Barbara Becker will Rassismus und Diskriminierung nicht länger hinnehmen. Foto: Jens Krick

Die frühere Frau von Tennisstar Boris Becker, die Unternehmerin Barbara Becker, hat nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd ein selbstbewusstes und entschiedenes Vorgehen gegen Rassismus gefordert. „Ich will und werde mich an Rassismus und Diskriminierung nie gewöhnen können und auch nicht wollen“, sagte die 53-Jährige der Illustrierten „Gala“. Wichtig sei, „dass man ein gutes Selbstbewusstsein für sich entwickelt und dieses immer wieder pflegt“.

Sohn Noah als „kleiner Halbneger“ verunglimpft

Dies sei auch ein ganz wichtiger Punkt bei Kindern, sagte Becker, die mit Tennislegende Boris Becker zwei Söhne hat und seit vielen Jahren in den USA lebt. Diese müssten so erzogen und gefördert werden, „dass sie ohne Minderwertigkeitskomplex groß werden“. Sie berichtete auch über eigenen Erfahrungen: „Ich wurde auch schon angefeindet und mir wurden Sachen wie 'Geh doch dahin zurück, wo du herkommst' an den Kopf geworfen.“

Sie erinnerte auch daran, dass ihr Sohn Noah vor zwei Jahren über das Twitterkonto des AfD-Politikers Jens Maier als „kleiner Halbneger“ verunglimpft wurde. Noah reichte damals umgehend eine Klage gegen den Politiker ein und bekam in erster Instanz Recht.  Er erhielt 7.500 Euro Schmerzensgeld und die Anwaltskosten wurden übernommen. Das Geld spendete er. Barbara Becker sagte dazu, er habe das damals „komplett allein gemacht und ohne jede Rücksprache mit mir auf diese scheußliche Verunglimpfung reagiert“. In ihrer Familie gebe es eine „ganz klare Linie bei öffentlichen Angriffen: Ruhe bewahren“.

Sieben Jahre warenn Barbara und Boris Becker verheiratet. Beide haben zwei Sohne, Noah und  Elias (hier auf einem Foto aus de Jahr 2003). Foto: AP Photo/Patricia McDonnell

Zehn Jahre waren Barbara und Boris Becker ein Paar, sieben davon verheiratet. Im Jahr Januar 2001 wurde die Ehe geschieden. Auch Deutschlands Tennislegende hat sich den „Black Lives Matter“-Protesten angeschlossen. Der 52-Jährige postete ein Video von sich an einer Demo in London – und wurde dann neben positivem Feedback auch von vielen negativen Kommentaren überrascht.

„Ich bin erschüttert, schockiert, erschrocken über die vielen Beleidigungen NUR aus Deutschland für meine Unterstützung der #BlackLivesMatters-Demo“, schrieb der sechsfache Grand-Slam-Sieger als Reaktion darauf auf Twitter, „warum, weshalb, wieso??? Sind wir ein Land von Rassisten geworden...?"