Eine Immunität nach überstandener Corona-Infektion wäre wünschenswert, ist aber keineswegs sicher. Foto: dpa/Oliver Berg

In der Corona-Pandemie hoffen viele Menschen auf Immunität - nach überstandener Infektion oder durch eine bald verfügbare Impfung. Beides könnte das Immunsystem gegen den Erreger wappnen und Menschen vor der Krankheit Covid-19 schützen. Nun aber deuten viele Studien darauf hin, dass gerade bei Menschen, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar sind.

So fand eine Untersuchung des Universitätsspitals Zürich bei Menschen mit milden oder asymptomatischen Verläufen keine sogenannten IgG-Antikörper im Blut. Diese sind wichtig für das Immungedächtnis - damit das Immunsystem bei erneutem Kontakt mit dem Erreger stärker und schneller reagiert. Die Studie wurde bislang noch nicht veröffentlicht, doch eine Untersuchung aus Lübeck weist in die Richtung. Das Gesundheitsamt konnte bei 30 Prozent von 110 Corona-Infizierten mit ebenfalls höchstens mäßigen Covid-19-Symptomen keine Antikörper feststellen.

Noch ist unklar, was diese Studienergebnisse für eine mögliche Immunität bedeuten. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, betont, man müsse differenzieren: „Es gibt bei Antikörpern verschiedene Qualitäten, und nicht alle verhindern eine Infektion.“ Wichtig sei, harte Daten zu finden: „Ob ein Immunschutz entsteht, muss an der Realität gemessen werden.“ Derzeit legen Studien nahe, dass eine komplette Immunität nur einige Monate besteht, eine Symptome abmildernde Immunität aber länger andauern könne.