Silvester ist für Tiere eine einzige Qual! Pferde hören doppelt so gut wie Menschen, nehmen weitaus höhere Frequenzen als Menschen wahr. Diese Fähigkeit wird ihnen zum Jahresende zum Verhängnis: Jeder Silvesterknaller versetzt sie in Stress, die Tiere reagieren schnell panisch. So ist es wohl dem Pferd Johnny widerfahren: Es graste auf der Koppel, als ein Silvesterknaller das Tier aufschreckte.

Es ist Freitag, der 30. Dezember – zwar wird das Feuerwerk seit Donnerstag legal in Geschäften verkauft, anzünden darf man es legal aber erst ab dem 31. Dezember, wie Rechtsexperten klarstellen: Wer vorher zündet, riskiert Bußgelder bis zu 10.000 Euro. Werden nicht zugelassene Knaller gezündet, droht eine Geldstrafe bis zu 50.000 Euro oder sogar bis drei Jahre Knast!

Silvester-Deppen zünden Knallkörper, um das blinde Pferd Johnny leiden zu sehen

Das hat Knallköppe nicht abgehalten, in unmittelbarer Nähe der Koppel einen Knaller zu künden. Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Marek Wegner berichtete, war das blinde Pferd Johnny am Freitag offenbar von einem Silvesterböller aufgeschreckt worden und von der Koppel gerannt. Weil es nichts sehen konnte, lief das Tier in Seelze in den Fluss, aus dem es alleine nicht mehr herausfand.

Als die vom Pferdehalter informierten Feuerwehreinsatzkräfte eintrafen, war Johnny bereits ein Stück weit flussabwärts gewandert. „Die Einsatzstelle war etwa 400 Meter weit von der Pferdekoppel entfernt“, sagte Wegner. Das Pferd habe ruhig in der Mitte des Flusses auf einer Sandbank gestanden.

Um das blinde Pferd nicht zu erschrecken, sei auf ein Boot verzichtet worden. Der Helfer sei zu Fuß in die Flussmitte gegangen, habe dem ruhig wartenden Tier ein Halfter umgelegt und sei zusammen mit ihm wieder zum Ufer gegangen. Dort wurde Johnny bereits von seinem Halter erwartet.