Passanten gehen an der Kaffeebeere in der Fußgängerzone vorbei. In dem Café dürfen seit einigen Tagen keine Kinder unter zehn Jahren mehr in den Innenbereich.
Passanten gehen an der Kaffeebeere in der Fußgängerzone vorbei. In dem Café dürfen seit einigen Tagen keine Kinder unter zehn Jahren mehr in den Innenbereich. dpa/Lars Klemmer

Seit Jahren tobt ein erbitterter Streit in Gastronomie und Hotellerie um die Frage: Dürfen Kinder rein oder nicht? In Berlin hatten bereits mehrere Cafés viel Unmut für ihre Entscheidung auf sich gezogen, keine Kinderwagen mehr ins Latte-macchiato-Paradies zu lassen. Poller hinderten Mütter daran, ihren Buggy in das Lokal zu fahren. Argumentiert wurde jeweils mit Platzproblemen, doch die Betreiber in Prenzlauer Berg und in Moabit zogen viel Kritik auf sich.

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Inzwischen erklären auch immer mehr Hoteliers Kinder zu unerwünschten Personen: Erwachsene sollen ihren Urlaub ohne die Faxen der unbändigen Kleinen erleben können – auch damit spalten die Hotelbetreiber die Gemüter. Nun hat ein Café in Niedersachsen die Diskussion befeuert, mit zwei saftigen Facebook-Posts.

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Das Verhalten der Eltern brachte den Chef der Kaffeebeere zur Weißglut

Darin erklärt der Betreiber der Kaffeebeere im ostfriesischen Esens, der Barista Martin Helwig, warum er keine Lust mehr hat, Kinder unter zehn Jahren zu bewirten.

Den Ausschlag gab eine turbulente Szene in dem Café: Eine Familie war mit ihren zwei Kindern in dem Lokal. Von der Treppe aus war „mindestens“ eines der beiden Kinder neben den Tisch gesprungen – eine „gefährliche Situation“, betont der Kaffeebeere-Chef. Was ihn aber zur Weißglut brachte: das Verhalten der Eltern. Die Mutter, heißt es in dem Facebook-Post, habe telefoniert, der Vater sich auch nicht um das Treiben der Kinder gekümmert.

Er habe gar nichts gegen Kinder, beteuert Cafébetreiber Helwig, im Gegenteil! Aber solche Szenen häufen sich ihm zufolge: „Früher kam so etwas vielleicht einmal im Monat, auch mal einmal die Woche vor.“ Aber die beschriebene Szene sei nur die Spitze des Eisberges nach fünf Jahren Kaffeebeere. Er sehe „die Entwicklung, dass die Eltern sich nicht mehr verantwortlich für ihre Kinder fühlen“.

Obwohl die Eltern das Problem seien, trifft die Strafe nun deren Kinder: Diese seien zwar weiterhin willkommen, allerdings nicht im Innenraum des Cafés. Das widerspreche „dem Gedanken des gemütlichen Charakters einer Kaffeelounge“. Draußen auf der Terrasse seien Kinder unter zehn Jahren weiterhin „herzlich willkommen“.

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