Captain Tom ist Kriegsveteran. Ehrensache, dass das 1st Battalion  des Yorkshire Regiments bei Toms Zieleinlauf Spalier steht. Foto: AFP

Marston Moretaine - Man ist nie zu alt, um ein Held zu werden! Kurz vor seinem 100. Geburtstag hat der britische Kriegsveteran Tom Moore jetzt einen ganz besonderen Kampf gewonnen. Der Brite, der an der Hüfte operiert wurde, schaffte 100 mühsame Runden mit seinem Rollator im heimischen Garten – und sammelte so bisher mehr als 24,2 Millionen Euro an Spenden!

Der KURIER hatte bereits über diesen Helden berichtet – aber seine Beliebtheit und das Einsenden von Spenden will nicht enden!  Wir haken noch einmal nach: Warum macht der rüstige Rentner das alles?

Ein Rekord zum Dank an Ärzte und Pfleger

Captain Tom, wie er genannt wird, will das Gesundheitswesen unterstützen. „Mir geht es gut. Ich hoffe, euch geht es auch allen gut“, sagte der Senior nach der letzten Runde seiner tagelangen Aktion. Moore, der bald 100 wird, wollte sich mit seinem Rollator-Rennen bei den „wunderbaren“ Mitarbeitern des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) bedanken. Sie hätten ihm bei seinem Hautkrebs und seiner gebrochen Hüfte großartig geholfen.

Das Echo war überwältigend: Hunderttausende Menschen in aller Welt waren so begeistert von seiner Initiative, dass sie spendeten. Auch Prinz William (37) gab Geld. Gesundheitsminister Matt Hancock sprach davon, dass der Senior inspirierend sei. Auch in Interviews überzeugte der Veteran, der schon in Burma (Myanmar) und Indien im Einsatz war, mit seinen wohlgewählten Worten. In sozialen Medien überschlugen sich die Lobeshymnen.

Der 99-jährige Kriegsveteran Tom Moore zeigt seinen Daumen nach oben. Der Brite hat fast 100 Runden mit dem Rollator durch seinen Garten geschafft und so eine Millionenspende für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Foto: dpa

100 Runden mit dem Rollator zum 100. Geburtstag

Bescheiden war zunächst das ursprüngliche Ziel des Rentners: 1000 britische Pfund wollte er nach 100 Runden mit dem Rollator bis zu seinem 100. Geburtstag am 30. April gesammelt haben. Nun ist es ein Vielfaches in deutlich kürzerer Zeit geworden. Für diejenigen, die sich während der Pandemie sehr sorgten, hatte Moore auch tröstende Worte parat: „Die Sonne wird wieder auf euch scheinen und die Wolken werden wegziehen“, sagte der 99-Jährige. Es gibt bereits eine Petition, dass Captain Tom nun zum Ritter geschlagen werden solle.

Die Sonne wird wieder auf euch scheinen und die Wolken werden wegziehen.

Tom Moore (99) tröstet die Menschen, die Angst wegen Corona haben

Captain Tom hat jetzt eine Nachahmerin bekommen. Die 90-jährige Margaret Payne will es ihm gleichtun und eine große Spende für das britische Gesundheitswesen sammeln. Die Seniorin hat sich zum Ziel gesetzt, 282 Mal ihre Treppe hochzugehen. Das entspricht insgesamt der Höhe eines Berges in Schottland, den sie zum ersten Mal als Jugendliche erklommen hat.

Margaret  Payne (90) will diese Treppe 282 Mal bezwingen und Spenden  einsammeln. Foto: dpa

90-Jährige will 282 Mal eine Treppe bezwingen

Dabei hat Payne seit ihrer Kindheit schon Probleme mit den Knien. Rentnerin Payne hatte sich 10000 Pfund als Ziel gesetzt – bis Freitagabend kamen aber schon mehr als 13 Mal so viel zusammen. Sie startete ihre Spendenaktion Ostersonntag und hofft, sie in knapp zwei Monaten beendet zu haben.