Kinshasa/Rom - Bei einem Überfall auf einen Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP) im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurde der italienische Botschafter Luca Attanasio (43) getötet. Nach kongolesischen Angaben starben auch sein Fahrer und ein Sicherheitsbeamter, die Regierung in Rom bestätigte nur den Tod des Botschafters und des Sicherheitsmanns.

Der Konvoi war bei der Stadt Goma in einen Hinterhalt geraten. Bewaffnete Ranger des angrenzenden Virunga-Nationalparks, die zufällig in der Nähe waren, schlugen den Angriff schließlich zurück. Attanasio, seit 2017 Botschafter im Kongo, wurde noch in ein Militärkrankenhaus nach Goma gebracht. Er erlag dort aber den Bauchschüssen, die er erlitten hatte.

„Mehrere Passagiere, die mit dem Konvoi reisten, wurden bei dem Angriff verwundet“, hieß es in einer Erklärung des WFP. Demnach wurde der Konvoi auf dem Weg von Goma zu einem Schulspeisungsprojekt in der Rutshuru-Region angegriffen. „Die Attacke  ereignete sich auf einer Straße, die zuvor für Reisen ohne Sicherheitseskorten freigegeben worden war“, gab die UN-Organisation bekannt.

Die kongolesische Polizei zeigte sich dagegen überrascht über die Präsenz des Botschafters in der Region und die Tatsache, dass er ohne Polizeischutz unterwegs war.

Der Virunga-Nationalpark – Teil des UNESCO-Welterbes – an der Grenze zu Uganda und Ruanda ist berühmt für die stark gefährdeten Berggorillas, die nur in diesen drei Ländern leben.

 Ranger mit Berggorillas im  Virunga-Nationalpark. Die Truppe war jetzt in ein Feuergefecht mit Milizionären verwickelt, die Italiens Botschafter töteten.
Foto: Virunga-Nationalpark/Adam Kiefer

Die Ranger dort sind oft durch Milizen und Wilderer bedroht, auch die seltenen Gorillas werden immer wieder getötet. Anfang Januar waren sechs Wildhüter im Alter zwischen 25 und 30 Jahren bei einem Angriff getötet worden, ein siebenter wurde schwer verletzt. Der Nationalpark beklagt über 200 tote Ranger, die in den letzten Jahren unter anderem von Wilderern oder Milizen umgebracht wurden.

Damals und jetzt werden sogenannte Mai-Mai-Milizen für die Angriffe verantwortlich gemacht, die im Osten Kongos und in den Nachbarländern operieren. Sie sollen beispielsweise um die Kontrolle von Bodenschätzen kämpfen, unterstehen häufig Warlordsoder Stammesführern.

In der Nähe des Virunga-Nationalparks sind Menschenrechtlern zufolge innerhalb von drei Jahren mindestens 170 Menschen entführt worden. Die Opfer - viele davon Frauen - seien geschlagen, gefoltert, vergewaltigt und zu Geldzahlungen erpresst worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Vorjahr.