Der Strand in S'Arenal. dpa/John-Patrick Morarescu

Die Geschehnisse an den vergangenen Tagen ließen keine andere Reaktion zu! Nachdem die Corona-Zahlen in Spanien und den Niederlanden zuletzt stark angestiegen sind, hat die Bundesregierung die beiden Länder zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt.

Spanien Hochinzidenz-Gebiet: Das müssen Touristen jetzt beachten

Diese Entscheidung der Bundesregierung hat ganz konkrete Folgen für zahlreiche Deutsche Touristen, die gerade im Sommerurlaub sind. Denn es gilt: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machen aktuell etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub – etwa 60 Prozent von ihnen auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Spaniens steiler Anstieg bei den Corona-Zahlen

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte ganz Europas. Binnen eines Monats wurden rund 475.000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 333. Auf Mallorca lag die Inzidenz zuletzt sogar bei 365. Vor allem junge, noch nicht geimpfte Menschen infizierten sich bei Partys und Musikfestivals, meist mit der ansteckenderen Delta-Variante. 

Die Niederlande waren am vergangenen Sonntag als erstes der neun Nachbarländer Deutschlands wieder ganz als Risikogebiet eingestuft worden. Seit Anfang Juli waren dort die Infektionszahlen um 500 Prozent innerhalb einer Woche gestiegen. Höhepunkt war eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 415 am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Die Regierung der Niederlande zog vor zwei Wochen die Notbremse. So bleiben Diskotheken und Nachtclubs nun geschlossen, Festivals sind untersagt. Seit einigen Tagen sinken die Infektionszahlen wieder.

Auch Großbritannien fällt mit lascher Corona-Politik auf die Nase

Auch Großbritannien fällt derzeit mit seiner lockeren Corona-Politik auf die Nase. Nachdem alle Regeln trotz hoher Inzidenzen aufgehoben wurden, stieg die 7-Tage-Inzidenz auf 488. Auch die Zahl der Todesopfer und derer, die ins Krankenhaus müssen, steigt weiter an. Und noch ein weiteres Problem zeigt sich. Das sich das Virus unkontrolliert im ganzen Land verbreitet, sind derzeit rund 1,7 Millionen Briten nach Kontakt mit Infizierten in Quarantäne.

Lesen Sie auch: Leere Supermarkt-Regale, Millionen Menschen in Quarantäne! Statt großer Freiheit herrscht in England Chaos-Sommer! >>

Das betrifft auch große Teile der Belegschaften von Supermärkten, Logistikfirmen, Pflegeeinrichtungen oder Müllabfuhren – also allen, die das Leben eigentlich am Laufen halten sollten. Und das sorgt für Chaos. Supermarktregale leeren sich und können nicht schnell genug wieder aufgefüllt werden. Mülltonnen bleiben voll vor der Tür stehen. Pubs müssen wieder schließen, weil niemand mehr hinter dem Zapfhahn steht. Ein Umdenken gibt es trotz dieser Zustände in der Johnsons-Regierung noch nicht.