Auch in diesem Jahr wird wieder über ein Böller-Verbot diskutiert.
Auch in diesem Jahr wird wieder über ein Böller-Verbot diskutiert. imago/Wolfgag Maria Weber

In jedem Jahr wurde rund um die Silvesternacht über Sinn und Unsinn der Böllerei debattiert – doch in diesem Jahr spitzen sich die Diskussionen immer weiter zu. Aus zwei Gründen: Zum einen liegen hinter den Deutschen zwei Jahre ohne große Knallerei – Corona machte es möglich. Zum anderen führen die Ereignisse im Berliner Bezirk Neukölln dafür, dass nun noch einmal Schwung in die Diskussion kommt. Nur: Was tun, falls kein Verbot kommt? Ein Tierarzt hat eine ganz besondere Idee: Hundehalter sollen Supermärkte boykottieren!

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Sie haben richtig gelesen: Wer gegen Böller ist, soll in bestimmten Märkten im neuen Jahr einfach nicht mehr einkaufen. Dieser Vorschlag kommt von einem Tierarzt, der mit seiner Argumentation natürlich vor allem für die Haus- und Wildtiere spricht, die sich vor der Knallerei fürchten, in der Nacht der Nächte furchtbare Ängste ausstehen müssen.

Sollten Hundehalter Supermärkte mit Feuerwerk boykottieren?

„Jedes Jahr freuen wir Hundehalter:innen uns über Läden und Märkte, die sich dem Verkauf von Feuerwerkskörpern verweigern“, schrieb der Tierarzt Ralph Rückert aus Ulm bereits am 30. Dezember auf der öffentlichen Facebook-Seite seiner Praxis. „Meine Frau hat heute unsere beiden Supermärkte abgefragt und zur Antwort bekommen, dass sie ebenfalls kein Feuerwerk verkaufen wollen.“

Jedes Jahr seien Hundehalter und Hundehalterinnen am Fluchen, wenn schon zum Verkaufsbeginn geböllert wird. „Habt Ihr, also die doch nicht gerade wenigen Hundebesitzer:innen in Deutschland, mal darüber nachgedacht, Euer Einkaufsverhalten im nächsten Jahr davon abhängig zu machen, ob der Supermarkt oder Discounter Eurer Wahl Feuerwerk verkauft oder nicht?“, fragt er. „Seid Ihr Euch Eurer Marktmacht bewusst?“

Hilft ein Boykott auf dem Weg zum Böller-Verbot?

Man könne damit etwas erreichen, „wenn Feuerwerksverkäufer in den nächsten Monaten einen kleinen, aber spürbaren Umsatzrückgang verzeichnen müssten“, so der Tierarzt weiter. „Supermärkte und Discounter sind daran gewöhnt, mit spitzem Bleistift rechnen zu müssen. Also wird sich für die sehr schnell zeigen, ob sich der Absatz von Feuerwerk noch rentiert, wenn als Konsequenz alle Hundemenschen für ein Jahr wegbleiben.“

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Mit seinem Vorschlag sorgt er bei vielen seiner Facebook-Follower für Begeisterung. „Ehrlich gesagt, habe ich darüber erstaunlicherweise nicht nachgedacht. Aber Sie haben völlig recht. Wir können damit was bewirken! Vielleicht kommt ja dann doch noch irgendwann ein Verbot“, schreibt eine Nutzerin. Und eine schreibt: „Nicht nur die Hundemenschen, auch Katzenmenschen machen da sicher gern mit. Ich auf jeden Fall.“

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Doch ein vollständiger Boykott dürfte nicht so einfach werden. „Leider verkauft dieses Jahr bei uns jeder verdammte Supermarkt und Discounter den Mist. Damit ist meine Wahl... nicht vorhanden“, schreibt eine Nutzerin. „Ich mag sogar Feuerwerk an und für sich, aber... die Leute sind so bekloppt geworden.“ Sie sei kein Freund von Verboten. „Aber hier wäre ich dafür, da den meisten Menschen offenbar die Intelligenz fehlt, damit vernünftig umzugehen.“