So wie in Deutschland gilt auch in Frankreich eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln.
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Die Mund-Nasen-Abdeckung hat sich in der Corona-Pandemie als wirkungsvolles Hilfsmittel zur Eindämmung des Virus bewiesen. Doch immer noch wehren sich viele Menschen gegen das Tragen des kleinen Stücks Stoff, das eigene Tröpfen und damit potenziell auch Viren daran hindern soll, in die Atemluft anderer zu gelangen. Dass diese Menschen damit nicht sich, sondern andere gefährden, scheint ihnen egal. Einige schrecken in ihrem aggressiven Egoismus offenbar nicht mal vor körperlicher Gewalt zurück - wie ein besonders schockierender Fall aus Frankreich zeigt.

Er wollte nur seine Pflicht erfüllen. Ein Busfahrer, der für einen Transportbund in der Region Département Pyrénées-Atlantiques im Südwesten des Landes arbeitete, hatte französischen Medienberichten zufolge am Sonntagabend in der Ortschaft Bayonne vier Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen, weil sie weder Schutzmasken trugen, noch gültige Fahrscheine vorweise konnten. Die Stimmung kochte hoch. Als er dann weitere Personen, die keine Maske trugen, aufforderte, den Bus zu verlassen, eskalierte die Situation.

Hirntod festgestellt, nur Maschinen halten Körperfunktionen aufrecht

Aus der Gruppe der Maskenverweigerer heraus wurde der 50-Jährige angegriffen. Ein Mann soll den Busfahrer dabei von hinten heftig auf den Kopf geschlagen haben. Bewusstlos wurde der Busfahrer, der laut französischen Medien Vater dreier Kinder ist, in ein Krankenhaus eingeliefert. Inzwischen wurde bei ihm der Hirntod festgestellt. Nur Maschinen hielten seine Körperfunktionen am Montag noch am Laufen.

Und die Täter? Fünf Personen seien laut dem Radiosender France Bleu in Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft nach der Tat festgenommen worden. Weitere könnten noch flüchtig sein, berichtet die Nachrichtenagentur AFP und bezieht sich dabei auf Polizeiangaben. Die Polizei startete einen Aufruf, um den genauen Tathergang zu rekonstruieren. Der Bürgermeister von Bayonne, Jean-René Etchegaray, nannte den Angriff in einem Statement einen „Akt der Barbarei“.

Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen machten den Berichten zufolge Busfahrer des Verbunds von ihrem Recht Gebrauch, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen. Für die Busfahrer wurde demnach psychologische Betreuung bereitgestellt.