Die Autorin J. K. Rowling hat Ärger mit einer britischen Schule. dpa/Agostini

Brutale Zensur in Großbritannien. Eine auf darstellende Künste spezialisierte Sekundarschule hat Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling still und leise von ihrer Liste gestrichen, weil sie sich in Kommentaren über Transsexuelle geäußert hatte. Das berichtete die britische Daily Mail.

Und das ist der Hintergrund: Die Boswells School in Chelmsford, Essex, hatte die Schriftstellerin für eine ihrer schulinternen Gruppen geehrt, die auch mit der Eigenschaft „Selbstdisziplin“ ausgezeichnet worden war. Wie jetzt bekannt wurde, ist Rowling nun durch die Olympionikin Kelly Holmes ersetzt worden war.

Die fragliche Schule hatte bereits im Juli angekündigt, Rowlings Namen nach „Anfragen von Schülern und Mitarbeitern“ zu überprüfen. Im Herbst gab die Lehranstalt schließlich bekannt, dass sich die gesamte Schule für den vom Personal vorgeschlagenen Namen Kelly entschieden hatte.

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Eltern sind auf den Barrikaden: „Das ist Zensur – J. K. Rowling ist ein gutes Beispiel dafür, wie man aus Widrigkeiten erfolgreich hervorgeht“, so ein Vertreter. Längst nicht alle waren der Meinung, dass Rowling gestrichen werden sollte, aber viele Schulen würden im Moment leider dasselbe tun.

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Eltern sind auf den Barrikaden wegen des Rowling-Skandals

Die Meinungsverschiedenheiten mit der 56-jährigen Rowling wurden in einem Schul-Rundschreiben erklärt. Darin heißt es unter anderem: „Das Boswells House System fördert das Gemeinschaftsgefühl, die Freundschaft und den gesunden Wettbewerb unter den Schülern und Mitarbeitern.“ Eine starke Hausidentität befähige die Schüler, sich in allen Aspekten des Schullebens zu engagieren und zu entfalten, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Klassenzimmers. „Hier an den Boswells haben wir sechs Häuser, die von britischen Staatsbürgern repräsentiert werden, die sich in einem Bereich unserer Boswells-Lernbrücke hervorgetan haben, zu dem Integrität, emotionale Intelligenz, Durchhaltevermögen, Einfallsreichtum, Selbstdisziplin und Tapferkeit gehören.“

Aufgrund zahlreicher Anfragen von Schülern und Mitarbeitern würde die Schule jedoch den Namen von Rowling streichen wollen, vor allem in Anbetracht von J. K. Rowlings Äußerungen und Standpunkten zu Transsexuellen. „Ihre Ansichten zu diesem Thema stehen nicht im Einklang mit unserer Schulpolitik und unseren schulischen Überzeugungen – ein Ort, an dem die Menschen frei sein können.“

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Die Schule reagierte bisher nicht auf eine Anfrage von Daily Mail, um sich zu der Namensänderung zu äußern. Boswell kann auf eine lange Geschichte von Künstlern zurückblicken. Zu den ehemaligen Schülern gehören auch der verstorbene Prodigy-Sänger Keith Flint und der Kricketspieler Aaron Beard.

Autorin Rowling war bei der Wiedersehensfeier nicht anwesend

Rowling sah sich erstmals mit dem Vorwurf der Transphobie konfrontiert, nachdem sie sich im Juni 2020 über einen Online-Artikel lustig gemacht hatte, in dem die Worte „Menschen, die menstruieren“ statt „Frauen“ verwendet wurden. Später verteidigte sie sich in einem Aufsatz gegen die Vorwürfe, wird aber bis heute kritisiert. Letzte Woche wehrte sie sich gegen eine Behauptung auf einer US-Website, sie glaube, es gebe nur zwei Geschlechter. Rowling dazu: „Kleiner, aber wichtiger Punkt: Ich habe nie gesagt, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Es gibt zahllose Geschlechtsidentitäten.“

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In den vergangenen Wochen war auch eine Debatte darüber entbrannt, ob Rowling in der Harry-Potter-Wiedervereinigung auf Sky auftreten würde oder nicht. Bei dem mit Spannung erwarteten Wiedersehen traf „Potter“ Daniel Radcliffe auf die Hauptdarsteller Emma Watson, die Hermine Granger spielte, und Rupert Grint, der Ron Weasley darstellte, sowie auf eine ganze Reihe weiterer Co-Stars, um das 20-jährige Jubiläum der ersten Ausstrahlung der Serie zu feiern. Trotz der Stars war die Autorin bei der Wiedersehensfeier nicht anwesend, was bei einigen Fans Empörung auslöste. Sie warfen den Machern vor, Rowling wegen ihrer Ansichten zu schneiden.