Ein Reisebus liegt umgestürzt neben der B10 in einem Feld. Bei schneeglatter Fahrbahn und starkem Wind kam der Bus von Straße ab. Acht Insassen wurden leicht verletzt. Foto: dpa

Der zu Ende gehenden Winter war der zweitwärmste in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen von 1881. Vielerorts war er gar ein „Totalausfall“, wie es der Deutsche Wetterdienst (DWD) nannte. Dafür hat er jetzt noch kräftig nachgelegt. Glatte Straßen, Sturmböen und heftige Schneefälle haben Bahn- und Autofahrern in mehreren Bundesländern zu schaffen gemacht. Bei einem Busunfall gab es mehrere Verletzte. Und eine junge Autofahrerin kam ums Leben.

In der Nähe von Ulm (BaWü) wurde in der Nacht zu Freitag ein Reisebus aus Kroatien auf der B10 auf schneeglatter Fahrbahn von einer Windböe erfasst und kippte um. Der Fahrer (48) und eine 53- jährige Passagierin wurden schwer verletzt, auch sechs weitere Fahrgäste erlitten Verletzungen. Die B 10 musste über mehrere Stunden voll gesperrt werden. Zwei Schwerlastkräne bargen das Fahrzeug.

Wegen des Orkans "Bianca" ist die Kombination der Ski-Rennfahrer beim Alpin-Weltcup im österreichischen Hinterstoder für Freitag abgesagt worden. Foto: dpa

Wetter-Unfall-Drama auch in Rheinland-Pfalz: Eine 21-jährige Autofahrerin kam auf schneeglatter Straße am Donnerstagnachmittag im Kreis Mayen-Koblenz von der Spur ab. Dabei stieß sie mit dem entgegenkommenden Auto eines 60-Jährigen zusammen. Die junge Frau überlebte den Unfall nicht.

Umgestürzte Bäume, Straßenschilder oder Bauzäune

Auf der A48 bei Ulmen in Rheinland-Pfalz gerieten mehrere Lastwagen ins Schlingern und stellten sich quer. Die Folge waren lange Straus in beide Richtungen. In Hessen kamen Autofahrer im abendlichen Berufsverkehr ins Rutschen. Vor allem im Hochtaunuskreis gab es teils massive Verkehrsprobleme wegen einer Reihe von Glätteunfällen. Meist blieb es bei Blechschäden, auch von mehreren Leichtverletzten berichtet die Polizei.

Auch in anderen Landesteilen im Süden und Südwesten waren in der Nacht Einsatzkräfte zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Dabei ging es meist um umgestürzte Bäume, Straßenschilder oder Bauzäune. Bei den meisten anderen Unfällen wurden Menschen leicht verletzt. Pendler und Zugreisende müssen sich in Baden-Württemberg weiter auf Einschränkungen im Regionalverkehr einstellen. Zuvor musste am Donnerstagabend zwischen Nürnberg und Stuttgart ein IC-Zug auf freier Strecke anhalten. Grund war ein Baum, der ins Gleis gekracht war. Die Reisenden mussten mindestens eine Stunde ausharren.

Im Fernverkehr war es am Abend durch Schneefall und starken Wind zu mehreren Streckensperrungen gekommen, etwa zwischen Offenburg und Freiburg oder zwischen Nürnberg und Würzburg. Die Strecke zwischen Salzburg und Rosenheim war zeitweilig stromlos. Das Winter-Intermezzo soll jedoch nur von kurzer Dauer sein. Bereits am Wochenende soll es dem DWD zufolge wieder deutlich wärmer werden.