Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dpa/Carsten Koall

In einer WG zu wohnen ist nicht immer einfach. Und nicht jeder ist dafür auch geschaffen. Das gibt jetzt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu, der bisher mit seiner erwachsenen Tochter Rosa in einer Wohnung zusammenlebte und nun wieder allein zu Hause ist.

„Meine Tochter ist kürzlich ausgezogen, weil sie jetzt in Köln arbeitet“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. Der Minister räumte ein, dass er kein einfacher Mitbewohner sei.

„Ich muss zugeben, dass ich kein gutes Match in einer WG bin. Sehr oft muss ich mit Gefälligkeiten Abbitte leisten, weil ich meine Hausarbeit mal wieder verpasst habe oder mindere Qualität abgeliefert habe“, sagte der 59-Jährige. Für den Haushalt sei er „schlicht und ergreifend nicht gemacht“.

Das spiegele sich auch beim Kochen an Weihnachten wider. Die Zubereitung des Menüs an Heiligabend oblag seiner ältesten Tochter Rosa. „Sie ist Vegetarierin wie ich und kocht dann mir zuliebe ohne Salz. Im Vergleich zu mir ist sie eine Meisterköchin. Ich muss somit beim Kochen auf meine Kinder setzen. Mit mir am Herd wäre das Essen im besten Fall ungenießbar“, gestand Lauterbach selbstkritisch ein.

Dabei ist der Minister kein Kostverächter was Essen und Trinken anbelangt – und was auch für den Menschen gut ist. So empfiehlt Lauterbach gesunden Bürgern sogar ein Glas Wein oder Bier am Tag. „Für den Menschen, der keine Krankheiten hat, die dagegen sprechen, ist ein Glas Rotwein sogar gesund“, so der Minister. Es wirke sich positiv auf den Erhalt der Gefäße aus. „Ein Glas Bier tut es auch.“

Lauterbach, der selbst gerne Rotwein trinkt, warnte aber gleichzeitig: „Leider zeigt die neueste Studienlage, dass die positive Wirkung nur für ein Glas gilt, ab dem zweiten Glas überwiegen schon leicht die schädlichen Wirkungen.“ Er selbst „halte streng Maß“. Der in Deutschland beliebte Verdauungsschnaps helfe nur psychologisch, aber nicht physisch. „Die Studienlage sagt, dass der Magen mit Schnaps noch mehr Arbeit hat. Aber die Placebowirkung vom Schnaps ist bei uns so ausgeprägt, dass man einen Schnaps empfehlen kann“, meinte der Mediziner.

Ein Foto aus Vor-Minister-Zeiten zeigt Karl Lauterbach mit einem Glas Rotwein auf einem Sommerwest der Winzer (2010).
Ein Foto aus Vor-Minister-Zeiten zeigt Karl Lauterbach mit einem Glas Rotwein auf einem Sommerwest der Winzer (2010). Imago/Fabian Matzerath

Karl Lauterbach: „Ein Glas Rotwein am Tag ist gesund “

Falls es beim Weihnachtsessen oder der Silvesterparty doch nicht bei einem Glas Wein oder Bier bleibt, empfiehlt Lauterbach sein persönliches Anti-Kater-Mittel: „Auch wenn es dazu keine Studien gibt, zeigt meine Erfahrung: Ein doppelter Espresso zum Ende der Party macht einen Unterschied“, sagte er. Daneben empfiehlt er zur Vermeidung der Kopfschmerzen am nächsten Tag „genug essen und viel Wasser trinken“.

Besorgt zeigte sich Lauterbach über den hohen Fleischkonsum der Deutschen: „Wir sollten weniger Fleisch essen. Jeden Tag Wurst, Schnitzel oder Braten verursacht Herzkreislauferkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, Darmkrebs. Zu viel Fleisch lässt uns leider auch schneller altern.“

An Festtagen wie Weihnachten „ist der Braten aber völlig okay“. Lauterbach ernährt sich seit Jahren ohne Salz und Fleisch, wobei ihm der Verzicht auf Fleisch immer noch „sehr viel schwerer“ fällt als das Salz wegzulassen. „Als Kind habe ich die Rouladen oder den Sauerbraten, den meine Mutter sonntags gemacht hat, geliebt. Ich war ein passionierter Fleischesser: Salami, rohen Schinken, Schwarzbrot mit Leberwurst“, so der Minister.