An diesem Freitag will Richterin Taylor das Strafmaß gegen den früheren Tennisstar Boris Becker verkünden. Kirsty O'connor/PA Wire/dpa

Es ist ein weiterer Schicksalstag für Boris Becker: Im Strafprozess gegen den Ex-Tennisstar wurde am Freitag das Strafmaß verkündet. Er soll zweieinhalb Jahre in Haft, weil er Vermögen im Wert von mehr als einer Million Euro in seinem Insolvenzverfahren nicht offengelegt hatte. Dafür wurde er in vier von 24 Punkten schuldig gesprochen. Richterin Deborah Taylor hat nun entschieden: Der ehemalige Tennis-Star muss in den Knast! KURIER zeigt, was Boris Becker da erwarten würde.

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Schickt die Richterein Boris Becker in den Knast?

Die Laienrichter am Londoner Gerichtshof Southwark Crown Court waren zu der Ansicht gelangt, dass Becker eine Immobilie in seinem Heimatort Leimen verschleiert, unerlaubterweise hohe Summen auf andere Konten überwiesen und Anteile an einer Firma für Künstliche Intelligenz verschwiegen hatte.

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Nun entschied Richterin Deborah Taylor darüber, ob und wie lange Boris Becker ins Gefängnis muss. Dieselbe Richterin hatte Wikileaks-Gründer Julian Assange im Mai 2019 wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt.

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In dieses Gefängnis in Wandsworth würde Boris Becker wohl kommen, wenn er zu einer Haftstrafe verurteilt wird. IMAGO / ZUMA Wire

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Und noch eine Parallele droht Boris Becker: Auch er wird wohl ins Gefängnis Wandsworth im Südlondoner Stadtbezirk London Borough of Wandsworth kommen. Dort saß auch Julian Assange schon ein. „Dort gab es verrückte Pädophile, die die ganze Nacht immerzu lauthals von ihren Verbrechen erzählt haben. Man hörte ihre Rufe die ganze Nacht hindurch“, berichtete der damals.

Platz bietet das Gefängnis Wandsworth für 1500 Gefangene. Es gibt einen separaten Trakt für Sexualstraftäter. Die Gefängnis-Wärter in Wandsworth gelten als besonders streng und gnadenlos.

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Einem Bericht des britischen Journalisten und Dokumentarfilmer Chris Atkins zufolge, der selbst dort einsaß, muss man sich in diesem Knast eine 6,5 Quadratmeter kleine Zelle zu zweit teilen. Es herrschen Gewalt und Drogenmissbrauch, die Toiletten seien komplett versifft und es gebe eine sogenannte Shitiquette – also spezielle Verhaltensregeln für den Klogang.

Im Gefängnis Wandsworth saßen schon etliche Promis ein – ist Boris Becker der nächste? IMAGO / ZUMA Wire

Erschreckende Zustände in dem Knast, in den Boris Becker kommen würde

Auch BBC hatte schon über die widerlichen Zustände in Wandsworth berichtet. „Das Erste, was einem auffällt, ist der Lärm. Das in den 1850er-Jahren erbaute Gefängnis hallt mit 1600 Stimmen wider“, heißt es dort. Ein Insasse erzählte dem Portal: „Bei allem Respekt, sie haben hier so wenig Personal, dieser Ort kann nicht laufen, er ist unsicher. Sogar viele Mitarbeiter hier haben Angst.“ Er berichtet von gebrochenen Knochen. Von Drogen. Von überforderten Gefängnis-Wärtern.

Boris Becker wäre übrigens nicht der erste Promi, der in den Knast geht, der nicht für einen Promi-Bonus bekannt ist. Neben Julian Assange und Chris Atkins saßen hier auch schon Schriftsteller Oscar Wilde, Rockstar Pete Doherty, Ex-Energieminister Chris Huhne und 70er-Musik-Star Gary Glitter ein.

Und Wandsworth hat auch etwas Gutes. Zur Einrichtung in Wandsworth gehören zwei Fitnessstudios und eine Sporthalle. Das könnte Boris Becker die mögliche Zeit im Knast ja dann vielleicht doch etwas angenehmer machen.