Siegfried Fischbacher mit seinem langjährigen Partner Roy Horn. Foto: dpa

Viele Jahre begeisterten sie mit ihren weißen Tigern das Publikum in Las Vegas. Doch nun - acht Monate nach seinem Lebenspartner Roy Horn - ist auch der berühmte Magier Siegfrid Fischbacher gestorben. Wie seine Schwester Dolore der Bild mitteilte, starb Siegfried am Mittwochabend im Alter von 81 Jahren.

Fischbacher, der kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges im bayerischen Rosenheim geboren wurde, litt bereits seit einer Weile an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nun erlag er der tückischen Krankheit. Laut seiner Schwester Dolore, die als Nonne in München lebt, sei er sanft und friedlich eingeschlafen.

Siegfried und Roy im Jahr 1992 mit ihren weißen Tigern. Foto: imago images/teutopress

Siegfried Fischbacher begann im Alter von acht Jahren damit, magische Kunststücke einzuüben. Er selbst sagte einmal, dass er damit die Aufmerksamkeit seines Vaters gewinnen wollte, als der aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft kam und zum Alkoholiker geworden war. Zunächst erlernte Fischbacher den Beruf des Webers, bevor er Mitte der 1950er Jahre nach Italien an den Gardasee zog, um als Zauberkünstler und Kellner zu arbeiten.

Siegfried lernte Roy 1960 kennen

Seinen langjährigen Partner Roy Horn lernte der Bayer im Jahr 1960 auf einem Passagierdampfer kennen. Dort traten sie dann gemeinsam auf. Die erste Wildkatze, die in ihrer Show eine Rolle spielte war der Gepard Chico. Roy, der mit einem Gründer des Bremer Zoos verwandt war, gelang es, das Tier an Bord zu bringen und in Siegfrieds Zaubershow zu integrieren. Ein Erfolgsrezept, das sie weltweit berühmt machen sollte.

Siegfried Fischbacher und Roy Horn posieren in Siegfrieds Heimatstadt Rosenheim mit einem kleinen, weißen Löwen. Foto: imago images/Michael Westermann

Ihr Durchbruch gelang Siegfried und Roy 1966, als sie in einer Benefizshow für das Rote Kreuz Grace Kelly, die Fürstin von Monaco, beeindruckten. Sie wurden gefragte Stars, spielten in Puerto Rico, Paris, tourten durch Japan und kamen dabei immer wieder nach Las Vegas zurück, wo sie immer größere Shows spielten. Dort inszenierten sie im „Mirage“ eine der bis heute aufwändigsten Bühnenshows. An ihrer „Siegfried and Roy at the Mirage Hotel and Resort Show“ wirkten mehr als 60 Personen und 27 weiße Tiger mit. Die Produktionskosten beliefen sich auf mehr als 50 Millionen Dollar.

Siegfried und Roy: Ein Vorfall im Jahr 2003 beendete ihre Bühnenkarriere

Siegfried und Roy heimsten zahlreiche Auszeichnungen ein. Sie wurden in die Hall Of Fame der Amerikanischen Zauberkünstler aufgenommen, wurden in Deutschland als Magier des Jahrhunderts geehrt. Doch durch einen Vorfall im Jahr 2003 fand ihre Show ein jähes Ende. Der weiße Tiger Mantacore biss Roy während der Show in den Nacken und schleifte ihn von der Bühne. Im Nachhinein gab Roy an, dass der Tiger gespürt habe, dass er auf der Bühne einen leichten Schlaganfall erlitten habe und ihn nur habe beschützen wollen. Ärzte halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass der Schlaganfall erst infolge des Bisses aufgetreten war und Roy einen Fehler im Umgang mit dem Tier gemacht haben musste.

Für ihre Show in Las Vegas bekamen Siegfried und Roy einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Foto: imago images/Zuma Press

Unabhängig von der Reihenfolge beendeten die beiden anschließend ihre Bühnenkarriere. Bis zuletzt lebten die beiden mit ihren weißen Tigern auf einem Anwesen in Las Vegas - allerdings nur als gute Freunde. Zwar gaben Siegfried und Roy in den 2000er Jahren zu, lange Zeit ein Paar gewesen zu sein, doch endete die Liebesbeziehung demnach im Jahr 1998. Seither pflegten die beiden noch eine enge Freundschaft, die bis zu ihrem Tod anhielt. Der durch seinen Schlaganfall und den Tigerangriff sichtlich gezeichnete Roy starb im Alter von 75 Jahren nur acht Monate vor Siegfried infolge einer Covid-19-Infektion. Nun schied auch der Rosenheimer Magier aus dem Leben. 

Lesen Sie auch: „Ich werde Roy, den  wahren Tiger-King, vermissen!“ >>

Für die weißen  Tiger des verstorbenen Magier-Duos ist übrigens gesorgt. Laut Bild dürfen die Tiere weiter in dem Privatzoo in Las Vegas leben. Siegfried und Roy verfügten demnach in einem Testament, dass auch nach ihrem Tod für die Tiere gesorgt wird. Ihr Vermögen soll in eine Stiftung überführt werden.