Flüchtlinge kenterten im Mittelmeer mit einem Boot. Foto: AP/Sergi Camara

Es ist schon wieder passiert, vor den Augen Europas: Kurz nach der Rettung aus dem Mittelmeer ist ein sechs Monate altes Flüchtlingsbaby nach Angaben der Helfer auf dem Schiff „Open Arms“ gestorben. Die privaten spanischen Retter hatten am Mittwoch mehr als 110 Migranten vor Libyen aus Seenot geborgen. Wie Open Arms am Donnerstag mitteilte, zog die Mannschaft bei dem Einsatz fünf Menschen bereits tot aus dem Wasser. Mit dem Baby stieg die Zahl der Toten auf sechs.

Nach Angaben der Organisation brachte die italienische Küstenwache die Mutter des toten Jungen aus Guinea, dessen Name mit Joseph angegeben wurde, und eine schwangere Frau auf die Insel Lampedusa. Drei Migranten, darunter ein weiteres Baby, seien aus medizinischen Gründen nach Malta geflogen worden, hieß es. Nach insgesamt drei Rettungsaktionen im Mittelmeer befänden sich nun 257 Migranten an Bord der „Open Arms“.

An Bord des Schiffes der Organisation Open Arms küsst eine Frau ihr Kind, das nach der Rettung aus dem Mittelmeer beatmet wird. Foto: dpa/Sergi Camara

Viele Menschen legen weiterhin in kleinen Booten in den nordafrikanischen Ländern Tunesien und Libyen ab, um nach Europa zu gelangen. Auf der Insel Lampedusa landeten in den vergangenen Tagen mehrere Boote mit Hunderten von Menschen. Insgesamt kamen in Italien nach offiziellen Zahlen 2020 bisher fast 31.000 Migranten an. 2019 waren es im gleichen Zeitraum knapp 10.000 Menschen gewesen.

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Die deutsche Hilfsorganisation Seebrücke sprach in einer Stellungnahme von nun 18 Toten im zentralen Mittelmeer innerhalb von zwei Tagen. „Der Tod dieser Menschen reiht sich in die vielen anderen Katastrophen auf dem Mittelmeer und neuerdings auch im Atlantik ein“, hieß es in einer Mitteilung aus Berlin am Donnerstag.