Darauf einen Karottensaft: Bugs Bunny wird 80. Foto: imago images/Everett Collection

Diesen Trickfilm-Hasen aus den Warner Bros. Studios kennt jeder. Insgesamt trat Bugs Bunny in weit über 150 Zeichentrickfilmen auf, sogar einen Oscar gewann er, und selbstredend kann er auch einen Stern auf dem Walk of Fame für sich verbuchen. Wir schreiben den Juli 1940, als der Möhren essende Zweibeiner im animierten Kurzfilm „Die Hasenfalle“ erstmals in der heute bekannten Form in den Kinos zu sehen war.

Bereits 1934 allerdings hatte Warner-Konkurrent Walt Disney mit Max Hare in dem Film „The Tortoise and the Hare“ („Die Schildkröte und der Hase“) einen ziemlich ähnlich aussehenden Mümmelmann präsentiert. Nach dem Motto „besser gut kopiert als schlecht erfunden“ zeigte Regisseur Frederick Bean „Tex“ Avery sechs Jahre später in der „Hasenfalle“, wie Bugs Bunny dem ebenso gnaden- wie glücklosen Jäger Elmer Fudd das Leben schwer macht. 

Zum Schießen: In „A Wild Hare“ von 1940 geht Elmer Fudd auf Hasenjagd. Foto: imago images/Everett Collection

Neben dem leichtfertigen Umgang Warners mit dem geistigen Eigentum Disneys gab es auch Anleihen aus der Screwball-Komödie „Es geschah in einer Nacht“ mit Clark Gable. Die Art und Weise, wie Bugs Bunny seine Karotten knabbert, erinnert stark an die Essgewohnheiten des Hauptdarstellers. 1938 tauchte der Hase zunächst als „namenloser Statist“ in Ben Hardaways „Porky’s Hare Hunt“ („Porkys Hasenjagd“) auf.

Aufgrund von Hardaways Spitznamen „Bugs“ wurde die Figur intern „Bugs’ Bunny“ genannt, was schließlich zum Namen des Nagers (ohne Apostroph) werden sollte, also „Bugs Hase“. Ob die Figur wirklich ein Hase oder ein Kaninchen ist, bleibt offen. Die Länge der Ohren und die schlanke Erscheinung sprechen für einen Hasen, die weiße Brust aber ist eher das Merkmal eines Kaninchens.

Bugs Bunnys Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood Foto: Archiv

Avery, der auch den lispelnden Daffy Duck erfunden hatte, verhalf dem Hasen mit den markanten Schneidezähnen und den weißen Handschuhen zu einer steilen Karriere. Sie beschränkte sich nicht auf Streifen wie „Knighty Knight Bugs“, der 1959 einen Oscar in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ gewann oder den Spielfilm „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ aus dem Jahr 1988. Neben Basketballstar Michael Jordan spielte Bugs 1996 auch in „Space Jam“ und 2003 in „Looney Tunes: Back in Action“. Dabei handelt es sich um mit Zeichentrickszenen kombinierte Realfilme.

Nach Micky Maus war Bugs Bunny erst der zweite Cartoon-Charakter, der 1985 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame erhielt. Übrigens: Noch bis zum 12. August sendet Super RTL zu unterschiedlichen Anfangszeiten zwischen 10.35 Uhr und 18.35 mehrere Episoden mit Bugs Bunny und seinen Looney Tunes.