„Thematisch die Sachen in Kisten sortieren, diese beschriften und vorübergehend im Keller einlagern – etwa alle Gesellschaftsspiele in eine Kiste, die Gartensachen in eine andere“, erklärt Haag. Dann kann man die Sachen schnell wieder hervorholen, auf die man zeitnah wieder Lust hat. „Und wenn man sie jetzt nicht wieder nutzt, braucht man sie sicher nie wieder.“

Alles, was man direkt wegwerfen will, sollte man aber aktuell wegen Corona ebenfalls erst mal horten, um sich und Mitarbeiter der Recyclinghöfe nicht zu gefährden. Und um Entsorgungsstellen bei eh schon eintretender Personalnot nicht zusätzlich zu überlasten.