Boris Becker. (Archivbild)
Boris Becker. (Archivbild) dpaAlberto Pezzali/AP

Nach siebeneinhalb Monaten im Knast ist Boris Becker aus dem Gefängnis entlassen worden. Der Ex-Tennis-Star wurde am Donnerstagvormittag aus dem Huntercombe-Gefängnis in Oxfordshire entlassen.

Nach mehr als sieben Monaten in britischer Haft ist der ehemalige Tennis-Star damit wieder in Freiheit. Er wird aus Großbritannien abgeschoben, wohl umgehend nach Deutschland ausgeflogen.

Der Rest seiner Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verfällt. Der 55-Jährige darf aber wohl frühestens in seine Wahlheimat Großbritannien zurückkehren, wenn seine eigentliche Strafe abgelaufen ist. Becker lebt seit Jahren in London, besitzt aber nicht die britische Staatsbürgerschaft.

In Freiheit durch spezielles Entlassungs- und Abschiebungsprogramm

Nach britischem Recht können Häftlinge eigentlich erst auf Bewährung entlassen werden, wenn sie mindestens die Hälfte ihrer Gefängnisstrafe verbüßt haben. Bei Becker wären das 15 Monate, Stichtag also der 29. Juli 2023. Allerdings profitierte er von einem speziellen Entlassungs- und Abschiebungsprogramm. Dafür kommt jeder ausländische Häftling in Frage, „der bis zu zwölf Monate vor dem frühesten Entlassungszeitpunkt aus dem Gefängnis entlassen und abgeschoben werden kann“.

Der dreifache Wimbledon-Sieger war am 29. April in London verurteilt worden, weil er seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen hatte. Becker war 2017 gerichtlich für zahlungsunfähig erklärt worden. Daraufhin musste er den Insolvenzverwaltern sein Vermögen offenlegen - dabei ließ er aber nach Ansicht des Gerichts wichtige Teile aus. Er saß zuletzt im Huntercombe-Gefängnis westlich der britischen Hauptstadt ein.