Potsdamer Freundschaftsinsel Foto: imago images / Rainer Weisflog

Eine auf dem Grund der Havel in Potsdam entdeckte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll am Freitag entschärft werden. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Um den Fundort in der Innenstadt nahe der Freundschaftsinsel werde am Freitagmorgen ein Sperrkreis von 800 Metern eingerichtet. Etwa 13.000 Menschen in der Innenstadt und in der Hochhaussiedlung Zentrum-Ost müssen dann ihre Wohnungen verlassen. Zudem werden der Hauptbahnhof, zwei Havel-Brücken, drei Seniorenheime, mehrere Museen und die Feuerwache gesperrt. Das Klinikum Ernst von Bergmann am Rande des Sperrkreises müsse nicht evakuiert werden.

Die Fünf-Zentner-Bombe englischer Bauart war nach Angaben der Stadt am Dienstag bei einer systematischen Suche in drei Meter Tiefe im Schlamm der Havel gefunden worden. Während der Sperrzeit bis zur Entschärfung des Blindgängers sollen die Regionalbahnen umgeleitet werden, die S-Bahnen der Linie S7 enden und starten im S-Bahnhof Babelsberg. Der Straßenbahnverkehr wird unterbrochen und der Autoverkehr weiträumig umgeleitet. Mehr als 400 Mitarbeiter der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei sollen den Sperrkreis am Freitagvormittag räumen und absichern.

Am Nachmittag will Sprengmeister Mike Schwitzke über die geplante Entschärfung des Blindgängers im Flussbett informieren. Bei der Bombe handele es sich um den 203. Blindgänger, der seit der Wende gefunden wurde, teilte die Stadt mit. In der Statistik werden Fliegerbomben ab 50 Kilogramm erfasst. (dpa)