Von Christian Drosten als Privatmensch ist wenig bekannt, deshalb gibt es von ihm fast nur Bilder, die ihn als Virologen oder Politikberater zeigen.
Von Christian Drosten als Privatmensch ist wenig bekannt, deshalb gibt es von ihm fast nur Bilder, die ihn als Virologen oder Politikberater zeigen. imago

Endlich mal abschalten, entspannen nach zwei Jahren Pandemie, Anfeindungen in der Öffentlichkeit, sogar Morddrohungen musste sich Charité-Chefvirologe Christian Drosten (50) gefallen lassen. Bei einem Camping-Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte wollte sich der Corona-Experte ein wenig von der Öffentlichkeit zurückziehen.

Beschimpfungen gegen Drosten aus der Corona-Verschwörer-Szene

Doch das ist laut einem Bericht des Portals „Wir sind Müritzer“ offenbar gründlich misslungen. Auf dem Zeltplatz südlich der Müritz am Ellbogensee hatten drei Dauercamper den Corona-Experten erkannt. Und sie hatten ihn auf dem Kieker! Die zwei Frauen und ein Mann beließen es nicht beim Tuscheln, sondern schalteten sofort auf Attacke.

„Massenmörder!“, rief das Wut-Trio dem Virologen entgegen, bezeichneten ihn als „Transhumanisten“, ein Begriff, der in der Coronaleugner-Verschwörerszene gängig ist. Als Schimpfwort gebraucht, unterstellt er Corona-Forschern, mit Impfstoffen DNA-Experimente an Menschen durchzuführen, um sie in Cyborgs zu verwandeln. Auch dem ehemaligen Microsoft-Chef Bill Gates wurde Transhumanismus vorgeworfen, weil er über seine Stiftung Gelder für die Entwicklung von Impfstoffen gegen die Pandemie und andere Krankheiten bereitstellt.

Schließlich rief Christian Drosten die Polizei und zeigte die Wut-Camper an

Solche abstrusen Beschimpfungen ist Drosten bereits gewöhnt, dazu kam dann allerdings eine Beschimpfung, die den Familienvater wohl auch persönlich treffen sollte: Er habe „Kinder auf dem Gewissen“. Seit 2017 ist Christian Drosten Vater eines Sohnes. Seine Familie hält der Mediziner, so weit es geht, von der Öffentlichkeit fern. Auf dem Campingplatz in Mecklenburg-Vorpommern war es aber nicht möglich, den Pöbel-Campern aus dem Weg zu gehen.

Schließlich platzte Drosten der Kragen, er rief die Polizei. Die ermittelt nun gegen die Wut-Camper. Der Urlaub ist für die Familie Drosten beendet.