Sicherheitskräfte und Sanitäter am Tatort auf der Insel Jolo. Foto: AFP

Bei einem Doppelbombenanschlag im Süden der Philippinen sind am Montag mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Unter den Opfern seien zahlreiche Soldaten, erklärte das Militär nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Der Angriff ereignete sich auf der Insel Jolo, wo von der Regierung unterstützte Sicherheitskräfte seit langem gegen die militante Islamistengruppe Abu Sayyaf kämpfen.

Fünf Soldaten und vier Zivilisten seien getötet worden, als eine selbstgebaute, an einem parkenden Motorrad befestigte Bombe vor einem Supermarkt explodierte, sagte der Offizier Corleto Vinluan vor Reportern. 16 Soldaten und etwa 20 Zivilisten wurden demnach verletzt.

Bei einem kurz darauf verübten Selbstmordanschlag sprengte sich nach seinen Angaben eine Frau in die Luft, als Polizisten gerade den ersten Tatort absperrten. Dabei starb ein weiterer Mensch, sechs Polizisten wurden verletzt, wie Vinluan berichtete.

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 150.000 Tote in den letzten Jahren durch Kämpfe mit militanten Rebellen 

Jolo liegt im mehrheitlich muslimischen Süden der Philippinen. In der Region wurden in den vergangenen Jahrzehnten bei Kämpfen mit militanten Rebellen rund 150.000 Menschen getötet.

Die mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Verbindung stehende Gruppe Abu Sayyaf wurde in den 90er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden gegründet. Sie wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt.

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Im Jahr 2017 enthaupteten die Islamisten den 70-jährigen deutschen Segler Jürgen Kantner, nachdem die Forderungen nach einem Lösegeld von rund 600.000 Dollar (540.000 Euro) nicht erfüllt worden waren.