Volle Strände wie hier in Zinnowitz. Die Ostsee bleibt beliebt als Urlaubsort, doch das Meer erweist sich als tückisch für unerfahrene Schwimmer. imago/Krumbholz

Die Serie von tödlichen Badeunfällen in der Ostsee reißt nicht ab. Ein 59-Jähriger war am Mittwochabend mit seiner Ehefrau am Nordstrand vor Göhren (Kreis Vorpommern-Rügen) geschwommen, wie die Polizei in Neubrandenburg mitteilte. Rund 100 Meter vom Strand entfernt bemerkte die Frau, dass ihr Mann leblos im Wasser trieb. Rettungskräfte zogen ihn aus dem Wasser, Wiederbelebungsversuche blieben vergeblich.

Mindestens drei Badetote waren allein im Juli an der Ostsee gezählt worden. Immer wieder unterschätzen Menschen Strömungen und Wetterverhältnisse. Am 18. Juli war vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (Vorpommern-Rügen) ein Badegast trotz starken Windes und Wellenganges am Sonntagabend an einer Buhnenreihe in Zingst in die Ostsee gesprungen. Das hätten Zeugen beobachtet. Die Suche nach ihm blieb erfolglos.

Am selben Wochenende waren bei Badeunfällen zwei weitere Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ums Leben gekommen, zwei 54 und 57 Jahre alte Urlauber in der Ostsee vor Rügen beziehungsweise bei Ahrenshoop auf der Halbinsel Darß.

Kajak-Fahrer kentert wegen starken Windes im Achterwasser

Ein Kajakfahrer ist am vergangenen Samstagabend aus dem Achterwasser gerettet worden, nachdem er bei starkem Wind gekentert war. Der 47-Jährige wollte von der Insel Görmitz nach Koserow auf Usedom fahren, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Dabei habe er die Witterungsverhältnisse unterschätzt. Er sei wegen des immer stärker werdenden Windes und des daraus resultierenden Wellengangs gekentert. Seine Versuche, das Kajak wieder umzudrehen, seien gescheitert. Dann sei es dem Mann gelungen, einen Freund an Land mit dem Handy von dem Unglück zu informieren. Dieser wiederum rief die Rettungskräfte, die den 47-Jährigen aus dem Wasser zogen. Elf Feuerwehrleute seien dabei im Einsatz gewesen.

Retter holen hilflose Frau aus Ostsee – Bade-Warnungen ignoriert

Eine Übung von Wasserrettern hat einer Urlauberin aus Niedersachsen in Mecklenburg-Vorpommern vermutlich das Leben gerettet. Die 54-Jährige wurde bei Graal-Müritz von Rettern am Samstagabend bei stürmischem Wetter aus dem Wasser geholt, wie Andre Rieckhoff als Leiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Sonntag sagte. Die Touristin aus dem Kreis Nienburg/Weser war schwimmen gegangen und hatte sich an einem Buhnenkopf festgeklammert, wo sie wegen starker Strömungen nicht mehr weggekommen war.