Die Talbrücke Eisern wird gesprengt. Foto: dpa/Bernd Thissen

Siegen - Im Siegerland ist am Sonntag eine Hälfte der maroden Autobahn-Talbrücke Eisern gesprengt worden. Der Abbruch des mehr als 12.000 Tonnen schweren Beton-Kolosses verlief nach Angaben eines Sprechers des Landesbetriebs Straßen-NRW ohne Probleme. Von Mitternacht bis zum Sonntagnachmittag war die A45 bei Siegen gesperrt.

Hunderte Schaulustige verfolgten das Spektakel - teils von einem Berghang aus mit Campingstühlen, Kind und Kegel. Damit die Brücke aus bis zu 50 Metern Höhe im Ganzen zur Seite ins Tal kippt, wurden an allen fünf Pfeilern zeitgleich insgesamt 60 Kilogramm Sprengstoff gezündet. Dafür seien 500 Zünder verwendet worden, sagte Koordinator Karl-Josef Fischer.

Um die andere Hälfte auf keinen Fall zu beschädigen, sollte die Brücke nicht - wie bei Sprengungen oft gesehen - in sich zusammenfallen. Die Richtungsfahrbahnen Dortmund und Frankfurt liegen jeweils auf separaten Brücken. Zu Fall gebracht wurde nur die 327 Meter lange Nordhälfte.

Neues Brückenbauwerk soll 2024 fertig sein

Bis zur Fertigstellung einer neuen Brückenhälfte wird der Verkehr auf den verbliebenen Fahrbahnen in beide Richtungen geführt. Danach wird die andere Hälfte gesprengt. Das gesamte neue Bauwerk soll 2024 fertig sein.

Der Ausbau der A45 auf sechs Fahrstreifen gehört zu den größten Straßenbauprojekten in NRW. Auf der zentralen Strecke vom Ruhrgebiet durch das Sauerland bis nach Hessen müssen 38 große Talbrücken erneuert werden.