Polizisten haben Teilnehmer einer Demonstration im Stadtzentrum gestoppt. Mehrere Hundert Menschen protestieren gegen die Corona-Politik der Bundesregierung.  Foto: dpa-Zentralbild/dpa

Die Bundespolizei hat nach ihrem Einsatz im Zusammenhang mit Demonstrationen in Leipzig mehrere Straftaten registriert. Darunter waren Körperverletzungen, eine Beleidigung sowie einmal Widerstand gegen polizeiliche Maßnahmen, teilte die Bundespolizei am Samstagabend mit. Mehr als 600 Platzverweise wurden erteilt. Die Bundesbeamten war demnach vor allem am Leipziger Hauptbahnhof sowie den umliegenden Haltepunkten und Bahnhöfen sowie in den Zügen unterwegs. Damit sollte eine friedliche und geordnete An- und Abreise der Versammlungsteilnehmer gewährleistet werden, erklärte Polizeidirektor Markus Pfau. Rund 1300 Versammlungsteilnehmer nutzten den Angaben zufolge die Bahn.

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Zuvor hatte bereits die Leipziger Polizei mitgeteilt, dass es zwei Festnahmen gegeben habe. Im Stadtgebiet seien bei dem Einsatz zudem 18 Straftaten festgestellt worden, hieß es von der Polizeidirektion Leipzig. Dabei gehe es um Körperverletzungen und Landfriedensbrüche. Neun Tatverdächtige seien ermittelt worden. 44 Platzverweise seien erteilt und 113 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung gefertigt worden. Nach einem Angriff auf einen Journalisten erfolgte laut Polizei von Amts wegen eine Anzeige gegen Unbekannt. Eine Beamtin sei leicht verletzt worden.

Am Samstag hatten sich Gegner der Corona-Politik in Leipzig versammelt – parallel gab es größere Gegenproteste. Zeitweise war die Lage unübersichtlich, es gab mehrere nicht genehmigte Spontandemonstrationen.

Bei der Anreise am frühen Nachmittag durchsuchte die Bundespolizei unter anderem 40 Versammlungsteilnehmer, bei denen Pyrotechnik vermutet wurde. Die Durchsuchungen ergaben unter anderem zehn Fahndungstreffer. Bei der Rückreise wurden den Angaben zufolge Teile der Zu- und Abgänge zum Hauptbahnhof gesperrt, um ein Aufeinandertreffen gegensätzlicher Lager zu verhindern.

Rund 1200 Menschen wurden bei dem Einsatz zu den Einhaltungen der Corona-Schutzmaßnahmen belehrt. Bis auf einen Reisenden, gegen den ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wurde, hätten sich alle Belehrten einsichtig gezeigt, hieß es.