Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Covid-19 und einer Spritze (Symbolfoto)  Foto: imago images
Die wichtigsten Informationen im Überblick

Fragen und Antworten zur Verbreitung: Symptome, Ansteckungsgefahr und Schutz >>

FAQ für Arbeitnehmer: Das müssen Sie wissen >>

Das Robert-Koch-Institut gibt Tipps und Hinweise >>

Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten.

+++ 14. Juli +++

Bund und Länder beraten über Ausgangsbeschränkungen für Corona-Regionen

Bund und Länder beraten über die Verhängung von Ausreisebeschränkungen für Landkreise, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind. Ziel der diskutierten Maßnahmen sei es, „sehr präzise und möglichst schnell zu reagieren“, wenn ein akuter Corona-Hotspot auftauche, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Dienstag in der Sendung „Frühstart“ von RTL und n-tv.

Es werde darüber diskutiert, ob in einem solchen Fall eine Ausreisebeschränkung „nicht am Ende eine bessere Variante ist, als wenn man am Urlaubsort ankommt, um dann zurückgewiesen zu werden“, sagte Braun weiter.

Bei einem akuten Corona-Ausbruch könnte dann entschieden werden: „Es bleiben hier in dieser Region mal alle Zuhause“, sagte er. Dort sollte dann „flächig“ getestet werden, „so dass man nach wenigen Tagen sagen kann, wir haben alle Infektionsketten entdeckt“. Danach könne dann schnell wieder „zur Normalität“ zurückgekehrt werden.

Die Gespräche würden derzeit zwischen ihm und den Chefs der Staatskanzleien der 16 Bundesländer geführt, sagte Braun. (AFP)

Großbritannien: Forscher warnen vor neuer Corona-Welle

Renommierte Wissenschaftler warnen vor einer zweiten Coronavirus-Welle mit bis zu 120.000 Todesfällen in Großbritannien. Demnach könnte der Höhepunkt im kommenden Januar und Februar erreicht werden. An der Studie waren 37 Wissenschaftler beteiligt, darunter der medizinische Regierungsberater Patrick Vallance.

Die Forscher der Akademie der medizinischen Wissenschaften legten verschiedene Szenarien vor und nannten die prognostizierten 120.000 Todesfälle ein fundiertes „Worst-Case-Szenario“. „Das Risiko kann verringert werden, wenn wir sofort handeln“, teilten die Forscher in ihrer am Dienstag veröffentlichten Studie mit. Sie warnen unter anderem vor einem Zusammentreffen mit einer Grippewelle und vor einem höheren Infektionsrisiko im Winter, weil sich die Menschen dann mehr in geschlossenen Räumen aufhalten. Dadurch könnte ein zweiter Corona-Ausbruch zwischen kommendem September und Juni 2021 deutlich schlimmer ausfallen als der erste, betonen die Forscher.

Bislang sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums knapp 45.000 Menschen landesweit während der ersten Welle gestorben. Es wird aber mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet. Großbritannien ist das am schlimmsten von der Corona-Krise betroffene Land in Europa. (dpa)

Corona-Pandemie: Kalifornien schließt Bars, Kinos und Kirchen wieder

Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen macht Kalifornien viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig. Bars, Kinos und Museen in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat müssen schließen, wie Gouverneur Gavin Newsom am Montag (Ortszeit) erklärte. Zudem dürfen Restaurants keine Gäste mehr in geschlossenen Räumen bewirten. Ebenso müssten in 30 Bezirken, darunter Los Angeles, auch Fitnessstudios, Kirchen, Friseursalons sowie viele Büros und Einkaufszentren ihren Betrieb einstellen, sofern dieser in geschlossenen Räumen stattfinde, sagte Newsom weiter. In den betroffenen Bezirken leben rund 80 Prozent der 40 Millionen Einwohner des Bundesstaats.

Der riesige Schulbezirk Los Angeles kündigte an, dass die Schüler wegen der anhaltenden Corona-Pandemie in dem am 18. August beginnenden Schuljahr bis auf Weiteres nur online lernen können. "Die Gesundheit und Sicherheit aller in der Schulgemeinschaft ist nichts, wo wir Kompromisse eingehen können", hieß es. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump übt Druck auf Bundesstaaten und Kommunen aus, Schulen mit dem neuen Schuljahr wieder normal zu öffnen. (dpa-AFX)

+++ 13. Juli +++

Einreisebeschränkung: Seehofer will Lösung für unverheiratete Paare

Hoffnung für Verliebte, die sich wegen der Corona-Krise seit Monaten nicht sehen können: Bundesinnenminister Horst Seehofer will sich dafür einsetzen, dass in der EU künftig einheitliche Einreisebedingungen für unverheiratete Paare gelten. Er wolle die deutsche EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen, „dass dieses Ärgernis vernünftig gelöst wird“, sagte der CSU-Politiker am Montag im Innenausschuss des Europaparlaments.

Er verwies darauf, dass viele Fälle auch während der zeitweisen Kontrollen an den europäischen Binnengrenzen pragmatisch gelöst werden konnten. „Ich setze mich dafür ein, dass das auch bei den Einreisen aus Drittstaaten erfolgt.“ Er sei für ein einheitliches Vorgehen der EU-Staaten.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Seit Anfang Juli wird dieser Einreisestopp langsam und zunächst für 14 Länder gelockert.

Dabei ist vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage entscheidend. Doch auch für die anderen Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa für EU-Bürger und ihre Familien. Ausnahmen für unverheiratete Paare gelten bislang nur in wenigen EU-Staaten wie Österreich und Dänemark. Das deutsche Innenministerium hatte dies bislang abgelehnt. (dpa)

Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Berlin steigt auf 8655

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin um 18 auf 8655 gestiegen. 53 Patienten werden derzeit im Krankenhaus behandelt, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montagabend mitteilte. Das waren 5 Menschen mehr als am Abend zuvor. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Patienten stieg um 7 auf 23.

219 Menschen sind seit März im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Damit sind seit Sonntag 2 registrierte Todesfälle hinzugekommen. Die Zahl der Infizierten, die inzwischen wieder als genesen gelten, stieg um 41 auf 8036. Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün.

Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie Neuinfektionen und die benötigten Plätze für Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. Der sogenannte R-Wert betrug am Montag 1,12. Er liegt damit auf der Schwelle von 1,1, ab der bei dreimaligem Erreichen oder Überschreiten hintereinander die Ampel auf Gelb springen würde. Am Vortag hatte der R-Wert noch bei 0,8 gelegen.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner ist hingegen leicht gesunken und betrug am Montag 4,9. Sie ist damit weiterhin weit von der kritischen Menge von 20 und mehr auf 100.000 Einwohner pro Woche entfernt. Der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen erreicht gegenwärtig 1,8 Prozent; hier begänne der gelbe Bereich bei 15 Prozent aufwärts.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen.

Unter den Bezirken verzeichnet unverändert Mitte mit 1273 die meisten bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2. Es folgen Neukölln (1064) und Charlottenburg-Wilmersdorf (866). (dpa)

159 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 159 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 963 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 13.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9064 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 185 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Trump verbreitet Vorwurf gegen Gesundheitsbehörde: „Alle lügen“

US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter einen pauschalen Vorwurf unter anderem gegen die US-Gesundheitsbehörde CDC weiterverbreitet. Die „ungeheuerlichsten Lügen“ seien die, die über die Erkrankung Covid-19 verbreitet würden, schrieb der Moderator Chuck Woolery am Sonntag auf Twitter. Trump teilte den Tweet am Montag auf seinem Profil. „Alle lügen. Die CDC, Medien, Demokraten, unsere Ärzte, nicht alle, aber die meisten, denen wir vertrauen sollen. Ich glaube, es geht nur um die Wahl und darum, die Wirtschaft davon abzuhalten, sich zu erholen, wobei es um die Wahl geht. Ich habe es satt.“

Die Corona-Pandemie hat der US-Wirtschaft erheblich zugesetzt und ist bei weitem nicht ausgestanden. Seit Tagen befinden sich die täglich nachgewiesenen Neuinfektionen auf hohem Niveau - die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete für Sonntag rund 59 000 neue Fälle. Trump drängt seit Monaten auf eine umfassende Wiedereröffnung der Wirtschaft. Kritiker werfen ihm seit Beginn der Zuspitzung der Krise in den USA vor, die Tragweite des Coronavirus herunterzuspielen.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, wies am Montag bei Fox News den Vorwurf zurück, die Regierung ignoriere die Daten zur Corona-Pandemie. Zudem ging sie auf das Verhältnis der Regierung zum Immunologen Anthony Fauci ein. Medien wie die „Washington Post“ und CNN hatten zuvor berichtet, dass sie eine Liste des Weißen Hauses mit Aussagen Faucis bekommen hätten, die zeigen soll, dass sich dieser in der Pandemie mehrfach getäuscht habe. Trump selbst hatte dem Experten, der Teil der Corona-Arbeitsgruppe ist, am Donnerstag vorgeworfen, „viele Fehler“ gemacht zu haben. McEnany sagte, Fauci sei Mitglied eines Teams und repräsentiere einen von mehreren Standpunkten mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Die „New York Times“ wertete die Fauci-Liste des Weißen Hauses als Versuch, die Glaubwürdigkeit des Experten zu untergraben. Fauci hatte in Interviews offen seine Sorge angesichts der Entwicklung der Pandemie in den USA geäußert. Das steht im Kontrast zu Trump, der sich trotz der dramatisch steigenden Infektionszahlen optimistisch zeigt. (dpa)

Corona-Ausbruch in Israel: Energieminister fordert sofortigen Lockdown

Nach einem massiven Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Israel hat Energieminister Juval Steinitz einen sofortigen Lockdown gefordert. „Wir müssen meiner Ansicht nach jetzt eine Sperre umsetzen, für zehn bis 20 Tage, um danach Erleichterungen zu ermöglichen“, sagte Steinitz der israelischen Nachrichtenseite ynet am Montag. Er sprach sich dafür aus, dass die Bürger das Haus nur verlassen können, um zur Arbeit zu gehen oder um Lebensmittel oder Medikamente einzukaufen. „Wir kommen vermutlich sowieso dorthin, also besser früher als später“, sagte er.

Steinitz sagte, es sei langfristig gefährlich, dass Israel vom Rest der Welt abgeschnitten sei. Es gibt seit Monaten nur sehr wenig Flüge aus und nach Israel. Israel steht in vielen Ländern auf einer Liste mit Staaten, für die besondere Reisehinweise oder -richtlinien gelten. Für Israelis gelten damit zum Beispiel Einreisebeschränkungen in die Europäische Union.

Steinitz sagte, ein Lockdown könne dazu beitragen, die Ansteckungszahlen in Israel dramatisch zu reduzieren. Danach könne man schrittweise wieder öffnen, diesmal ohne Großversammlungen zu erlauben. „Dann können wir unsere Flugverbindungen mit dem Rest der Welt wieder aufnehmen.“ Dies sei für Israels Wirtschaft essenziell wichtig.

Am Freitag hatte das Gesundheitsministerium mit 1464 Fällen einen Rekordwert verzeichnet. Nach einem ersten Ausbruch waren in Israel im Mai kaum neue Fälle gemeldet worden. Seit Ende Mai steigt die Zahl der täglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 39 871 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 364 Infizierte sind gestorben. (dpa)

Studie in Sachsen sieht Schulen nicht als Corona-Hotspots 

Schulen haben sich nach der Wiedereröffnung nicht zu Corona-Hotspots entwickelt. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag in Dresden veröffentlichte Studie der Technischen Universität Dresden und des Universitätsklinikums. Von insgesamt 2045 untersuchten Blutproben von Schülern und Lehrern wurden nur in zwölf Fällen zweifelsfrei Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen.

Damit liege der Immunisierungsgrad „deutlich unter einem Prozent“. Eine symptomfreie Infektion habe damit bei den untersuchten Schülern und Lehrern „bislang noch seltener stattgefunden hat, als wir vermutet hatten“, erklärte Studienleiter Reinhard Berner.

Auch die Dynamik der Virusverbreitung sei offenbar überschätzt worden. Während es in 24 Familien von Studienteilnehmern mindestens einen bestätigten Corona-Fall gegeben habe, ließen sich nur bei einem Probanden Antikörper nachweisen. Viele Schulkinder hätten trotz eines Infektionsfalls im eigenen Haushalt selbst keine Infektion durchgemacht. Auch dass vier von fünf Schülern über ihre Klasse und ihre Familie hinaus regelmäßig Kontakte hatten, habe offenbar nicht zu einer weiteren Verbreitung des Virus geführt. (dpa)

US-Behörde genehmigt beschleunigtes Verfahren zu Corona-Impfstoff

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Firma Biontech aus Mainz ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei mögliche Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit. Es handele sich um die am weitesten entwickelten Varianten eines möglichen RNA-Impfstoffs mit Namen «BNT 162b1» und «BNTb2». Insgesamt laufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II zu vier Kandidaten.

Für die USA hatten Biontech und Pfizer zuletzt schon erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu «BNT 162b1». Diese nannten die Unternehmen «ermutigend», auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30 000 Probanden zeigen.

Erste Ergebnisse zu Tests in Deutschland werden laut Biontech noch im Juli erwartet. (dpa)

30-Jähriger in Texas stirbt an Infektion nach „Covid-19-Party“

Im Bundesstaat Texas ist ein 30-Jähriger an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, nachdem er an einer "Covid-19-Party" teilgenommen hatte. Der Gastgeber der Party sei selber mit dem neuartigen Virus infiziert gewesen, teilte die Chefmedizinerin am Methodisten-Krankenhaus in San Antonio, Jane Appleby, in einem am Sonntag von US-Medien verbreiteten Video mit.

Bei der Party hätten die Teilnehmer herausfinden wollen, ob das Virus wirklich existiere und ob es gegebenenfalls besiegt werden könne, sagte die Ärztin. Der nun Verstorbene habe kurz vor seinem Tod über seinen Partybesuch gesagt: "Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht." Der Patient habe das Coronavirus für einen "Schwindel" gehalten und sich aufgrund seines jungen Alters ohnehin für "unbesiegbar" gehalten. (AFP)

Experte rechnet nicht mit Corona-Impfstoff bis zum kommenden Jahr

Der französische Epidemiologe Arnaud Fontanet geht nicht davon aus, dass die Entwicklung eines vollständig wirksamen Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus bis ins kommende Jahr gelingt. Die Entwicklung eines Impfstoffes dauere in der Regel mehrere Jahre, sagte Fontanet. 

Zwar gebe es „beispiellose Bemühungen zur Entwicklung eines Impfstoffs“ gegen das Coronavirus, sagte Fontanet. „Ich wäre aber sehr überrascht, wenn wir 2021 einen effektiven (Impfstoff) hätten.“

Die Corona-Krise sei noch lange nicht vorbei, betonte der Epidemiologe. „Wir müssen mit dem Virus leben.“ Die Menschen müssten sich deshalb besser an die Einschränkungen aufgrund der Pandemie halten als bisher. „Lassen Sie uns diesen Sommer die Abstandsregeln einhalten - wenigstens das!“, forderte Fontanet.

Die größte Gefahr in der Pandemie gehe von großen Menschenansammlungen aus, warnte der Experte. Dies gelte umso mehr für beengte Räume wie Kreuzfahrt- oder Kriegsschiffe, Sporthallen, Diskotheken, Gotteshäuser, Schlachtbetriebe oder Unterkünfte etwa für ausländische Arbeiter. (AFP)

159 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 159 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.963 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 13. Juli, 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9064 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 185.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 12. Juli, 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. An den Vortagen lag er unter 1. (dpa)

+++ 12. Juli +++

Nur ein neuer Corona-Fall in Berlin, alle Warnampeln auf Grün

Es sind Zahlen, die große Hoffnung machen: Die Gesundheitsverwaltung des Senats meldet am Sonntag lediglich einen neuen Corona-Fall. Von den nunmehr 8637 seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Berlin an Covid-19 erkrankten Personen sind 7995 bereits genesen. Die Zahl der an Corona in Berlin Verstorbenen bleibt bei 217. Rechnerisch verbleiben 415 aktive Corona-Fälle in der Hauptstadt. Lediglich 48 Corona-Patienten werden derzeit in Berlins Krankenhäusern behandelt, auf Intensivstationen gerade einmal 16. Fast alle für schwerkranke Corona-Patienten reservierte Intensivbetten stehen leer. Deshalb verharrt die entsprechende Warnampel auch weiter auf Grün, genauso wie die anderen beiden Corona-Ampeln: Das Infektionsgeschehen in der Hauptstadt bleibt niedrig, und der "R"-Wert liegt bei 0,8. Dies bedeutet, dass ein Corona-Kranker weniger als eine weitere Person ansteckt. (BK)

Umfrage: Bereitschaft zu Corona-Impfung sinkt deutlich

Die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung ist einer Studie zufolge in Deutschland zuletzt gesunken. So sei der Anteil der Befürworter in den vergangenen drei Monaten von 70 auf 61 Prozent zurückgegangen, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage. Die Universität Hamburg hatte in Kooperation mit Hochschulen anderer EU-Staaten Tausende Menschen in mehreren Ländern gefragt, wie sie zu einer Impfung gegen das Coronavirus stehen. Bislang gibt es eine solche Impfung nicht.

Besonders gering ist die Impfbereitschaft in Deutschland den Angaben zufolge mit 52 Prozent in Bayern, in Norddeutschland sei sie hingegen mit 67 Prozent deutlich höher. Ein Ost-West-Gefälle gebe es nicht.

Jonas Schreyögg, Leiter des Hamburg Center for Health Economics an der Uni Hamburg, sagte laut «Süddeutscher Zeitung», dass es jedoch nur wenige Menschen gebe, die einen Impfstoff generell ablehnen. «Positiv gesprochen heißt das, wenn es uns gelingt, durch Transparenz bei der Prüfung und Zulassung der Impfstoffe sowie mit öffentlichen Aufklärungskampagnen diesen Personen mehr Sicherheit zu geben und sie zu überzeugen, könnte die Impfbereitschaft deutlich erhöht werden», sagt er. Ein großer Anteil derjenigen, die sich derzeit nicht impfen lassen wollen oder unsicher sind, würden dies mit Angst vor Nebenwirkungen oder Unklarheit zur Sicherheit des Impfstoffes begründen. (dpa)

Erneuter Corona-Ausbruch in Israel: Mehr aktive Fälle als Genesene

(dpa) Israel bekommt einen neuerlichen Ausbruch des Coronavirus bislang nicht in den Griff. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Sonntag 18 940 aktive Corona-Fälle. Damit gab es in Israel seit längerer Zeit wieder mehr aktiv Infizierte als Genesene. Am Vortag waren 1148 neue Fälle gemeldet worden. Am Freitag hatte das Ministerium mit 1464 Fällen einen Rekordwert verzeichnet. Nach einem ersten Ausbruch waren in Israel im Mai kaum neue Fälle gemeldet worden. Seit Ende Mai steigt die Zahl der täglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich. Nach Medienberichten ist Gesundheitsminister Juli Edelstein für einen erneuten Lockdown, sollte die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf rund 2000 steigen. (dpa)

Brandenburg ohne Corona-Neuinfektionen

In Brandenburg hat sich innerhalb eines Tages die Zahl der ermittelten Corona-Infektionen nicht erhöht. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, blieb es wie schon am Vortag bei 3482 Menschen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben. 3220 Patienten gelten weiter als genesen. 173 Menschen starben im Land bislang in Zusammenhang mit der Infektion. Rechnerisch verbleiben damit in Brandenburg noch gerade einmal 89 aktive Corona-Fälle. (dpa/BK)

Corona-Experten halten Unions Stadionpläne für riskant und zu aufwändig

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat Zweifel an der Machbarkeit des Plans von Union Berlin zur Rückkehr der Fans in die Stadien geäußert. "Weil der Test nur eine Momentaufnahme ist, ist aber nicht ausgeschlossen, dass trotzdem Zuschauer nach 24 Stunden positiv werden und somit andere Zuschauer im Stadion anstecken können", sagte Schmidt-Chanasit der "Bild am Sonntag" zum Vorstoß des Fußball-Bundesligisten, der mit Corona-Tests für alle Zuschauer ein komplett gefülltes Stadion ermöglichen will. Die Bewältigung der Menge von rund 22 000 Tests hält er dagegen für kein Problem.

Klaus-Dieter Zastrow vom Hygieneinstitut Berlin brachte jeweils zwei Tests für Fans vor dem Spiel als eine mögliche sicherere Variante ins Gespräch. "Das wäre grundsätzlich technisch möglich. Mit so getesteten Fans wäre Fußball mit vollem Stadion und Fangesängen auch zu verantworten", sagte er dem Blatt. Allerdings hält Zastrow den organisatorischen Aufwand für zu groß. "Allein die Zahl der erforderlichen Tests bringt die Berliner Labors an ihre Grenzen, das ginge nur mit Sonderschichten", urteilte der Professor. (dpa)

Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

"Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann", sagte Wendtner. "Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden." Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei. (dpa)

Trump trägt Maske - Rekord an Neuinfektionen in den USA

US-Präsident trägt bei seinem Besuch des Walter Reed-Militärhospitals eine Maske. 
Foto: Alex Edelman/AFP

Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Coronavirus-Infektionen in den USA hat US-Präsident Donald Trump in einem seltenen Schritt eine Maske bei einem öffentlichen Auftritt getragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda bei Washington einen blauen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten trug. Die USA verzeichneten unterdessen die meisten Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie an einem Tag. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66 627. (dpa)

248 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.804 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 12.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9063 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag.

Bis Sonntagmorgen hatten 184.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,80). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Dutzende Festnahmen nach Corona-Protesten in Serbien gegen Präsident Vucic

Bei Protesten gegen die Corona-Politik der serbischen Regierung sind am Freitag 71 Menschen festgenommen worden. Unter ihnen seien "viele ausländische Staatsbürger", sagte Polizeichef Vladimir Rebic am Samstag. Vor dem Parlamentsgebäude in Belgrad hatte es am Freitag den vierten Tag in Folge Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Festgenommenen seien unter anderem aus Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Großbritannien und Tunesien, sagte Rebic. Er kündigte an, diese "ausländischen Faktoren" bei den Ermittlungen zu den Demonstrationen zu berücksichtigen.

Auch am Freitag hatten wieder tausende Menschen in mehreren serbischen Städten gegen das Corona-Management der Regierung demonstriert. Die meisten Teilnehmer waren friedlich, einige Gruppen warfen jedoch mit Steinen und Feuerwerkskörpern auf Polizisten, wie AFP-Reporter berichteten. Nach Angaben des Polizeichefs wurden 14 Beamte verletzt, seit Beginn der Proteste am Dienstag stieg der Zahl der verletzten Polizisten demnach auf 130. (AFP)

Tausende demonstrieren gegen Corona-Krisenmanagement der israelischen Regierung

In Israel haben am Samstagabend tausende Menschen gegen den Umgang der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit der Corona-Pandemie demonstriert. Auf dem zentralen Rabin-Platz in Tel Aviv versammelten zahlreiche Menschen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Einige hielten Transparente mit Slogans wie "Lasst uns atmen". Die meisten Teilnehmer trugen Masken, zumeist wurde aber nicht der empfohlene Abstand von zwei Metern eingehalten.

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Kan 11 sprach von mehreren tausend Teilnehmern. Die Polizei wollte keine Teilnehmerzahl nennen. Sie war mit rund 300 Beamten im Einsatz, um die Einhaltung der Regeln zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus zu überwachen.

Der Protest wurde von Organisationen von Arbeitern, Freiberuflern und Kleinunternehmen organisiert, auch Studentenorganisationen beteiligten sich. Sie werfen der Regierung vor, die Menschen seien nach der Verhängung von Corona-Beschränkungen auf sich allein gestellt. "Es gibt eine schwere Vertrauenskrise zwischen der Regierung und uns", sagte Mitorganisator Shai Berman am Samstag Israels öffentlich-rechtlichem Rundfunk. (AFP)

+++ 11. Juli +++

Deutsche Ballermann-Party ohne Masken und ohne Abstand schockiert Mallorca

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der «Mallorca Zeitung» (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten «Bierstraße» im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen - «als gäb's kein Corona», so die «MZ». Praktisch niemand trägt dabei Maske, obwohl der von der spanischen Regierung für die Zeit der «neuen Normalität» vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen einzuhalten ist.

Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die «Mallorca Zeitung», «wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte». Viele der angetrunkenen Gäste hätten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in größeren Gruppen getanzt und Straßenhändler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien. Angesichts der Nachlässigkeit einiger Bürger bei der Beachtung der Corona-Schutzregeln hatte die Regionalregierung in Palma erst am Freitag illegalen Partys den Kampf angesagt. Es wurde ein Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600 000 Euro beschlossen; außerdem wurden verstärkte Kontrollen angekündigt. Am Freitagabend habe sich die Polizei am «Ballermann» aber nicht blicken lassen, so die «MZ». (dpa)

20 neue Corona-Fälle in Berlin, Intensivbetten leer und alle Warnampeln auf Grün

Die Gesundheitsverwaltung des Senats meldet am Samstag 20 neue Corona-Fälle in Berlin. Von den insgesamt 8.636 Fällen sind inzwischen bereits 7.967 wieder genesen. Es gibt einen neuen Corona-Toten, womit sich die Gesamtzahl der an oder mit Covid-19 Verstorbenen auf 217 erhöht. Es gibt somit rechnerisch noch 452 aktive Fälle in der Hauptstadt. Alle Warnampeln stehen auf Grün.

Sehr entspannt sieht es in den Krankenhäusern und deren Intensivstationen aus: Gerade einmal 53 Corona-Patienten werden noch in Berliner Krankenhäusern behandelt, davon 17 intensivmedizinisch. Die für Covid-19-Patienten reservierten Intensivbetten sind gerade einmal zu 1,3% ausgelastet. Das Infektionsgeschehen in der Hauptstadt bleibt gering, und der Reproduktionswert "R" erreicht gerade einmal 0,67. Dies bedeutet, dass eine an Corona erkrankte Person weit weniger als eine weitere ansteckt. (BK)

Bill Gates: "Wir werden Covid-19 besiegen"

Der mit seiner Stiftung an internationalen Gesundheitsprojekten beteiligte Microsoft-Gründer Bill Gates sieht den weltweiten Kampf gegen das neuartige Coronavirus nach eigenen Angaben positiv. "Ich bleibe optimistisch", sagte Gates am Samstag in einer Videobotschaft an die Teilnehmer einer internationalen Konferenz zum Coronavirus und HIV. Er fügte hinzu: "Wir werden Covid-19 besiegen, und wir werden weiterhin Fortschritte im Kampf gegen Aids und andere Gesundheitskrisen machen."

Gates mahnte, Medikamente und Impfstoffe sollten Menschen kriegen, die sie dringend brauchen, statt sie schlicht den "höchsten Bietern" zu überlassen. Andernfalls drohten die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch tödlicher zu werden, sagte Gates in der Videobotschaft im Rahmen einer Online-Konferenz, an der sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beteiligte. Für eine gerechte Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen brauche es "Führungspersönlichkeiten, die diese harten Entscheidungen" treffen könnten. (AFP)

Sieben neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der ermittelten Corona-Infektionen in Brandenburg ist um sieben gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, gibt es im Land 3482 Menschen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 Fälle infiziert haben. 3220 Patienten gelten als genesen. Derzeit gibt es nach den Angaben neun aktiv erkrankte Personen, die im Krankenhaus behandelt werden. 173 Menschen starben im Land in Zusammenhang mit der Infektion. (dpa)

Altmaier stellt Ende der Maskenpflicht in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt bei sinkenden Neuinfektionszahlen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel in Aussicht. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte der CDU-Politiker in einem Interview, es bedürfe dazu eines Rückgangs der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf unter 100. „Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, müssen Mediziner und Politik neu nachdenken“, so Altmaier.

Gleichzeitig mahnte Altmaier aber zur Vorsicht: „Solange wir im Durchschnitt täglich mehrere hundert neue Infizierte haben, wird sie überall bleiben müssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird.“ Übermut und dadurch ausgelöste neue Infektionswellen schadeten der Wirtschaft am Ende am meisten.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, angesichts der niedrigen Infektionszahlen im Norden Anfang August ein Ende der Maskenpflicht im Handel seines Landes zu beschließen. Er war damit auf breite Kritik gestoßen und von der Staatskanzlei seines Landes ausgebremst worden. Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstag 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. (tn)

Aus Angst vor Corona: Erste Hinrichtung auf Bundesebene in USA seit 17 Jahren ausgesetzt

Die bevorstehende erste Hinrichtung in den USA auf Bundesebene seit 17 Jahren ist vorläufig ausgesetzt worden. Ein Gericht gab den Angehörigen des wegen Mordes Verurteilten Daniel Lee am Freitag Recht, nachdem sie um einen Aufschub wegen der Corona-Krise gebeten hatten. Sie argumentierten, dass sie bei der Exekution anwesend sein wollten, dies aber wegen der Gefahr der Ansteckung mit dem Coronavirus ein zu großes Risiko darstellte. In den vergangenen Monaten hatten es in US-Gefängnisses besonders viele Erkrankungen mit Covid-19 gegeben.

Während viele Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003, also etwa 17 Jahren, keine Hinrichtung mehr gegeben. Die Todesstrafe wurde seitdem zwar weiter verhängt, aber nicht vollstreckt. Fälle, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, liegen in der Hand der Bundesregierung. Justizminister William Barr drang zuletzt drauf, die Hinrichtungen auszuführen. Zuletzt hatte das Oberste Gericht den Weg für die Wiederaufnahme nach einem Streit um die Exekutionsmethode geebnet. (dpa)

Bundesregierung warnt vor falschem „Bundesamt für Krisenschutz“

BerlinDie Bundesregierung warnt derzeit Unternehmen vor Betrügern, die sich als Vertreter eines imaginären „Bundesamts für Krisenschutz und Wirtschaftshilfe“ ausgeben. In der Sache werde bereits ermittelt, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die Website des erfundenen „Bundesamtes“ erinnert in ihrer Optik stark an die Internet-Auftritte der Bundesbehörden. Dort heißt es: „Aktuell werden in mehreren deutschen Unternehmen Befragungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Bundesamtes durchgeführt. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen an Strategien für eine nachhaltige Bewältigung der Coronakrise arbeiten.“ Auf der Seite findet sich auch ein Foto von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere Versuche von Betrügern gegeben, an die Daten von Unternehmen zu kommen, die Corona-Soforthilfe beantragen wollen. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte in diesem Zusammenhang bereits eine Warnung vor entsprechenden E-Mails veröffentlicht. (tn)

Ärger um Wahlverbot für Corona-Kranke in Spanien: «Ungeheuerlichkeit»

Der Ausschluss von Hunderten Corona-Infizierten von den Regionalwahlen an diesem Sonntag im Baskenland und Galicien sorgt in Spanien für Ärger. Medien und Experten kritisierten die Entscheidung der zuständigen Behörden, insgesamt knapp 500 Menschen mit einem Wahlverbot zu belegen, in aller Schärfe. Der angesehene Professor für Verwaltungsrecht Andrés Betancor sprach im Interview mit der Zeitung «El Mundo» (Samstag) von einer Ungeheuerlichkeit.

Man könne Kranke schon unter Quarantäne setzen, müsse diesen aber auf jeden Fall das Wahlrecht garantieren, selbst wenn diese zuvor nicht von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht hätten, so Betancor von der Universität Pompeu Fabra in Barcelona. Der Verfassungsrechtler Xavier Arbós bezeichnete den Ausschluss von Hunderten von Stimmberechtigten als «rundweg verfassungswidrig». (dpa)

378 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 11.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9060 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag.

Bis Samstagmorgen hatten 184 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.7., 0.00 Uhr, bei 0,80 (Vortag: 0,66). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Ansturm von Freiwilligen für Corona-Impfstudie in Tübingen

Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für eine Corona-Impfstudie gemeldet. "Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen", sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. "Bisher ist alles im grünen Bereich", sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.

Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden. (dpa)

USA: 64.000 Coronavirus-Neuinfektionen und 774 Corona-Tote an einem Tag

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist weiterhin alarmierend: Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) 63.643 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Corona-Toten sei um 774 auf fast 134.000 gestiegen. Erst am Donnerstag hatten die USA mit 65.551 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen bei 3,18 Millionen. (AFP)

+++ 10. Juli +++

Johnson will striktere Maskenpflicht einführen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Freitag eine Ausweitung der Maskenpflicht in seinem Land angedeutet. „Ich glaube wir müssen strikter dabei sein, die Menschen zum Tragen von Gesichtsschutz in geschlossenen Räumen aufzufordern, wo sich Menschen begegnen, die sonst nicht zusammenkommen“, sagte der Premier in einer Online-Fragestunde mit Bürgern. Ebenfalls am Freitag zeigte sich Johnson erstmals selbst mit Maske in der Öffentlichkeit beim Besuch mehrerer Geschäfte in seinem Wahlbezirk Uxbridge.

Einen Sinneswandel vollzog der konservative Regierungschef auch mit der Empfehlung an die Briten, wieder an ihren Arbeitsplatz zu gehen. „Gehen Sie zur Arbeit, wenn Sie können“, sagte Johnson. Bislang hatte der Slogan gelautet: „Arbeiten Sie von zuhause, wenn Sie können“. Britische Medien interpretierten den Schritt als Zeichen für die wachsende Sorge im Regierungssitz Downing Street vor einem heftigen wirtschaftlichen Einbruch. (dpa)

Mehr als 30 000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind mehr als 30.000 Menschen in Folge der Coronavirus-Pandemie gestorben. Mindestens 30.004 Menschen seien seit Beginn der Epidemie in Frankreich ums Leben gekommen, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend mit. In den vergangenen 24 Stunden seien in den Krankenhäusern 25 Corona-Tote hinzugekommen. Die Zahl der Toten in Pflegeeinrichtungen werde erst am 15. Juli wieder aktualisiert.

In Frankreich galten von Mitte März an rund zwei Monate sehr strenge Ausgangsbeschränkungen. Seit dem 11. Mai wurden die Regelungen gelockert. Restaurants haben im ganzen Land wieder geöffnet, auch Museen und Sehenswürdigkeiten können wieder besucht werden. Das Land war von der Pandemie schwer getroffen, zeitweise waren Krankenhäuser überlastet. Die Lage hat sich nun entspannt. (dpa)

Italien will Corona-Notstand verlängern

Die italienische Regierung will den wegen des Coronavirus ausgerufenen Notstand verlängern. „Wir bewegen uns auf eine Verlängerung des Ausnahmezustands zu“, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag in Venedig. „Wenn wir den Ausnahmezustand nicht verlängern, hätten wir nicht mehr die Mittel und Instrumente, (...) um weiter zu überwachen und um einzugreifen.“ Wie lange der Notstand gelten soll, ist unklar. Medien berichteten von einem Zeitraum zwischen Dezember 2020 und Januar 2021.

Conte hatte den Notstand am 31. Januar für sechs Monate ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das Virus nachgewiesen worden war. Mittlerweile sind im Zuge der Pandemie rund 35 000 Menschen gestorben. Die Infektionszahlen sind in Italien aber nach einem langen und harten Lockdown mittlerweile niedrig. Befürchtet wird aber eine zweite Welle. (dpa)

Hersteller Gilead: Remdesivir senkt Sterberisiko bei Corona 

Das Medikament Remdesivir kann nach Angaben des Herstellers das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf der Corona-Krankheit Covid-19 deutlich vermindern. Eine neue Analyse würde eine Senkung des relativen Sterberisikos um 62 Prozent zeigen, wie das US-Pharmaunternehmen Gilead am Freitag auf der Welt-Aids-Konferenz bekanntgab. Remdesivir ist das einzige in der EU zugelassene Medikament zur spezifischen Behandlung von Covid-19.

Demnach lag bei der Standardtherapie an Tag 14 nach Behandlungsbeginn die Sterblichkeit von schwer an Covid-19 erkrankten Patienten bei 12,5 Prozent. Wurden Patienten zusätzlich mit Remdesivir behandelt, starben nur 7,6 Prozent. Unter Berücksichtigung dieser Zahlen und anderer patientenbezogener Faktoren kommt Gilead dann auf das um 62 Prozent gesenkte Sterberisiko durch das Medikament. (dpa-AFX)

Corona-Fall: Urlauber-Familie muss Sylt verlassen

Wegen eines Corona-Falls in ihrer Mitte hat eine Urlauber-Familie Sylt verlassen müssen. Wie die Kreisverwaltung am Freitag mitteilte, war dem Gesundheitsamt am Vortag das positive Testergebnis gemeldet worden. „Die Insel ist momentan voller Touristen – dementsprechend war Eile geboten“, sagte die Leiterin des amtsärztlichen Dienstes des Kreis-Gesundheitsamtes, Heike Dorothea Hill. In den frühen Morgenstunden sei die Familie mit ihrem Auto abgereist. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass sich die Person bereits vor ihrer Anreise außerhalb von Nordfriesland angesteckt hat.

Die infizierte Person erhielt eine Quarantäneanweisung bis zur Abreise. Das Kreis-Gesundheitsamt ermittelte darüber hinaus eine Kontaktperson, die umgehend in Quarantäne geschickt wurde. Weitere enge Kontaktpersonen gebe es nicht. (dpa)

Mehr Neuinfektionen: Lettland nimmt Corona-Lockerungen zurück 

Lettlands Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen bereits aufgehobene Einschränkungen wieder eingeführt. Zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus ordnete das Kabinett in Riga am Freitag neue Vorgaben für Gastronomiebetriebe zum 11. Juli an. In Restaurants und Bars dürfen Gäste im Inneren maximal zu viert an einem Tisch sitzen, im Freien liegt die Grenze bei acht Personen. Ebenso wie Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen dürfen sie zudem nur noch bis Mitternacht statt bislang 2.00 Uhr geöffnet haben.

Mit den Beschränkungen solle ein größerer Corona-Ausbruch rechtzeitig verhindert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung. In Lettland habe es eine längere Zeitspanne mit wenigen Neuinfektionen gegeben. In den vergangenen vier Tagen sei aber eine stärkere Zunahme neuer Fälle festgestellt worden.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Ilze Vinkele ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen zwei Wochen pro 100.000 Einwohner in Lettland von 0,7 auf 2,8 gestiegen. Das baltische EU-Land mit 1,9 Millionen Einwohnern hat damit aber im internationalen Vergleich weiterhin eine niedrige Infektionsrate. Lettland verzeichnete bislang 1165 bestätigte Infektionen und 30 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. (dpa)

Umfrage: Deutsche befürchten Corona-Ausbreitung durch Urlaubsreisen

Die Mehrheit der Bürger in Deutschland befürchtet, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellen ZDF-«Politbarometer» hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben. Allerdings halten nur 40 Prozent, also zwei von fünf Bürgern, ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet. 64 Prozent aller Befragten nannten Corona als das wichtigste politische Problem für Deutschland, auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand die wirtschaftliche Lage (17 Prozent). (dpa)

Virologe Hendrick Streeck: „Ich rechne damit, dass es eine zweite, eine dritte Welle geben wird“

Der Virologe und Leiter der Heinsbergstudie Hendrik Streeck warnt vor zu großem Optimismus in Hinsicht auf die Bekämpfung des Corona-Virus. In der ZDF-Talkshow Maybrit Illner sagte Streeck am Donnerstag: „Wir müssen uns von diesem Gedanken verabschieden, dass wir das Virus irgendwie komplett austreiben können“. Nach Überzeugung des Professors wird es immer wieder zu Masseninfektionen mit dem Covid-19-Virus kommen.

„Wir haben so ein dauerndes Auf- und Abwabern, wie wir das bei allen Corona-Viren kennen“, sagte Streeck weiter. „Mit Hotspots wie in Gütersloh werden wir immer wieder rechnen müssen.“ Der Virologe rechnet nach eigener Aussage zudem damit, „dass es eine zweite, eine dritte Welle geben wird“.

In Hinblick auf den Umgang mit dem Coronavirus innerhalb der Gesellschaft sagte Streeck weiter: „Wir können nicht auf ein Allheilmittel, auf einen Impfstoff oder ein Medikament warten.“ Vielmehr müssten „wir die Souveränität erlangen, dass unser Alltag nicht ‚nach Corona‘ ist, sondern ‚mit Corona‘ sein wird“. (tn)

Scholz: Krise könnte Anfang 2022 überwunden sein

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hält ein Ende der wirtschaftlichen Corona-Krise in rund eineinhalb Jahren für möglich. Wenn es gut laufe, "können wir vielleicht schon Anfang 2022 oder etwas früher in diese Situation kommen, dass wir an die Wirtschaftsleistung vor der Krise anknüpfen können", sagte er am Freitag im SWR-"Interview der Woche". Er erwarte von den Unternehmen, dass sie nach der Krise die staatliche Hilfe nicht vergessen. Das sei nach der Bankenkrise der Fall gewesen.

Die Regierung habe mit dem Stabilisierungsprogramm am Anfang der Krise und zuletzt mit dem Konjunkturpaket zwei Mal "schnell und groß gehandelt", sagte Scholz. Daher hoffe er, "dass wir schneller aus dem Schlamassel raus sind als manche gegenwärtig befürchten". Es sei aber klar, dass "wir die Erholung unserer Wirtschaft nicht im Alleingang schaffen". (AFP)

Hongkong schließt Schulen nach neuem Coronavirus-Ausbruch

Als Reaktion auf einen neuen Coronavirus-Ausbruch werden Schulen und Kindergärten in Hongkong wieder geschlossen. Die Sommerferien beginnen damit am Montag eine Woche früher als geplant. Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungsregion kündigten die Maßnahme am Freitag an, nachdem am Donnerstag 34 lokale Erkrankungen gemeldet wurden - so viele wie noch nie an einem Tag. Weitere 32 lokale Infektionen kamen am Freitag hinzu. Auch Abstands- und Hygieneregeln etwa in Bars, Restaurants und Fitnessstudios wurden wieder verschärft.

Die Metropole mit ihren mehr als sieben Millionen Einwohnern gilt bislang als äußerst erfolgreich im Kampf gegen das Virus: Seit Januar gab es 1404 Infektionen und sieben Todesfälle. Zuletzt war über einen Zeitraum von drei Wochen keine lokale Infektion mehr gemeldet worden. (dpa)

Giffey gegen neuerlichen Lockdown im Fall einer zweiter Corona-Welle

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich dagegen ausgesprochen, das öffentliche Leben im Fall einer zweiten Corona-Welle erneut auf breiter Front einzuschränken. "Stattdessen müssen wir punktuell und regional auf die jeweilige Entwicklung reagieren", sagte die SPD-Politikerin dem "Focus". Die Kita- und Schulschließungen zu Beginn der Pandemie bezeichnete sie als richtig: "Wir mussten ein Szenario wie in Italien verhindern und dafür sorgen, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird." Das sei gelungen.

Mit Blick auf das neue Schuljahr forderte sie Verhaltens- und Hygieneregeln sowie Teststrategien, damit Schulen und Kitas so gut wie möglich im Regelbetrieb laufen könnten. "Kitakinder und Schulkinder sollten möglichst immer in ihren Gruppen und Klassenverbänden bleiben, damit sie sich nicht so sehr durchmischen. So können wir die Infektionswege begrenzen", sagte sie. "Zudem müssen wir uns auf hybriden Unterricht vorbereiten. Präsenzunterricht und digitales Lernen sollten mehr verbunden werden." (dpa)

Corona-Neuinfektionen in Israel steigen auf Rekordwert

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden für Donnerstag 1464 Fälle gemeldet - so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 35 500 Infizierte registriert. Zum Vergleich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neun Mal mehr Einwohner als Israel.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. In der Nacht auf Freitag verhängte die Regierung Ausgangsbeschränkungen für Teile von fünf Städten, darunter auch Jerusalem. Zur Abmilderung der ökonomischen Folgen hatte die Regierung kurz zuvor ein milliardenschweres Hilfspaket vorgestellt. (dpa)

Mallorca führt strenge Maskenpflicht ein - wegen "Nachlässigkeit"

Nach Katalonien wollen auch die bei deutschen Touristen sehr beliebten Baleareninseln Mallorca wegen Corona eine äußerst strenge Maskenpflicht einführen. Der Beschluss mit den Details werde noch erarbeitet und solle am Montag in Kraft treten, teilte die Regionalregierung am Donnerstag in Palma mit. Auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera werden somit alle Menschen in der Öffentlichkeit selbst dann Mund- und Nasenschutz tragen müssen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

Laut der Regierung werden Pools und Strände von der Maskenpflicht ausgenommen sein. Auch in Bars, Cafés und Restaurants wird man keinen Mund- und Nasenschutz tragen müssen, solange gegessen und getrunken wird. Bei privaten Zusammenkünften wird voraussichtlich nach eine Obergrenze von 70 Personen im Freien und 30 Personen in geschlossenen Räumen gelten. Die Details der Verordnung stehen noch nicht endgültig fest. In der Mitteilung der Regionalregierung werden zum Beispiel sportliche Aktivitäten nicht erwähnt. (dpa)

395 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland, R-Wert niedrig

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 178 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 10.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben

9054 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 184 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 9.7., 0.00 Uhr, bei 0,66 (Vortag: 0,70). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Quarantäne-Pflicht in England für Reisende aus Deutschland endet

Reisende aus Deutschland müssen sich ab Freitag bei einer Einreise nach England nicht mehr in Corona-Quarantäne begeben. Auch für Ankömmlinge aus Frankreich, Spanien und Italien gilt die Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus dann nicht mehr. Die Vorschrift, wonach Einreisende sich für zwei Wochen in Isolation begeben müssen, war am 8. Juni für ganz Großbritannien in Kraft getreten.

Großbritannien ist das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas. Mehr als 288.000 Ansteckungen wurden nachgewiesen, mehr als 44.000 Infizierte starben. Mittlerweile hat sich das Infektionsgeschehen abgeschwächt. Deutschland hat mit weniger als 200.000 Infizierten und gut 9000 Todesopfern deutlich niedrigere Fallzahlen. (AFP)

Mehr als 65.000 Corona-Neuinfektionen: USA verzeichnen abermals Rekordhoch

In den USA ist die Zahl der täglich festgestellten Neuinfektionen mit dem Coronavirus abermals auf ein neues Rekordhoch angeschwollen. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt, wie aus am Donnerstagabend (Ortszeit) von der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Zahlen hervorging. Der vorherige 24-Stunden-Rekord lag bei 60.209 Infektionsfällen und war am Dienstag verzeichnet worden.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Universität zufolge inzwischen bei 3,1 Millionen. Auch wurden demnach seit Mittwoch weitere 1000 Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle durch die Infektion stieg damit auf 133.195.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden. (AFP)

US-Experte Fauci: Einige Bundesstaaten haben sich zu früh geöffnet

Nach Einschätzung von US-Immunologe Anthony Fauci sind die aktuellen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der Vereinigten Staaten auf die zu frühe Wiedereröffnung einiger Bundesstaaten zurückzuführen. "In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh", sagte Fauci dem Podcast "FiveThirtyEight", der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Experte und Regierungsberater nannte Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe. Die USA gäben verglichen mit anderen Staaten momentan kein gutes Bild ab.

Dass die USA mit momentan täglich um die 60.000 nachgewiesenen Neuinfektionen hohe Anstiege verzeichnen, führte Fauci dabei auch auf die Zerstrittenheit der amerikanischen Politik zurück: "Ich denke, man muss davon ausgehen, dass es ohne eine solche Spaltung einen koordinierteren Ansatz geben würde". Einigen Politikern in den Vereinigten Staaten, allen voran Präsident Donald Trump und einigen Gouverneuren, wurde mehrfach vorgeworfen, in der Pandemie Entscheidungen unter politischen und nicht gesundheitlichen Gesichtspunkten zu treffen. (dpa)

+++ 9. Juli +++

Virologe Schmidt-Chanasit: Lauterbachs Warnungen „hochgefährlich“

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat die Warnung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach vor einer Aufhebung der Maskenpflicht im Handel kritisiert. Masken hätten nur dort Sinn, wo Menschen auf engem Raum längere Zeit zusammen seien. „Wenn ich den Zugang so regele, dass entsprechend wenig Leute im Geschäft sind, die die Abstände dann einhalten, ist eine Maske auch nicht sinnvoll“, sagte Schmidt-Chanasit dem „Hamburger Abendblatt“. Schmierinfektionen, vor denen Lauterbach warne, seien auch nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung keine große Gefahr. „Solche Äußerungen führen zu einer Dauer-Aufgeregtheit und können zu einer Corona-Müdigkeit führen. Und das ist hochgefährlich“, meinte Schmidt-Chanasit.

Lauterbach hatte kürzlich vor einer Aufhebung der Regelung gewarnt. „Die Maskenpflicht im Handel ist eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen das Coronavirus. Es wäre das völlig falsche Signal, diese Pflicht jetzt schon wieder aufzuheben“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Rheinischen Post“. (BK)

Mallorca verschärft Maskenpflicht für alle Straßen und Plätze, hohe Strafen

Die Urlauber-Insel Mallorca plant eine drastische Verschärfung der Masken-Pflicht. Bereits ab kommenden Freitag oder Samstag soll ein Gesetz gelten, das das Tragen von Mund- und Nasenschutz überall im öffentlichen Raum vorschreibt. Das berichtet die Mallorca-Zeitung. Die Vorschrift soll auch dort gelten, wo ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter gewährleistet ist. Einzelheiten sind noch nicht bekannt, laut Mallorca Zeitung lehnt sich das Gesetz an eine ähnliche Regelung in Katalonien an. Dort blühen allen, die sich nicht an die Pflicht halten, 100 Euro Strafe. Ausnahmen gelten am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken und beim Sport. Auch Kleinkinder und Menschen mit Atemnot seien ausgenommen. (BK)

Bundesregierung: Wegen Corona-Verdacht 12 Züge angehalten

Wegen Corona-Verdachtsfällen hat die Bundespolizei nach Darstellung der Bundesregierung bislang insgesamt 12 Züge angehalten oder die Weiterfahrt verzögert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Jeweils 6 Fälle bezogen sich in den Monaten Februar bis April auf den Regional- sowie Fernverkehr. Außerdem seien der Bundespolizei weitere 48 Fälle gemeldet worden, in denen die Eisenbahnverkehrsunternehmen den Zuglauf eigenständig angepasst hätten, um entsprechende medizinische Kontrollen zu ermöglichen. (dpa)

Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag

Der Iran hat eine neue Rekordzahl an Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien 221 Patienten an dem Virus gestorben, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstag im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 12 305. Im gleichen Zeitraum wurden über 2000 Neuinfektionen erfasst. Somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Ansteckungen auf 250 458, so Sprecherin Sima Lari. Der Anstieg sei nach Einschätzung von Experten auf die Lockerungen in den vergangenen Wochen zurückzuführen. Sie hätten dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstnehme. (dpa)

Statistik: Sterberate durch Corona in Österreich kaum gestiegen

 In der Coronakrise ist die Sterberate in Österreich laut Statistik bisher nur geringfügig gestiegen. Im März und April sei die altersstandardisierte Sterberate nur ein Prozent höher gewesen als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019, teilte die Behörde Statistik Austria am Donnerstag mit. Im März und April habe die Sterblichkeit mit einem Wert von 167,1 auf 100 000 Personen zwar etwas über dem Jahr 2019 gelegen (162,4 auf 100 000 Personen), aber unter den Zahlen der Jahre 2015 und 2018.

Die altersstandardisierte Sterberate berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerungsstruktur, zum Beispiel in dem sie den wachsenden Anteil der älteren Menschen einberechnet. (dpa)

Ifo-Institut: Corona-Rezession trifft ostdeutsche Wirtschaft

Die Corona-Krise hat nach Einschätzung des Dresdner Ifo-Instituts im ersten Halbjahr zu einem massiven Konjunktureinbruch in Ostdeutschland geführt. Demnach sinkt das Bruttoinlandsprodukt im Osten laut Prognose in diesem Jahr um 5,9 Prozent, sagte der Ökonom und stellvertretende Institutsleiter Joachim Ragnitz am Donnerstag. In Sachsen könnte die Wirtschaftsleistung wegen des größeren Industrieanteils sogar um 6,4 Prozent zurückgehen. Die Industrie leide unter deutlichen Produktionsausfällen, vor allem wegen der zeitweisen Störung von Lieferketten, hieß es.

Neben dem verarbeitenden Gewerbe sind vor allem Dienstleister wie Handel und Gastgewerbe von der Krise betroffen. Bundesweit rechnet das Ifo-Institut beim Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr mit einem Minus von 6,7 Prozent. «Das Coronavirus trifft alle Regionen Deutschlands», so Ragnitz. Die Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass sich mit den Lockerungen im zweiten Halbjahr auch die Wirtschaft in Ostdeutschland langsam wieder erholt. Das Vorkrisenniveau wird laut Ifo-Institut voraussichtlich aber erst Ende 2021 wieder erreicht. (dpa)

Für Corona-Tote: Regierungsbehörde bereitet Zehntausende Gräber vor

Eine Corona-Teststelle im Ortsteil Diepsloot in Johannesburg
Foto: AP/Themba Hadebe

In Südafrika bereiten die Behörden bei Johannesburg wegen der nach offiziellen Angaben rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen Zehntausende Gräber vor. Das berichtet dpa am Donnerstag. Die Gauteng-Provinz, zu der neben Johannesburg auch die exekutierende Hauptstadt Pretoria gehört, wolle „auf plötzlichen Bedarf reagieren können“, sagte der regionale Gesundheitsminister Bandile Masuku.

Zuvor hatte Masuku einen neuen Friedhof besucht. Auf die Frage nach der Zahl der künftigen Grabstätten hatte er erklärt: „Die Zahl liegt bei rund 24.000, mit einer möglichen Aufstockung auf 36.000“. Es sei eine „unangenehme Aufgabe“. Auch in weiteren Kommunen würden Plätze gesucht und Land angekauft.

Das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg hat die Westkap-Provinz um Kapstadt nach Behördenangaben mittlerweile als Schwerpunktregion mit den meisten Fällen abgelöst. Die Provinz Gauteng stellt demnach mit 75.015 Fällen ein Drittel aller landesweiten Fälle. Die Westkap-Provinz folgt mit 73.292 Fällen. Insgesamt hat Südafrika nach offiziellen Angaben bis zum Donnerstag 224.665 Corona-Fälle gemeldet. (tn)

Corona: Schottland-Reisende müssen nicht mehr in Quarantäne

Wer von Deutschland nach Schottland reist, muss dort nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Maßnahme werde an diesem Freitag (10. Juli) für internationale Passagiere aus 57 Staaten aufgehoben. Darüber informiert Visit Scotland unter Verweis auf eine Entscheidung der schottischen Regierung.

Zu den 57 Ländern ohne Quarantänepflicht zählen vorerst 26 europäische, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Passagiere aus diesen Staaten müssen jedoch weiterhin ein Online-Formular ausfüllen sowie Kontaktdaten, Reisedaten und Adressen ihres endgültigen Aufenthaltsorts angeben, wie Visit Scotland erläutert. Zuvor hatte bereits England entschieden, die verpflichtende Quarantäne von 14 Tagen für Einreisende aus 59 Ländern zum 10. Juli aufzuheben. Schottland gehört wie England zu Großbritannien. (dpa)

Zahl der Gästeübernachtungen liegt im Mai fast 75 Prozent unter Vorjahresniveau

Die Zahl der Gästeübernachtungen ist in Deutschland infolge der Corona-Pandemie auch im Mai deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag aufgrund vorläufiger Ergebnisse mitteilte, zählten die Beherbergungsbetriebe 11,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste und damit 74,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Ursache war demnach wie beim historischen Einbruch im April das im März verhängte Beherbergungsverbot für privat reisende Gäste.

"Abgemildert wurde die Entwicklung jedoch dadurch, dass die Betriebe je nach Bundesland ab Mitte bis Ende Mai wieder für diese Gästegruppe geöffnet werden durften", erklärten die Statistiker. Für Geschäftsreisende standen demnach 42 000 der etwa 52 500 statistisch erfassten Beherbergungsbetriebe offen, viele von ihnen boten in der zweiten Monatshälfte auch wieder private Übernachtungen an.

Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland nahmen den Angaben zufolge im Vergleich zum Mai 2019 sogar um 90,9 Prozent auf rund 700.000 ab. Die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste verringerte sich um 71,5 Prozent auf 10,5 Millionen. Von Januar bis Mai verbuchten die Beherbergungsbetriebe laut den Statistikern insgesamt 88,1 Millionen Übernachtungen, 48,7 Prozent weniger als im Vorjahr. (AFP)

Corona-Ausgangssperre für Melbourne in Kraft - mehr als fünf Millionen Menschen betroffen

Wegen eines starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen gilt für die Einwohner der australischen Metropole Melbourne seit Donnerstag erneut eine Ausgangssperre. Die mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes dürfen seit Mitternacht ihre Häuser nur noch aus wichtigen Gründen verlassen. Die Ausgangssperre gilt für mindestens sechs Wochen.

Für Teile von Melbourne galt, unter anderem wegen neuer Infektionsherde in mehreren Hochhäusern, bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Nun wurde die Maßnahme auf die gesamte Metropolregion ausgeweitet.

Die Betroffenen dürfen wieder nur für ihre Arbeit, Sport im Freien, Arztbesuche und unabdingbare Einkäufe nach draußen, Restaurants und Cafés dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. Auch der Schulunterricht findet wieder zu Hause statt. (AFP)

Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Mexiko erreicht neuen Höchststand

In Mexiko hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekordstand erreicht. In den vergangenen 24 Stunden seien 6995 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf 275.003, die Zahl Todesopfer in dem lateinamerikanischen Land beträgt 32.796. Damit ist Mexiko weltweit das am fünftstärksten von der Pandemie betroffene Land.

Hugo López-Gatell vom mexikanischen Gesundheitsministerium, der für die Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zuständig ist, betonte, dass sich die landesweite Ausbreitung des Virus dennoch verlangsame. Die Epidemie sei weiter "aktiv, aber der Anstieg der Fallzahlen bedeutet nicht, dass sie sich beschleunigt", sagte der Regierungsvertreter bei einer Pressekonferenz.

Im südamerikanischen Peru stieg die Zahl der Corona-Toten derweil auf über 11.000. Nachdem binnen 24 Stunden weitere 181 Infizierte gestorben seien, belaufe sich die landesweite Opferzahl nun auf 11.133, teilte das Gesundheitsministerium in Lima mit. Die Zahl der Infektionen stieg um 3633 auf 312.911.

Damit ist das 33-Millionen-Einwohner-Land nach Brasilien das Land mit den höchsten Infektionszahlen in Lateinamerika. Allerdings ist seine Opferzahl deutlich geringer als in Brasilien und Mexiko. (AFP)

442 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197 783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 9.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9048 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag.

Bis Dienstag hatten etwa 183 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden (Stand 8.7., 0.00 Uhr). Das waren etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,70 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Maßnahme in Corona-Krise: Ryanair und Flugbegleiter einigen sich auf Gehaltskürzungen

Die schwer von der Corona-Krise getroffene irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat sich mit dem Kabinenpersonal auf eine Kürzung der Gehälter um bis zu zehn Prozent geeinigt. Mit der Maßnahme sollen die Stellen aller Flugbegleiter in Großbritannien gesichert werden, wie die Gewerkschaft Unite am Mittwoch mitteilte.

"Unite stand einer Reihe unglaublich schwieriger Herausforderungen im Luftfahrtsektor gegenüber", erklärte die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Diana Holland. "Die Vereinbarung mit Ryanair zeigt, dass der Konzern einen konstruktiveren und weniger schädlichen Ansatz im Umgang mit den Problemen gewählt hat als viele seiner Wettbewerber", fügte sie hinzu.

Die Vereinbarung sieht eine Gehaltsreduzierung für das in Großbritannien angestellte Kabinenpersonal von bis zu zehn Prozent über einen Zeitraum von vier Jahren vor. Ein ähnliches Abkommen hatte der irische Billigflieger bereits mit der Pilotengewerkschaft Balpa erzielt.

Im Mai hatte Ryanair Pläne zum Abbau von 3000 Stellen bekanntgegeben. Zur Begründung nannte das Unternehmen die massiven Einbrüche im Fluggeschäft durch die Corona-Pandemie. Nach Angaben von Ryanair ging die Zahl der Passagiere im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 97 Prozent zurück. Ryanair beschäftigt weltweit 18.000 Mitarbeiter. (AFP)

Menschenansammlungen: SPD-Fraktionschef in NRW will technische Lösung

Um Menschenansammlungen während der Corona-Pandemie besser kontrollieren zu können, schlägt der Vorsitzende der SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen eine technische Lösung vor. "Wenn belebte Kaufhäuser die Personenanzahl anonymisiert erfassen können, so muss dies technisch auch für belebte Plätze und Orte möglich sein", sagte Thomas Kutschaty der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Man dürfe große Ansammlungen gar nicht erst entstehen lassen. In den vergangenen Wochen hatte die Polizei wegen zu geringen Mindestabstands mehrere Menschenansammlungen in Düsseldorf und Köln aufgelöst. Auch in anderen Städten kam es zu solchen Vorfällen. (dpa)

Wegen Corona-Einschränkungen: Erneut Demonstrationen und Unruhen in Serbien

Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic sind in der serbischen Hauptstadt Belgrad und anderen Städten des Balkanlandes am Mittwochabend erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straßen gegangen. Die Polizei setzte nach Medienberichten erneut Tränengas und Knüppel gegen die Demonstranten ein. Auch berittene Polizei kam zum Einsatz. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten. (dpa)

USA: Intensivbetten werden knapp - Ansteckungen bei Trump-Wahlveranstaltung

Nach Corona-Rekordzahlen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich in dem Land weiter keine Entspannung ab. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona verzeichneten auch am Mittwoch hohe Infektionsraten, teilweise wurden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp. Am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 laut Johns-Hopkins-Universität (JHU) bei mehr als 60 000 an einem einzelnen Tag gelegen - die bei weitem höchsten Zahlen bislang.

Die Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führen den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf einen Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump zurück. Der Auftritt sowie andere Veranstaltungen hätten "mehr als wahrscheinlich" zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa.

Trotzdem plant Präsident Donald Trump weitere Wahlkampfveranstaltungen. An diesem Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie "freiwillig alle Risiken" übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber "stark ermuntert", bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es. (dpa)

Umfrage: Verbraucher rechnen mit anhaltenden Corona-Einschränkungen

Die Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) rechnet damit, dass die coronabedingten Einschränkungen noch mindestens sechs Monate den eigenen Alltag prägen werden. Jeder vierte befürchtet sogar, dass das Leben auch in mehr als einem Jahr noch nicht wieder "normal" verlaufen wird. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor, für die mehr als 1000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt wurden. Rund 47 Prozent der Befragten erwarten dagegen innerhalb der nächsten sechs Monate eine Rückkehr zur Normalität.

Zurzeit sind die Verbraucher in Deutschland der Umfrage zufolge von Normalität allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet in den nächsten Monaten finanzielle Einbußen durch die Corona-Krise. Und viele sind mit ihren Aktivitäten angesichts der Pandemie noch vorsichtig. So wollen in den nächsten zwei Wochen nur 20 Prozent der Befragten ein Fitnessstudio besuchen und nur 7 Prozent mit dem Flugzeug reisen. Rund 58 Prozent der Befragten wollen überfüllte öffentliche Plätze meiden. (dpa)

ZDF-Fernsehrat: TV-Programm darf durch Corona nicht schlechter werden

Der ZDF-Fernsehrat dringt darauf, die Qualität des TV-Programms trotz der Ausfälle und der Verschiebungen durch die Corona-Krise aufrechtzuerhalten. «Das sehen wir als Fernsehrat auch mit einem großen Interesse, dass das Programm nicht schlechter, sondern möglicherweise sogar besser wird», sagte die Vorsitzende Marlehn Thieme der Deutschen Presse-Agentur.

Der Fernsehrat ist ein Gremium, das sich für die Interessen der Allgemeinheit mit Blick auf die Programmarbeit des ZDF einsetzt. Der Rat setzt sich aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen - darunter Sport, Kirche, Politik, Kultur, Soziales - zusammen und ist nicht an Weisungen gebunden. Thieme betonte, jetzt gelte es, dass trotz Produktionsunterbrechungen und höherer Kosten in der Produktion wie Hygienemaßnahmen «auch gutes und fast mehr Programm passieren muss». Viele Großereignisse im Sport fallen aus, wie etwa die Fußball-Europameisterschaft, die im Programmplan vorgesehen waren. «Dafür muss man mit Kreativität auch anregendes Programm finden», warb Thieme. (dpa)

+++ 8. Juli +++

Mehr als 8500 bestätigte Corona-Infektionen in Berlin

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin um 35 auf 8536 gestiegen. Im Krankenhaus würden derzeit noch 87 Patienten behandelt, davon 29 auf der Intensivstation, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mit. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben den Angaben zufolge seit März 216 Menschen, womit sich die Zahl um einen erhöhte. 7828 Infizierte sind inzwischen genesen. Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. (dpa)

Spahn: Maskenpflicht "lieber drei Wochen zu spät" aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in Berlin bei einer Online-Diskussion. Dafür gelte aus seiner Sicht: "Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh." Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein "relatives mildes Mittel". Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen. (dpa)

Sterne-Koch Raue: Berlin muss wieder vibrieren

Berlin müsse aufpassen, nicht hinten runterzufallen, "denn wir haben eine einzigartige Atmosphäre gehabt", so der Sternekoch. 
Foto: picture alliance/dpa

Berlin muss aus Sicht von Sterne-Koch Tim Raue auch in der Corona-Krise zu seinen Szene-Werten zurückfinden. "Die Stadt ist immer deswegen in den letzten Jahren und Jahrzehnten gewachsen, weil es ein Ort war, der vibriert hat", sagte Raue am Mittwoch in Berlin. Für die Einzigartigkeit und gelebte Diversität müssten entsprechend Orte geöffnet werden.

Es kämen nicht so viele Menschen wie für den Sommer erwartet nach Berlin, "weil die Stadt im Moment einfach nicht vibriert". Die "sozialen Orte" fehlten. "Wir müssen diese Orte wiederbeleben. Das ist der Unterschied, den diese Stadt ausgemacht und das Wachstum ermöglicht hat", sagte Raue. Die Räume seien entscheidend, damit die Menschen sich auf besondere Art und Weise entfalten könnten. "Wenn wir diese Plätze nicht zur Verfügung stellen, gehen die Menschen woanders hin." Berlin müsse aufpassen, nicht hinten runterzufallen, "denn wir haben eine einzigartige Atmosphäre gehabt".

Raue hatte sich gemeinsam mit einem Bündnis beispielsweise aus Musikern, DJs, Club- und Festivalbetreibern, Messeveranstaltern, Hoteliers und Gastronomen in einem offenen Brief an Senat und Abgeordnete ("außer AfD") stark gemacht für "strukturelle Änderungen und Erleichterungen, die das urbane Leben Berlins nach der Pandemie aus einem tödlichen Eindämmungsschlaf erwecken" (dpa)

USA verzeichnen erstmals mehr als 60.000 Corona-Neuinfektionen am Tag

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 60.000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Mittwoch lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 60 021. Den zuvor höchsten Wert verzeichnete JHU mit gut 54.000 Fällen am vergangenen Donnerstag. Bis November könnten nach einem weithin beachteten Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle in den USA insgesamt rund 208.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben.

Der deutliche Anstieg der täglichen Fallzahl könnte auch auf eine verzögerte Meldung von Fällen nach dem langen Feiertags-Wochenende zurückzuführen sein, am Vortag waren noch rund 45.000 Neuinfektionen registriert worden. Das gilt auch für die Zahl der Toten, die am Dienstag der JHU zufolge sprunghaft von 325 auf 1195 anstieg. (dpa)

Bislang 324 Testungen nach Corona-Fall in Neuruppiner Kita

Im Zusammenhang mit dem Corona-Fall in einer Neuruppiner Kita (Ostprignitz-Ruppin) sind bislang 324 Menschen getestet worden. Sieben positive Fälle seien dabei festgestellt worden, teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Rund 350 Kontaktpersonen konnten ermittelt werden. Das Ende der Fahnenstange sei damit aber noch nicht erreicht, hieß es. Es würden weitere Kontakte gesucht.

Am 1. Juli war die Infektion einer Mitarbeiterin der Kita bekannt geworden. Inzwischen sind nach den Angaben zwei Kinder und fünf Erwachsene mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Der jüngste Patient ist zwei Jahre alt, der älteste 64 Jahre. Die Kindertagesstätte bleibt vorerst geschlossen. (dpa)

Italien: Krankenhaus in Bergamo erstmals ohne Covid-Fälle auf Intensivstation

Es war emotional und symbolträchtig: In Bergamo hat das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII nach rund dreieinhalb Monaten Corona-Krise den ersten Tag ohne Covid-19-Patienten auf der Intensivstation gefeiert. Dafür gab es beim Personal "befreienden Applaus", aber auch eine Gedenkminute für die Toten, wie italienische Medien am Mittwoch schrieben. Die Stadt Bergamo in der Lombardei stand seit Februar im Zentrum des Virus-Ausbruchs in Italien. Das große Hospital Papa Giovanni XXIII gehört zu den symbolischen Orten für die Corona-Krise in dem Land. Drastische Bilder von Covid-19-Kranken in überfüllten Sälen und Gängen gingen um die Welt. (dpa)

Katalonien führt ungewöhnlich strenge Maskenpflicht ein

Katalonien hat wegen lokaler Corona-Ausbrüche eine ungewöhnlich strenge Maskenpflicht angeordnet. Von diesem Donnerstag an müssen in der nordostspanischen Region alle Personen ab dem Alter von sechs Jahren in der Öffentlichkeit selbst dann einen Mund- und Nasenschutz tragen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Das teilte Regionalpräsident Quim Torra am Mittwoch in der Regionalhauptstadt Barcelona mit. Bei Verstößen wird ein Bußgeld von 100 Euro fällig.

Ob Katalanen und Besucher der Region zum Beispiel auch in Cafés und Restaurants Maske tragen müssen, blieb zunächst unklar. Die regionale Gesundheitsministerin Alba Vergés sagte, die Maskenpflicht entfalle nur dort, wo sie sich nicht mit einer Tätigkeit vereinbaren lasse. Als Beispiel nannte sie Sport oder den Strand. Aber auf dem Weg ans Meer oder zum Sport müsse eine Maske getragen werden. Eine zeitliche Limitierung der Maßnahme wurde nicht bekannt. (dpa)

Drei Koblenzer Studentenwohnheime wegen Corona unter Quarantäne

Wegen einiger Corona-Fälle sind drei Koblenzer Studentenwohnheime unter Quarantäne gestellt worden. Drei Bewohner hätten Symptome gespürt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor.

Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Gebäuden ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden. (dpa)

Oberverwaltungsgericht NRW: Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen

Das aktuelle Betriebsverbot für Clubs und Diskotheken in Nordrhein-Westfalen zum Schutz vor Corona ist laut dem Oberverwaltungsgericht des Landes rechtmäßig. Das entschied das OVG am Mittwoch nach der Klage einer Kölner Diskothek-Betreiberin, wie das Gericht mitteilte. Es sei nicht zu beanstanden, wenn das Land annehme, dass in Clubs und Diskotheken ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Besucher hielten sich dort dicht aneinander gedrängt auf oder tanzten - und das in üblicherweise schlecht belüfteten Räumen und bei häufig wechselnden Gästen.

Das OVG geht auch nicht davon aus, dass die Einhaltung des Mindestabstands und das Tragen einer Gesichtsmaske bei einer Öffnung von Clubs und Diskotheken realistisch wäre. Die branchenweite Untersagung des Betriebs nach der Coronaschutzverordnung NRW sei daher rechtlich nicht zu beanstanden. Die Antragstellerin hatte argumentiert, dass die fortdauernde Anordnung der Betriebsschließung ohne angemessenen finanziellen Ausgleich rechtswidrig sei. Der OVG-Beschluss ist nicht anfechtbar. (dpa)

Merkel wirbt in Brüssel für umstrittenen EU-Wiederaufbauplan

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch im Europaparlament in Brüssel das Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorgestellt. Nach der Begrüßung durch Parlamentspräsident David Sassoli betonte die Kanzlerin am Mittwoch, die EU stehe durch die Corona-Krise "vor einer nicht gekannten Situation des wirtschaftlichen Einbruchs". Der nun geplante Corona-Hilfsfonds dürfe aber nicht nur dazu dienen, den früheren Zustand wieder herzustellen, sondern müsse auch genutzt werden, um "einen Schritt in die Zukunft zu gehen".

Merkel warb in diesem Zusammenhang noch einmal um einen ambitionierten Wiederaufbauplan. Das Geld, das man jetzt dafür wolle, solle nicht einfach investiert werden, um wieder hinzukommen, wo man gewesen sei, "sondern um auch einen Schritt in die Zukunft zu gehen". Als Beispiele nannte sie den Klimawandel und die Digitalisierung.

Am Abend ist ein Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident Charles Michel und Parlamentspräsident David Sassoli geplant. Dabei geht es um die Vorbereitung des EU-Sondergipfels Mitte Juli, bei dem eine Einigung über den nächsten Sieben-Jahres-Haushalt der EU und den milliardenschweren Hilfsplan zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise angestrebt wird. (AFP)

Dänemark führt Corona-Pass für Reisende ein

Touristen aus Dänemark haben von nun an die Möglichkeit, sich vor der Abreise eine coronafreie Gesundheit bescheinigen zu lassen. Mit Hilfe eines sogenannten Covid-19-Passes sollen die Dänen für den Fall gewappnet sein, wenn sie auf Reisen ins Ausland einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, um zum Beispiel einer Quarantäne nach der Einreise aus dem Weg zu gehen. Wie das dänische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, ist es möglich, sich vor der Abreise aus Dänemark in einem Zentrum testen zu lassen, um eine entsprechende offizielle Dokumentation auf Reisen bei sich haben zu können. (dpa)

Covid-19-Studien: Infektion bedeutet wohl nicht automatisch Immunität

Mehrere Studien nähren Zweifel daran, dass eine Corona-Infektion zwangsläufig Immunität gegen eine neue Erkrankung zur Folge hat. Gerade bei Menschen, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, waren schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar. die Beobachtungen wecken Zweifel an der Aussagekraft von Antikörper-Tests und an den derzeit diskutierten Immunitätspässen. Auch für die Entwicklung eines Impfstoffs wäre ein möglichst genaues Verständnis der Immunantwort auf Sars-CoV-2 zentral.

Die Immunantwort scheint bei Menschen uneinheitlich auszufallen. Grundsätzlich kann das Immunsystem etwa mit sogenannten T-Zellen auf Krankheitserreger reagieren. Manche T-Zellen aktivieren B-Zellen, die dann Antikörper bilden. Antikörper binden an bestimmte Merkmale von Erregern und können diese so inaktivieren.

Auf den ersten Blick scheint das Vorhandensein spezieller Antikörper ein guter Hinweis auf eine frühere Infektion zu sein. Allerdings fand eine Untersuchung des Universitätsspitals Zürich bei Menschen mit milden oder asymptomatischen Verläufen keine sogenannten IgG-Antikörper im Blut. Diese sind wichtig für das Immungedächtnis - damit das Immunsystem bei erneutem Kontakt mit dem Erreger stärker und schneller reagiert. Die Studie ist bislang nur ein Preprint - ist also weder von Experten begutachtet noch in einem Fachjournal publiziert.

Eine weitere als Preprint veröffentlichte Untersuchung des Lübecker Gesundheitsamts fand bei 30 Prozent von 110 Corona-Infizierten mit ebenfalls höchstens mäßigen Covid-19-Symptomen keine Antikörper. Und im Fachblatt "Nature Medicine" berichten Forscher aus China, dass bei Infizierten ohne Symptome die Antikörper-Konzentration im Blut bereits nach kurzer Zeit deutlich sank. (BK/dpa)

EU genehmigt Corona-Stabilisierungsfonds des Bundes

Die EU-Kommission hat den von der Bundesregierung eingerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zur Unterstützung von Unternehmen in der Corona-Krise genehmigt. Der Fonds erfülle die Voraussetzungen für die wegen der Pandemie gelockerten EU-Bestimmungen für staatliche Beihilfen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Die Bundesregierung hat den Fonds bereits für das Unterstützungspaket für die Lufthansa genutzt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) begrüßte die Zustimmung der EU-Kommission. Der WSF sei ein "wichtiger Baustein" im Corona-Hilfsprogramm der Bundesregierung, erklärte Scholz. "Der Fonds ist mit der nötigen Finanzkraft ausgestattet, um unsere Volkswirtschaft, Arbeitsplätze und Unternehmen zu schützen." Das sei eine "gute Nachrichten" für alle Unternehmen und deren Beschäftigte, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds richtet sich an große Unternehmen, die entsprechend umfassende Hilfspakete benötigen. Er enthält 100 Milliarden Euro für Kapitalmaßnahmen - etwa stille Beteiligungen oder der Erwerb von Anteilen an Unternehmen - sowie 400 Milliarden Euro für Bürgschaften. (AFP)

Kärnten: Maskenpflicht in Touri-Hotspots - Angst vor "Sommer-Ischgl"

Das auch bei deutschen Urlaubern beliebte österreichische Bundesland Kärnten verhängt eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee soll im öffentlichen Raum jede Nacht von 21.00 Uhr bis 2.00 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Verordnung wird noch ausgearbeitet und soll am Freitag in Kraft treten, wie die Landesregierung am Mittwoch ankündigte. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien.

Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560.000 Einwohnern und aktuell nur 14 Corona-Fällen verzeichnet seit Mai wieder einen zunehmenden Touristenandrang. Seit Wochen gibt es Sorgen über damit einhergehende Gesundheitsrisiken. Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan. (dpa)

Eine neue Corona-Infektion in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen in Brandenburg ist um einen bestätigten Fall gestiegen. Zwar seien drei neue Infektionen hinzugekommen, je ein Fall in den Kreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Potsdam-Mittelmark, berichtete das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Potsdam. Im Kreis Märkisch-Oderland würden aber zwei Infektionen als Korrektur abgezogen, so dass von Dienstag auf Mittwoch rechnerisch ein Fall hinzukam. Solche Korrekturen treten öfter auf, zum Beispiel, wenn sich herausstellt, dass jemand doch nicht infiziert ist oder nicht aus dem jeweiligen Kreis stammt, dem er anfangs zugeordnet wurde.

Seit Anfang März hat Brandenburg 3502 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 erfasst. Seitdem starben 172 Corona-Patienten, diese Zahl hat sich seit mehreren Tagen nicht mehr erhöht. Als genesen gelten rund 3240 Menschen, 10 mehr als am Vortag. Die rechnerische Zahl der Erkrankten liegt bei rund 90 nach 100 zuvor. (dpa)

FDP will Ende der Einreisebeschränkungen für Partner aus Drittstaaten

FDP-Innenpolitiker haben Bundesinnenminister Horst Seehofer aufgefordert, die coronabedingten Einreisebeschränkungen für Partnerinnen und Partner aus Drittstaaten aufzuheben. Täglich erhielten sie Nachrichten von Menschen, die noch immer von ihren Partnerinnen oder Partnern getrennt seien, weil eine der Personen über keine Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes verfüge oder weil das Paar keinen offiziellen Familienstand habe, schrieben der Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle und der Europaabgeordnete Moritz Körner an den CSU-Politiker.

«Diese Menschen können nicht füreinander da sein, obwohl sie es dringend möchten. Dieser Zustand muss beendet werden», heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die FDP-Politiker appellieren an die Bundesregierung, bei der nächsten Stufe der schrittweisen Aufhebung der Einreisebeschränkungen für Drittstaaten dem dänischen Weg zu folgen und ähnliche Regelungen für Deutschland zu beschließen. In Dänemark dürften auch nicht verheiratete Partnerinnen und Partner einreisen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegten und eine Mindestdauer ihrer Beziehung von drei Monaten vorweisen könnten. (dpa)

Österreich warnt nun auch vor Reisen nach Bulgarien und Rumänien

Österreich spricht mit Blick auf die Corona-Infektionen nun auch für Bulgarien, Rumänien und Moldau eine Reisewarnung aus. Die Maßnahme gelte ab sofort, sagte Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch in Wien. Die Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien würden deutlich verstärkt, erklärte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Dabei kämen 1800 Polizisten zum Einsatz. Reisebusse würden ausnahmslos kontrolliert. "Bitte reisen Sie nicht in diese Länder", so der Regierungschef. Wer von dort zurückkehre, müsse in eine 14-tägige Quarantäne oder einen negativen Coronatest vorweisen.

Österreich reagiert mit diesem Schritt auf die im nahen Ausland steigenden Infektionszahlen. Vor einer Woche hatte Wien bereits eine Reisewarnung für die sechs Staaten des Westbalkans ausgesprochen. Es habe sich herausgestellt, dass in jüngster Zeit mindestens 170 Fälle von Corona-Infektionen in Österreich auf Heimkehrer aus diesen Regionen zurückzuführen seien, hieß es. Kurz warnte eindringlich davor, die Quarantäne nicht einzuhalten. Wer trotz positiven Tests aus dem Haus gehe, begehe eine Straftat. (dpa)

Pläne in Sachsen "nicht verantwortbar": Lauterbach warnt vor Fans im Stadion

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat wegen der Corona-Pandemie davor gewarnt, zu früh wieder Fans in den Stadien zuzulassen. "Fußball-Bundesliga-Spiele mit Zuschauern halte ich für nicht verantwortbar", sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) und betonte: "Auch andere Großveranstaltungen ohne Grenze nach oben sind durch Hygienekonzepte nicht wirklich sicher zu machen. Denn die Kontaktverfolgung wird bei diesen Menschenmengen natürlich nicht gelingen."

Es werde "einfach auf Risiko gespielt in der Hoffnung, es werde noch gut gehen", sagte der 57-Jährige. Solche Maßnahmen könnten "die perfekte Vorbereitung einer zweiten Welle im Herbst sein". Zuvor waren in Sachsen Überlegungen publik geworden, wonach vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden könnten. Demnach würden dann Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung, wie es Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden ausführte. (dpa)

Lage in Belgrad nach Ausschreitungen wegen Corona-Sperre wieder ruhig

In der serbischen Hauptstadt Belgrad hat sich die Lage nach Ausschreitungen wegen einer neuen Corona-Ausgangssperre wieder beruhigt. In den frühen Morgenstunden hatte die Polizei die Demonstranten aus der Umgebung des Parlaments verdrängt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug am Mittwoch berichtete.

Am späten Dienstagabend hatten Einsatzkräfte Tränengas eingesetzt, nachdem eine Gruppe von rund 100 gewalttätigen Demonstranten kurzzeitig ins Parlamentsgebäude eingedrungen war. Mehrere tausend Menschen hatten vor dem Gebäude gegen die Ankündigung neuer Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie protestiert. An der Auflösung der Menge war auch berittene Polizei beteiligt. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden 13 Polizisten und sieben Demonstranten verletzt.

Präsident Aleksandar Vucic hatte wenige Stunden zuvor erklärt, dass seine Regierung über das kommende Wochenende wieder eine generelle Ausgangssperre verhängen werde. Diese werde von Freitagabend bis Montagmorgen gelten. Es ist die erste Ausgangssperre seit Aufhebung des Ausnahmezustands im Mai. Vucic begründete die Maßnahme mit den zuletzt gestiegenen Infektionszahlen. Die Krankenhäuser seien wegen der vielen Neuerkrankungen voll und an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, sagte er. (dpa)

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt weiter

(dpa) Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh ist weiter gesunken und nähert sich den Werten anderer Regionen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 28,6. Als Grenzwert für neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 35,4. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück lag der Wert bei 270,2. (dpa)

Umfrage: 54 Prozent lehnen Abschaffung der Maskenpflicht im Handel ab

Jeder Zweite in Deutschland lehnt laut einer Umfrage die Abschaffung der Maskenpflicht im Handel ab - auch wenn es im jeweiligen Bundesland nur wenige Corona-Infizierte gibt und ein Mindestabstand eingehalten werden kann. Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov mitteilte, sind 54 Prozent gegen die Abschaffung, 37 Prozent befürworten dagegen solche Pläne. Neun Prozent der Befragten enthielten sich einer Aussage. Bei Menschen ab 55 Jahren ist die Ablehnung der Pläne stärker (61 Prozent), während sich bei den 18- bis 24-Jährigen nur 36 Prozent dementsprechend äußerten. (dpa)

397 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 397 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.341 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 8.7., 0.00 Uhr). 9036 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Montag hatten etwa 182.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen inzwischen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 7.7., 0.00 Uhr, bei 0,81 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Katalonien will strenge Maskenpflicht auch im Freien einführen

Die spanische Region Katalonien will nach einer Zunahme der Corona-Infektionen eine Maskenpflicht auch im Freien einführen, die praktisch überall und unter allen Umständen gelten soll. Die genaue Ausgestaltung der Anordnung solle der regionale Zivilschutz am Mittwoch beschließen, teilte die katalanische Regierungssprecherin Meritxell Budó am Dienstag in Barcelona mit. "Die Idee ist aber, dass die Pflicht immer und überall gelten soll, unabhängig vom Abstand zwischen den Menschen", sagte Budó.

Nach dem derzeit landesweit geltenden Dekret der "neuen Normalität" der Madrider Zentralregierung gilt eine Maskenpflicht in ganz Spanien im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. (dpa)

Ab September höhere Maskenproduktion in Deutschland

Von September an soll Deutschland in der Lage sein, innerhalb eines Jahres 2,5 Milliarden zusätzliche Masken zu produzieren. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin auf Anfrage der "Rheinischen Post" (Mittwoch) mit. Bis Ende Juni 2021 sollen Produzenten in Deutschland bis zu sieben Milliarden Masken jährlich in zertifizierter Qualität zusätzlich herstellen können. Dazu zählen dem Bericht zufolge FFP2, FFP3 und medizinische Gesichtsmasken.

Das Wirtschaftsministerium investiere dafür 60 Millionen Euro an Fördermitteln, hieß es weiter. Gefördert werden laut Bericht zudem Anlagen, die das sogenannte Filtervlies für die Masken produzieren, durch das Viren abgehalten werden. Zu den aktuellen Produktionskapazitäten in Deutschland machte das Ministerium aber demnach keine Angaben. (dpa)

Trump drängt auf Öffnung der Schulen in den USA nach Sommerferien

Trotz dramatisch hoher Coronavirus-Fallzahlen will US-Präsident Donald Trump Druck auf die US-Bundesstaaten ausüben, damit dort die Schulen nach den Sommerferien wieder öffnen. "Wir wollen, dass unsere Schulen im Herbst geöffnet sind", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einem Runden Tisch zu dem Thema im Weißen Haus. Das sei sehr wichtig sowohl für das Land als auch für das Wohlbefinden von Schülern und deren Eltern. "Wir werden Druck auf die Gouverneure und alle anderen ausüben, die Schulen zu öffnen."

Der Republikaner warnte davor, Schulen aus politischen Erwägungen geschlossen zu halten. Er spielte damit auf demokratische Gouverneure von Bundesstaaten an, die sich in großer Zahl gegen Trumps Drängen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität wehren. Trump spielte die Lage in den USA erneut herunter. "Weil wir mehr testen, haben wir mehr Fälle. Wenn wir die Hälfte der Tests machen würden, hätten wir viel weniger Fälle", sagte er. Die Zahl der neuen Fälle steigt seit Mitte Juni allerdings proportional stärker an als die der Tests. (dpa)

+++ 7. Juli +++

WHO: Zunehmende Hinweise auf Corona-Übertragung in der Luft über mehrere Meter

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht zunehmende Indizien dafür, dass sich das neuartige Coronavirus auch über mehrere Meter hinweg in der Luft übertragen kann. WHO-Expertin Benedetta Allegranzi sprach am Dienstag von möglichen Beweisen für diese These. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, "offen" für diese Erkenntnisse zu sein - und für "die Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden müssen".

Eine Gruppe aus 239 internationalen Wissenschaftlern hatte zuvor angesichts der weltweiten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen Alarm geschlagen und auf Studien verwiesen, wonach sich das neuartige Coronavirus auch über einen Abstand von mehr als zwei Metern in der Luft übertragen kann.

In einem am Montag in der Fachzeitschrift "Clinical Infectious Diseases" veröffentlichten Artikel warnten die Experten davor, dass sich das Virus über "kleine bis mittlere Distanzen" in der Luft übertragen könne. Diese Distanzen reichten von "mehreren Metern bis zur Größe eines Raums". Zwar seien häufiges Händewaschen und Abstandsregeln "angemessene" Maßnahmen, schrieben die Wissenschaftler. Zugleich seien sie aber unzureichend, um ausreichenden Schutz vor Mikrotröpfchen zu gewährleisten, die als Aerosole in der Luft schweben und das Virus in sich tragen können.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Dienstag erneut davor, die Corona-Pandemie zu verharmlosen. "Der Ausbruch beschleunigt sich, und wir haben eindeutig noch nicht den Höhepunkt der Pandemie erreicht", sagte er. (dpa)

40 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin gibt es 40 neue registrierte Corona-Infektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit März auf 8501, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Im Krankenhaus behandelt werden derzeit noch 109 Patienten, 31 von ihnen auf der Intensivstation. 215 Corona-Patienten sind seit März in der Hauptstadt gestorben. Somit kam seit Montag kein weiterer Todesfall hinzu. Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün.

Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie um Neuinfektionen und um den benötigte Platz für Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Serbien verhängt erneut Ausgangssperre wegen Corona-Pandemie

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus kehrt Serbien am Wochenende zu einer vorübergehenden Ausgangssperre zurück: "Von Freitag bis Montag werden wir eine lange Ausgangssperre haben", sagte der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Dienstag bei einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Der Krisenstab der Regierung werde entscheiden, ob die Beschränkungen nur für die Hauptstadt Belgrad oder landesweit gälten.

Die Ankündigung der Ausgangssperre erfolgte unmittelbar nach Bekanntwerden eines neuen Corona-Infektionsrekords in dem südosteuropäischen Land. Wie die Behörden mitteilten, starben zuletzt binnen 24 Stunden 13 Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

In Serbien war erstmals am 6. März eine Corona-Infektion nachgewiesen worden. Seitdem wurden in dem Balkanstaat rund 330 Todesfälle durch das Coronavirus gezählt. Kritiker werfen den Behörden vor, die tatsächliche Todesfallzahl zu verschleiern, was die Regierung in Belgrad jedoch bestreitet. Bereits im März hatte die Regierung landesweit strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt, die jedoch im Juni gelockert wurden - nicht zuletzt mit Blick auf die Parlamentswahl, bei der Vucics Fortschrittspartei einen klaren Sieg errang.

Nach Angaben Vucics werden derzeit fast 4000 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt. "Niemand kann diese Zahlen aushalten", sagte der Präsident. "Wir wollen nicht unsere Ärzte töten." (dpa)

Sachsen erwägt Zulassung von Zuschauern in Stadien ab September

In Sachsen könnten vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Demnach würden dann Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung. «Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll ist», sagte die Ministerin. Beschlossene Sache ist das jedoch noch nicht.

Für den Fall des Beschlusses der neuen Schutzverordnung würden neben Bundesligist und Champions-League-Viertelfinalist RB Leipzig auch die anderen sächsischen Vereine profitieren, die zum großen Teil von Zuschauereinnahmen abhängig sind. Das betrifft in erster Linie die Drittliga-Clubs Dynamo Dresden und FSV Zwickau.

Bei RB Leipzig ist man darauf bereits vorbereitet. «Wir haben ein Konzept für Spiele mit Zuschauern für die neue Saison entwickelt und dies mit dem Gesundheitsamt Leipzig diskutiert», hatte Ulrich Wolter, Director Operations bei RB, in der vergangenen Woche angekündigt. Demnach trägt das Gesundheitsamt das Konzept, was zunächst mit etwa der Hälfte der Zuschauer beginnen würde, grundsätzlich mit, wenn sich die Pandemielage weiter so positiv entwickelt. Für die Red Bull Arena entspräche das einer Kapazität von etwa 21 000 Zuschauern. (dpa)

390 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete. 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Etwa 182 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen inzwischen überstanden; 500 mehr als am Tag zuvor. Aus 112 Landkreisen wurden in den letzten 7 Tagen keine Fälle übermittelt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,81 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 7.7., 0.00 Uhr, bei 0,84 (Vortag: 0,89). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Im Streit um Corona: USA machen Austritt aus Weltgesundheitsorganisation offiziell

US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Coronavirus-Pandemie offiziell den Austritt seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeleitet. Wie ein US-Regierungsvertreter am Dienstag sagte, wurde UN-Generalsekretär António Guterres formell über den geplanten Austritt informiert. Der Austritt würde damit in einem Jahr wirksam.

Ein Guterres-Sprecher in New York bestätigte, das Dokument zum US-Austritt aus der WHO sei am Montag eingegangen. Er betonte, eine der Bedingungen für einen Austritt sei, dass alle Beiträge für die Organisation beglichen seien. Guterres prüfe derzeit gemeinsam mit der WHO, ob alle Bedingungen erfüllt würden. Der Rückzug würde dann am 6. Juli 2021 in Kraft treten.

Trump wirft der UN-Unterorganisation seit Monaten Fehler in der Corona-Krise sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. Er kündigte deswegen zunächst einen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO und schließlich den Bruch mit der Organisation an.

International stieß dies auf Empörung. Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Angriffen auf die WHO von eigenen Fehlern im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ablenken zu wollen. In den USA sind bereits mehr als 130.000 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben - die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Mit 2,96 Millionen bestätigten Infektionen wurden zudem mehr Corona-Fälle registriert als in jedem anderen Land der Welt. (AFP)

WHO: Ausmaß von Luftübertragung von Coronaviren noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sehr zurückhaltend auf einen Vorstoß von Experten reagiert, die das Übertragungsrisiko des Coronavirus in der Luft für unterschätzt halten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Genf.

Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Empfehlungen, die Abstand vorsehen sowie das Tragen von Masken, wenn dieser nicht einzuhalten sei. Die Organisation sichtet laut Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan im Durchschnitt täglich 500 Publikationen unterschiedlicher Qualität.

Rund 240 Wissenschaftler, darunter auch Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der WHO, vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen, sogenannte Aerosole, in der Luft zu vernachlässigen. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der „New York Times“. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“

Studien ließen kaum Zweifel daran, so schreiben die Wissenschaftler weiter, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch Atmen und Sprechen in winzigsten Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen Menschen sich lange aufhalten, seien demnach ein Risiko. Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten - teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln, die die Ansteckung durch größere Tröpfchen oder im direkten Kontakt verhindern sollten.

Die Experten empfehlen deshalb neben der Vermeidung von hoher Menschendichte, etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Krankenhäusern vor allem auf Durchlüftung mit frischer Außenluft zu achten. Auch hocheffiziente Luftfilter oder UV-Lampen, die Erreger abtöten, sollten genutzt werden. (dpa)

Landrat will Tönnies Kosten von Corona-Ausbruch in Rechnung stellen

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies für die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht. "Irgendwann wird ihm diese Rechnung auch präsentiert werden, zumindest das, was wir als Kreisverwaltung an Kosten hatten", sagte der CDU-Politiker ohne eine Summe zu beziffern am Dienstag. "Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden", sagte Adenauer. Auch eine gerichtliche Auseinandersetzung über die Kostenübernahme schloss der Landrat nicht aus.

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen über das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs. Am Dienstag fanden dazu Begehungen auf dem Werksgelände statt. "Wir wollen wirklich in jeden Winkel hineinschauen", erklärte der Landrat. Auch das Amt für Arbeitsschutz, das Gesundheitsamt und Veterinäre seien dabei. (dpa)

UN: Corona-Krise vernichtet weltweit jahrzehntelangen Fortschritt

Die weltweite Corona-Pandemie wirft die Menschheit in Armutsbekämpfung, Gesundheitswesen und Bildung nach einem neuen UN-Bericht um Jahrzehnte zurück. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe die Menschheit beim Erreichen der bis 2030 definierten UN-Nachhaltigkeitsziele hinterhergehangen, erklärten die Vereinten Nationen am Dienstag. „Wegen Covid-19 bedroht nun eine nie gesehene Gesundheits-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise Leben und Existenzgrundlagen, was das Erreichen der Ziele noch mehr zur Herausforderung macht“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag.

Unter anderem würden voraussichtlich 71 Millionen Menschen in diesem Jahr wieder in Armut zurückfallen, heißt es in der neuesten Ausgabe des jährlichen UN-Berichts zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, die sich die Weltgemeinschaft 2015 gegeben hatte. Es wäre der erste Anstieg seit 1998. Auch bei der Kinderarbeit könnte es erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Anstieg geben. Die UN sagen zudem weltweit Hunderttausende Tote durch Probleme bei Gesundheits- und Impfversorgung voraus. Überproportional oft seien weltweit Arme, Menschen mit Behinderungen und häufig auch Frauen von der Corona-Krise betroffen.

Mehr als eine Milliarde Menschen in Slums würden die Krise wegen fehlenden Wasseranschlüssen daheim, wegen geteilter Toiletten und überfülltem öffentlichen Verkehrsmitteln besonders spüren. Schulschließungen hätten 90 Prozent aller Schüler weltweit betroffen, rund 1,57 Milliarden Kinder und Jugendliche. 370 Millionen davon haben deshalb auch für sie lebensnotwendiges Schulessen verpasst. (dpa)

Corona: Gericht bemängelt Unterbringung in Gemeinschaftsunterkunft

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat die Unterbringung eines Asylbewerbers in einer brandenburgischen Gemeinschaftsunterkunft mit Blick auf das Corona-Abstandsgebot bemängelt. Seine Wohnverhältnisse ständen nicht in Einklang mit der derzeit gültigen brandenburgischen Sars-CoV-2-Umgangsverordnung, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Beschluss.

Durch «den Verbleib in einem Gemeinschaftszimmer mit beliebigen Dritten, in dem das Abstandsgebot (...) nicht einzuhalten ist», sei der Mann in der Unterkunft in Müncheberg (Märkisch-Oderland) «einem erhöhten Risiko» ausgesetzt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Über den Fall hatte zuvor die «Märkische Oderzeitung» (Dienstag) berichtet.

Der alleinreisende Geflüchtete lebt gemeinsam mit zwei anderen Bewohnern in einem 24,38 Quadratmeter großen Zimmer, das noch zwei weitere Bewohner als Durchgangszimmer nutzen. Der Mann hatte sich vor Gericht gegen die Wohnsitzauflage gewendet und wollte während der Corona-Pandemie außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden. Darauf besteht jedoch laut Gericht kein Anspruch - der Antrag des Mannes wurde abgelehnt. Er könne jedoch eine Einzelunterbringung beantragen, so der Hinweis des Richters. Das Sozialministerium will jetzt den Beschluss prüfen, in erster Linie sei jedoch die Kommune zuständig. (dpa)

US-Biotech-Unternehmen Novavax bekommt 1,6 Milliarden Dollar für Corona-Impfstoff

Die US-Regierung zahlt dem Biotech-Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar für die Entwicklung und Herstellung eines neuen Coronavirus-Impfstoffs. Die Regierung sichert sich damit 100 Millionen Impfdosen, wie das Gesundheitsministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Erste klinische Versucht mit dem experimentellen Impfstoff namens NVX-CoV2373 hatten im Mai begonnen. Die entscheidende dritte Phase soll im Herbst beginnen.

Die US-Regierung fördert mit dem milliardenschweren Programm „Operation Warp Speed“ eine Reihe von Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen, die an der Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen arbeiten. Ziel ist die Produktion von 300 Millionen Impfdosen.

Aus dem Fördertopf gingen bereits 1,2 Milliarden Dollar an den Pharmakonzern AstraZeneca, der bei der Entwicklung eines Impfstoffes mit der Oxford-Universität kooperiert, 483 Millionen Dollar an das Biotech-Unternehmen Moderna und 456 Millionen Dollar an den Pharmakonzern Johnson & Johnson. Nun wurde das in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland ansässige Biotech-Unternehmen Novavax in das Programm aufgenommen - und erhielt mit 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) die bislang größte Summe.

Das US-Gesundheitsministerium gab am Dienstag zudem eine Förderung von 450 Millionen Dollar für das US-Biotech-Unternehmen Regeneron für das experimentelle Covid-19-Medikament REGN-COV2 bekannt. Damit sichert sich die Regierung die künftige Produktion des Mittels, das auf Antikörpern basiert. Das Medikament wird derzeit noch getestet. (AFP)

Rund 1000 Menschen im nordrhein-westfälischen Euskirchen in Corona-Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einer mennonitischen Großfamilie im nordrhein-westfälischen Landkreis Euskirchen haben die Behörden rund 1000 Menschen in häusliche Quarantäne geschickt. Betroffen seien alle Mitglieder der örtlichen Mennoniten-Gemeinde und deren Kinder, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. Die Schule der Gemeinde sei geschlossen worden, auch Gottesdienste seien zunächst verboten. Noch diese Woche sollen alle Betroffenen getestet werden.

Die Maßnahmen wurden demnach angeordnet, weil die Mitglieder der Großfamilie in den Tagen vor dem Bekanntwerden ihrer Ansteckungen noch Gottesdienste sowie die Gemeinde-Schule besuchten. Es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Menschen angesteckt hätten, erklärte der Landkreis. Alle Beteiligten und die Gemeinde verhielten sich kooperativ und unterstützten das Vorgehen „aktiv“.

Von dem Ausbruch betroffen war eine kinderreiche Familie von Mitgliedern der evangelischen freikirchlichen Gemeinde. Die Mutter muss laut Behörden in einem Krankenhaus behandelt werden. Weitere elf Familienangehörigen sind infiziert, zeigen allerdings keine oder nur leichte Symptome. Zunächst war das Virus demnach bei der Mutter festgestellt worden. Anschließende Tests ergaben, dass auch fast alle anderen Familienmitglieder angesteckt waren. (AFP)

Thüringen verlängert Maskenpflicht und Anti-Corona-Maßnahmen bis Ende August

Die Maskenpflicht und ein Großteil der Anti-Corona-Maßnahmen sollen in Thüringen bis Ende August verlängert werden. Darauf verständigte sich das Kabinett, wie ein Sprecher der Thüringer Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Auch das Abstandsgebot von 1,5 Metern soll bestehen bleiben. Kleinere Änderungen sieht die neue Grundverordnung aber vor. So ist unter anderem geplant, dass Geschäfte und Kultureinrichtungen Menschen mit Erkältungssymptomen den Zutritt nicht mehr verweigern müssen.

Außerdem entfällt für Gastwirte die Pflicht, auch im Außenbereich ihrer Wirtschaft die Kontaktdaten der Gäste einzusammeln. Für geschlossene Räume bleibt diese Pflicht bestehen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen künftig zwei Besucher pro Patient oder Bewohner möglich sein. (dpa)

Brandenburg: Verbot von Großveranstaltungen verlängert

Brandenburgs Landesregierung hat das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern vorerst bis Ende Oktober verlängert. Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag verständigt, teilte die Staatskanzlei mit.

Starker Corona-Anstieg: Erstes Bundesland in Österreich führt Maskenpflicht wieder ein

In Österreich führt als erstes Bundesland Oberösterreich nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an müssten die Bürger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag in Linz. Die Gäste von Lokalen würden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. «Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natürlich auch nicht tatenlos zusehen lässt», sagte Stelzer.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3000 Menschen unter Quarantäne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei 2,0. «Das ist einfach zu viel», sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland. (dpa)

Bayern erlaubt etwas größere Versammlungen - Kneipen bleiben zu

In Bayern sind von diesem Mittwoch an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit. Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches dürfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser Größenordnung stattfinden. (dpa)

Weiter Kritik an Beschränkung des Corona-Bonus auf Altenpflege

Dass nur Personal in der Altenpflege einen Bonus für die besonderen Belastungen in der Corona-Krise bekommen soll, sorgt weiter für Kritik. „Die Betroffenen empfinden es zu Recht als ungerecht, dass der Pflegebonus nicht in der Krankenpflege ankommt“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Der Linke-Politiker Harald Weinberg forderte eine Ausweitung auf alle nichtärztlichen Berufe im Gesundheitswesen. „Enttäuschung und Ärger in der Kranken- und Behindertenpflege sind mehr als verständlich.“ Die Bundesregierung verweist zur Begründung auch auf ein generell niedrigeres Lohnniveau in der Altenpflege.

Der Bundestag hatte den steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro Mitte Mai beschlossen. Bekommen sollen ihn alle Mitarbeiter in der Altenpflege - also neben Pflegekräften auch Auszubildende und andere Beschäftigte in den Einrichtungen. Die Höhe der gestaffelten Prämie richtet sich nach Funktion und Arbeitszeit. Länder oder die Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Die Kosten für den Bund werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. (dpa)

In Mecklenburg-Vorpommern wieder Treffen ohne Vorgabe erlaubt

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen sich die Menschen von Freitag an wieder ohne strenge Kontaktbeschränkungen treffen. Für Veranstaltungen gelten höhere Teilnehmerzahlen und mit Busreisegruppen dürfen erstmals seit März auch wieder Tagestouristen ins Land. Die Landesregierung habe die in der Vorwoche beschlossenen Lockerungen in einer neuen Verordnung verankert, die nun zum 10. Juli wirksam werde, teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin mit.

Jeder könne nun entscheiden, mit wem er sich im öffentlichen Raum treffen wolle, sei zugleich aber gehalten, die coronabedingten Hygieneregeln zu beachten. «Wir setzen auf die Vernunft aller, egal ob Einheimischer oder Urlauber», sagte der Vize-Regierungschef, der die Beratung wegen des Urlaubs von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) geleitet hatte. Bislang galt für Treffen eine Obergrenze von zehn Personen. (dpa)

Oberverwaltungsgericht: Maskenpflicht zur Corona-Bekämpfung ist rechtmäßig

Die zur Corona-Bekämpfung angeordnete Maskenpflicht ist laut Gerichtsurteil rechtmäßig. Diese Pandemie stelle eine erste Gefahr dar, die das Einschreiten des Staates weiterhin gebiete, teilte das Oberverwaltungsgericht in Koblenz am Dienstag seinen Beschluss mit (Az. 6 B 10669/20.OVG). Zwar sei die Zahl der festgestellten Neuinfektionen rückläufig, es bestehe aber weiter die Gefahr einer Verbreitung und damit einer Überlastung des Gesundheitswesens. Die Gefährdung für die Bevölkerung werde weiterhin als hoch eingeschätzt. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gehöre zu den zentralen Instrumenten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Ein Mann aus dem Kreis Mayen-Koblenz hatte sich mit einem Eilantrag gegen die entsprechende Verordnung gewandt, das Verwaltungsgericht lehnte seinen Antrag ab. Die Beschwerde gegen diese Entscheidung wies nun das Oberverwaltungsgericht zurück. (dpa)

Zwei neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg wächst weiter leicht. Von Montag auf Dienstag seien zwei neue bestätigte Fälle gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Allerdings kamen insgesamt fünf neue Fälle hinzu - drei im Landkreis Märkisch-Oderland und je zwei in den Landkreisen Oder-Spree und Teltow-Fläming. Weil aber drei Infektionen im Kreis Dahme-Spreewald bei einer Korrektur abgezogen wurden, erhöhte sich die Zahl unterm Strich um zwei Fälle. (dpa)

Iran: 200 Corona-Tote am Tag - Minister warnt vor «Corona-Bombe»

Im Iran sind erstmals seit Beginn der Corona-Krise Ende Februar an nur einem Tag 200 Todesfälle bei mit dem Virus infizierten Patienten gemeldet worden. Das gab die Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag bekannt. Im gleichen Zeitraum wurden über 2600 Neuinfektionen erfasst. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 11 931, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 245 688, so Sprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

In Anbetracht der erneut gestiegenen Fallzahlen gab Gesundheitsminister Saeid Namaki eine deutliche Warnung aus. «Wenn das so weitergeht, gehen wir k.o.», sagte der Minister. Ziel sei es gewesen, die Zahl der Corona-Toten pro Tag unter 30 zu halten. Nun liege der Wert bei mehr als dem Sechsfachen. (dpa)

Touristen aus dem Kreis Gütersloh dürfen wieder nach MV kommen

Nachdem im Kreis Gütersloh die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner deutlich unter den Grenzwert von 50 gesunken ist, dürfen Touristen aus diesem Kreis ohne Auflagen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Dies geht aus dem täglichen Bericht des Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Hintergrund dafür sind Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI), nach denen in diesem Kreis die Zahl der Neuinfektionen unter die Grenze gesunken ist, die als Maß für das Verbot der Einreise zum Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern gilt. Das bedeutet, dass die Bewohner aus dem Kreis Gütersloh keinen Beleg mehr dafür brauchen, dass sie negativ auf eine Corona-Infektion getestet wurden. (dpa)

Deutsche Kliniken sehen sich für mögliche zweite Corona-Welle gut gerüstet

Die deutschen Krankenhäuser sehen sich für eine mögliche zweite Corona-Welle gut gerüstet. Allerdings dürfe es nicht mehr zu Problemen bei der Beschaffung von Material wie Schutzmasken und Schutzkittel wie am Anfang der Pandemie im März kommen, erklärte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Dienstag in Berlin.

Eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter bundesweit 724 Kliniken bestätigte demnach Beschaffungsprobleme in vielen Krankenhäusern bei Ausbruch der Pandemie. Im Zuge der Corona-Krise habe sich nach Auffassung der Kliniken zudem die Produktqualität teilweise verschlechtert. (AFP)

Neuer Corona-Anstieg in Australien: Millionen Menschen kehren sechs Wochen zurück in den Lockdown

Wegen eines erneuten starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen hat Australien eine Ausgangssperre über Melbourne verhängt. Mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes müssen zu Hause bleiben, wie der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Dienstag mitteilte. Die Ausgangssperre trete um Mitternacht in Kraft und gelte für mindestens sechs Wochen. "Wir können nicht so tun, als ob die Coronavirus-Krise vorbei sei", sagte Andrews. In den vergangenen 24 Stunden seien 191 neue Fälle registriert worden. Das Virus könne angesichts dieser Zahl nicht zurückverfolgt werden. Für Schulkinder in Melbourne bedeutet dies eine Rückkehr zum Lernen von zu Hause aus. Restaurants und Cafés dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen.

Auch wenn die Ausgangssperre die Metropolregion Melbourne betrifft, ist praktisch der ganze Bundesstaat Victoria vom Rest des Landes abgeriegelt, da ebenfalls um Mitternacht die Grenzen des Bundesstaates geschlossen werden. Dies hatte die australische Regierung bereits am Montag angekündigt. Für Teile von Melbourne galt wegen neuer Infektionsherde in mehreren Hochhäusern bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Australiens Behörden haben bisher fast 9000 Corona-Fälle und 106 Tote registriert. In den meisten anderen Regionen des Landes wurden die Corona-Regeln inzwischen wieder gelockert. (AFP)

FDP: Maskenpflicht unter Umständen nicht mehr verhältnismäßig

Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zu den coronabedingten strengen Auflagen im Kreis Gütersloh fordert die FDP im Bundestag ein Überprüfen aller Beschränkungen in Deutschland. Bundesregierung und Landesregierungen müssten alle Maßnahmen erneut auf ihre Verhältnismäßigkeit abklopfen, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das gelte auch für die Maskenpflicht.

«Das Urteil macht nochmals deutlich, dass alle Einschränkungen von Grundrechten verhältnismäßig und nachvollziehbar sein müssen», sagte Theurer . «Wo es regional über einen längeren Zeitraum gar kein akutes Infektionsgeschehen gibt, ist sogar der sehr geringfügige Eingriff einer Maskenpflicht nicht mehr verhältnismäßig.» Dagegen hatten die 16 Ländergesundheitsminister erst am Montag beschlossen, an der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Geschäften sowie in Zügen und Bussen vorerst festzuhalten. (dpa)

EU-Kommission: Wirtschaft bricht noch stärker ein als erwartet

(dpa) Die Rezession wegen der Corona-Pandemie wird nach der neuesten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr noch stärker ausfallen als angenommen. Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone könnte demnach 2020 um 8,7 Prozent einbrechen, zuvor lag die Prognose bei minus 7,7 Prozent, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte. (dpa)

Mögliche Biden-Vize-Kandidatin: Atlanta-Bürgermeisterin Buttoms Corona-positiv

Die Bürgermeisterin der US-Metropole Atlanta, Keisha Lance Bottoms, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Covid-19 hat buchstäblich bei uns zuhause eingeschlagen. Ich hatte keine Symptome und bin positiv getestet worden", erklärte Bottoms am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die 50-jährige Politikerin gilt als mögliche Vize-Kandidatin des designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden. (AFP)

Mehrere britische Pubs wegen Coronavirus-Infektionen dicht

Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von Gästen wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-See an der Südwestküste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im Süden. Die Pubs seien gründlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit.

Nach mehr als dreimonatiger Schließung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im größten Landesteil Großbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise müssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden. (dpa)

Griechenland: Touristen positiv auf Coronavirus getestet

Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland wieder mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 Fälle registriert. Davon waren nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde 36 Touristen. Die meisten davon (20) waren nach Informationen des griechischen Staatsrundfunks (ERT) Urlauber aus Serbien. Weitere 16 Touristen stammen aus verschiedenen Staaten, hieß es. Ob darunter auch Deutsche waren, blieb zunächst unklar. Die meisten Fälle wurden an der Grenze zu Bulgarien registriert. Seit dem 1. Juli sind nach Schätzungen griechischer Medien mehr als 100 000 Urlauber über den Grenzübergang Promachonas/Kulata nach Griechenland gekommen. Griechenland hat seit Montagmorgen wegen erhöhter Coronavirusinfektionen in Serbien seine Grenzen für Reisende aus diesem Balkanland geschlossen. (dpa)

390 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.7., 0.00 Uhr, bei 0,97 (Vortag: 0,96). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)