Priscilla Neves vermisst ihre Eltern: Sie waren im Haus der Familie in Petrópolis, als es von einer Schlammlawine erfasst wurde. dpa/AP

Nach Erdrutschen und Überschwemmungen in Folge von heftigem Regen ist die Zahl der Toten in der Bergregion von Rio de Janeiro auf mindestens 67 gestiegen. Dies berichtete das brasilianische Nachrichtenportal „G1“ am Mittwoch unter Berufung auf die Stadtverwaltung von Petrópolis und die Feuerwehr. Demnach waren acht Kinder unter den Opfern. Die Zahl der Toten könne noch höher sein, zitierte die Nachrichtenagentur Agência Brasil den Bürgermeister von Petrópolis, Rubens Bomtempo.

Erdrutsche und Überschwemmungen verwüsteten die Bergregion von Rio de Janeiro. dpa/AP/Silvia Izquierdo

Die Zahl der Verschütteten war zunächst nicht bekannt. Feuerwehr und Bewohner suchten nach ihnen. Insgesamt 21 Personen wurden der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro zufolge lebend gerettet. Mindestens 80 Häuser wurden laut Berichten von einer Schlammlawine erfasst, mehr als 300 Personen mussten demnach ihre Häuser verlassen.

"Es ist fast eine Kriegssituation"

Am Dienstag hatte es dem Meteorologie-Sender Climatempo zufolge in sechs Stunden mehr geregnet, als für den gesamten Monat Februar erwartet worden war. Hänge rutschten ab, Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen, Straßen waren blockiert. „Es ist fast eine Kriegssituation“, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Claudio Castro.

Bei einer Unwetterkatastrophe im Bergland von Rio de Janeiro im Jahr 2011 waren mehr als 900 Menschen ums Leben gekommen. Sie galt als die schlimmste in der Geschichte Brasiliens, von der unter anderem auch das von deutschen Einwanderern geprägte Petrópolis, einst Sommersitz der brasilianischen Kaiserfamilie, mit seinen rund 300.000 Einwohnern betroffen war.