Der Nationalpark Berchtesgaden.
Foto: dpa/Lino Mirgeler

Erstmals seit Frühjahr treten im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen strenge Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Dienstag 14 Uhr nur noch bei Vorliegen „triftiger Gründe“ erlaubt, wie Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) nach einer Krisensitzung mit Landratsamt und Regierung von Oberbayern in Bad Reichenhall mitteilte. Dies bayernweit ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten gelten vorerst für 14 Tage.

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Zudem müssen Schulen und Kitas schließen. Es soll eine Notbetreuung geben, sagte Landrat Bernhard Kern. Auch Freizeiteinrichtungen aller Art sowie Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Ausnahmen gibt es nach Angaben von Kern unter anderem für Mitnahme-Angebote in der Gastronomie. Veranstaltungen mit Ausnahme von Gottesdiensten werden untersagt. Hotels müssen ebenfalls schließen, außer für Übernachtungen von Geschäftsreisenden.

Arbeit, Einkaufen, Sport trotz Corona-Ausgangsbeschränkung möglich

Zu triftigen Gründen für das Verlassen der Wohnung zählen beispielsweise die Ausübung beruflicher Tätigkeiten, nötige Einkäufe, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - aber nur alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands, wie Landrat Kern sagte.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Montagmittag angekündigt, das öffentliche Leben im Berchtesgadener Land müsse heruntergefahren werden, anders gehe es nicht. Die Kontakte der Infizierten könnten nicht mehr verfolgt werden, „also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden“, so Söder. „Es wird das härteste Protokoll sein, dass wir jetzt an der Stelle haben werden“, sagte er.

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Der Kreis Berchtesgaden ist mit einer Bevölkerungsdichte von 126 pro Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt. Wie es zu der Infektionswelle kam, ist bisher nicht geklärt. „Ausgangspunkt war auch wieder eine entsprechende Party“, so Söder, möglicherweise kämen auch weitere Infektionsherde infrage. Auch die Nähe zu Österreich dränge zu einschneidenden Maßnahmen, teilte der Ministerpräsident mit. Wenn jetzt nicht konsequent gehandelt werde, sei die hohe Zahl nicht mehr zu reduzieren.