In mehr als 70 Laboren weltweit wird an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes geforscht. Imago Images/Bildwerk

Wann kommt er denn nun, der Impfstoff, das Serum, das der Welt ihre Normalität zurückbringen soll? Immer wieder kursieren andere Daten. Während das deutsche Paul-Ehrlich-Institut gerade einen ersten Impfstoff-Kandidaten zur klinischen Studie zuließ – und trotzdem auf das nächste Jahr verweist, prescht ein Berner Forscher vor und kündigte an, schon im Oktober die Schweiz durchimpfen zu wollen. Noch schneller soll es offenbar in Großbritannien gehen. Im September soll das Impfen beginnen, dabei startet Donnerstag erst die erste Studie an Menschen.

Impfstoff bisher nur an Affen getestet

Der Stoff soll an 520 Freiwilligen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren getestet werden. Bis Mitte Mai soll dieser Schritt abgeschlossen sein, sagte Studienleiterin Sarah Gilbert, Professorin für Impfstoffforschung in Oxford, dem Fachblatt „Lancet“. Bisher sei der Impfstoff nur an sechs Affen getestet worden – mit Erfolg. Keiner der Versuchsaffen, die dem Virus ausgesetzt waren, zeigte in den folgenden 28 Tagen Symptome. Doch das bedeutet nicht, dass das Mittel auch für Menschen wirksam ist. Studienleiterin Gilbert zeigte sich in der britischen „Times" dennoch „zu 80 Prozent zuversichtlich“, dass der Stoff „ChAdOx1 nCoV-19“ auch beim Menschen wirke.

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Um keine Zeit zu verlieren, will das Team der Uni Oxford während der Studien den Impfstoff bereits produzieren – ohne zu wissen, ob er jemals zugelassen wird. Wie Oxford-Professor Adrian Hill der „New York Times“ sagte, sei das Ziel bis September „eine Million Dosen zu haben“. In diesem Zeitraum hoffe er auch auf Studienergebnisse zur Wirksamkeit. Die Stoffe sollen in den nächsten Monaten an sieben Orten weltweit hergestellt werden. Die Kosten dafür würden sich auf dutzende Millionen Pfund berufen, sagte er dem Blatt. Wie er diese decken wolle, sagte er nicht.

Oxford-Forscher hoffen auf Notzulassung

Läuft alles nach Plan, wollen die Oxford-Foscher im Spätsommer eine weitere, großangelegte Studie mit 5000 Freiwilligen starten. Adrian Hill hofft, dass sechs Wochen nach dem Beginn dieser Studie, wenn erste positive Versuchsdaten vorliegen, der Impfstoff bereits durch eine „Notzulassung“ eingesetzt werden könnte.   Doch diese Abkürzung und die riskante Vorproduktion führen nur dann zum Ziel, wenn der Stoff wirklich wirkt und nicht gefährlich ist. Das werden die nächsten Monate zeigen.