Erst mal den Chip in das Schloss des Einkaufswagens stecken. Diese Prozedur kennen alle. Foto: imago/McPHOTO

Einkäufe ohne Einkaufswagen? Für viele ist der Gedanke unvorstellbar, helfen uns die fahrbaren Metallgestelle doch bestens unsere schweren Einkäufe durch die Supermarkt-Gänge und zum Auto zu transportieren. Aber bisher galt: Ohne Euro-Münze oder Chip kein Einkaufswagen. Das könnte sich allerdings in Zukunft ändern. 

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Wie das Technikmagazin „Chip“ berichtet, sollen Händler und Hersteller bereits an sogenannten Smart Trolleys feilen – den digitalen Einkaufswagen. Kunden von Aldi, Edeka, Lidl & Co. sollen diese per Smartphone oder Smartwatch entriegeln können – somit werden Euro-Münzen oder Chips überflüssig. Voraussetzung dafür ist allerdings der Download einer App des jeweiligen Supermarkts oder Discounters auf das eigene Smartphone. Das Handy über das Pfandschloss gehalten, können Kunden dann per NFC- oder Bluetooth-Signal den Einkaufswagen entsperren und mit dem Einkaufen loslegen. 

Maßgeblich an der Entwicklung der „Smart Trolleys“ beteiligt, ist das Unternehmen Wanzl. Bereits seit 1948 werden unter diesem Namen Millionen von Einkaufswagen für Deutschland und die ganze Welt gefertigt. Seit Jahren arbeitet das Unternehmen am Projekt „digitaler Einkaufswagen“, baut die benötigte Technik und entwickelt die entsprechende Software, die sich in jede Supermarkt-App integrieren lassen soll, so „Chip“ weiter. 

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Bis die „Smart Trolleys“ flächendeckend genutzt werden können, werden jedoch vermutlich noch Jahre vergehen, zitiert „Chip“ das Unternehmen. Neben den hohen Kosten für Technik und Software, weiß man um mögliche Probleme der Nutzung der „Smart Trolleys“ insbesondere für älteren Menschen. Denn nicht jeder Senior hat ein Smartphone oder ist versiert in digitalen Dingen. Daher soll es auch weiterhin die Möglichkeit geben, den Einkaufswagen mithilfe einer Münze oder eines Chips entsperren zu können. Umso wichtiger ist Wanzl daher eine umfangreiche Analyse. „Wir wollen mit Testphasen erste Markterfahrungen sammeln und schauen, wie das insgesamt ankommt“, erklärt ein Mitarbeiter gegenüber „Chip“. Es gehe dabei darum, das Einkaufen leichter und zu einem Erlebnis zu machen.