In der Metropolis Halle ist ein Impfzentrum mit Impfkabinen und Wartebereich aufgebaut. Foto: dpa/Christophe Gateau

Ab kommendem Montag können über 80-Jährige in Brandenburg einen Termin für die Impfung gegen das Coronavirus vereinbaren. Rund 150 Mitarbeiter werden im Call-Center, das unter der Rufnummer 116 117 erreichbar ist, Anrufe entgegennehmen, wie Holger Rostek, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, am Mittwoch sagte. Die Mitarbeiter könnten pro Woche rund 40.000 Anrufe bedienen. Bei Bedarf könne aufgestockt werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums leben derzeit mehr als 197.000 Menschen im Alter von über 80 Jahren in Brandenburg. „Wir werden von Woche zu Woche nachregulieren und schauen, wie viel Impfstoff da ist“, sagte Rostek.

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Da zwei Impfungen für den Schutz gegen das Coronavirus nötig sind, müssen zwei Termine in den Impfzentren vereinbart werden. Ab kommendem Dienstag wird zunächst in Potsdam und in Cottbus geimpft. Bis Ende Januar sollen elf Impfzentren eingerichtet werden. Die Hotline ist täglich von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr besetzt. Der Anruf ist kostenlos. Sind Termine vereinbart worden, werden Bestätigungen zusammen mit Infomaterial per Post verschickt. Gegebenenfalls sollen Fahrdienste von den Kommunen organisiert werden, die ältere Menschen zu den Zentren bringen.

Brandenburg hat 39.000 Impfdosen erhalten

Mit dem bereitgestellten Infomaterial könnten sich die Impfkandidaten mit ihren Angehörigen beraten. Beim Termin können Fragen dann mit einem Arzt besprochen werden, der auch Vorerkrankungen abfragt, sagte Rostek. „Wir wollen keine Schnellimpfung, wir wollen eine qualitativ hochwertige Impfung“. Welche Personengruppen wann geimpft werden, steht laut Ministerium auf der Internetseite und soll der Presse entnommen werden.

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Bislang hat Brandenburg nach Ministeriumsangaben 39.000 Impfdosen erhalten. Bis Dienstag seien rund 1550 Menschen geimpft worden, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Teile der Impfdosen wurden für die erste Januarwoche und den Start der Impfzentren zurückgehalten, hieß es. Auch für medizinisches Personal, dass bereits seit einigen Tagen geimpft wird, müsse viel Impfstoff bereitgehalten werden. Wöchentlich soll Brandenburg 19.500 Impfdosen erhalten. Zunächst hieß es, die Lieferung in der ersten Kalenderwoche entfällt. Das Bundesgesundheitsministerium teilte dann mit, mit dem Impfstoff-Hersteller Biontech sei vereinbart worden sei, dass die nächste Lieferung bereits am 8. Januar komme.

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In Brandenburg geht die Zahl der Corona-Ansteckungen nach Weihnachten wieder in die Höhe. Innerhalb eines Tages seien 1182 neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. 57 Menschen starben zuletzt im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Am Tag zuvor hatten die Gesundheitsämter im Land 846 neue Infektionen gemeldet. Vor einer Woche war mit 1580 zusätzlichen Fällen ein Höchststand erreicht worden, allerdings hatte die Stadt Potsdam wegen eines Fehlers keine neuen Zahlen übermittelt. Corona-Schwerpunkt bleibt mit Abstand der Landkreis Elbe-Elster mit einem Wert von fast 509 neuen Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche. Ganz Brandenburg hat einen Wert von rund 218.