Ein Braunbär. (Symbolfoto)
Ein Braunbär. (Symbolfoto) dpa/Lino Mirgeler

Es ist noch immer ein Schock für die Gemeinde Val die Sole und das ganze Trentino. Nach dem Tod eines 26-jährigen Joggers nach einer Bären-Attacke sind Details über den Todeskampf des jungen Mannes an die Öffentlichkeit gekommen. Derweil setzt sich Italiens Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin von der konservativ-populistischen Forza Italia dafür ein, das Leben der Bärin zu retten.

Bärin tötet Jogger: So versuchte sich der 26-Jährige zu verteidigen

Der Körper des 26-Jährigen wies schwere Verletzungen auf, wie eine Autopsie öffentlich machte. Demnach war der Leichnam von tiefen Kratzern auf Körper und Gesicht gezeichnet. Zudem gab es mehrere Bisswunden und eine tiefe Wunde am Bauch. Weitere Untersuchungen lenkten den Blick auf einen Stock mit Blutspuren, der darauf hindeutet, dass sich der Jogger noch mit diesem Werkzeug gegen die Bärin versucht hatte zu verteidigen. Jedoch ohne Erfolg. 

Bärin Gaia im Jahr 2020. Für eine Untersuchung wurde das Tier sediert.
Bärin Gaia im Jahr 2020. Für eine Untersuchung wurde das Tier sediert. dpa/Stringer

Neben dem Schicksal des Joggers steht die für seinen Tod verantwortliche Bärin nun im Fokus der Öffentlichkeit. Denn die Zukunft des Tiers mit der Erkennungsnummer JJ4, das inzwischen unter dem Namen Gaia bekannt ist, ist noch unklar. „Wir müssen einen Ort finden, wo wir den Bären hinbringen. Ihn zu erlegen ist keine Lösung“, sagte Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin. 

Bärin tötet Jogger: Was geschieht mit Gaia?

Damit widerspricht Fratin dem Regionalpräsidenten des Trentino Meurizio Fugatti. Der Politiker der rechtspopulistischen Lega hatte gefordert das Tier zu erlegen. Auf Bundesebene regieren Lega und Forza Italia zusammen.

Nach einer Klage von Tierschützern setzte ein Gericht den Abschussbefehl von Fugatti aus. Der Bär wurde lebend gefangen und in ein abgesperrtes Wildgehege gebracht. Am 11. Mai ist eine Anhörung vor Gericht zum Schicksal von Gaia geplant. Bis dahin will Fratin eine Lösung für eine Anhörung parat haben. 

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Gaia ist übrigens die Schwester des 2006 in Bayern erschossenen „Problembären“ Bruno. In den Wäldern des Trentino wurden seit den 90er Jahren im Rahmen eines europäischen Projekts Bären in die freie Wildbahn entlassen. Rund 100 Tiere leben Schätzungen zufolge inzwischen in den norditalienischen Wäldern - die Region will deren Anzahl nach dem jüngsten Vorfall halbieren.