Laut einer Umfrage im Auftrag der HUK Coburg bewegen sich die Deutschen so am liebsten fort: im Auto. Foto: dpa/Peter Kneffel

Die Deutschen und ihr Auto pflegen seit vielen Jahren eine unergründbar enge Beziehung. Diese Obsession zeigt sich nun einmal mehr in einer Umfrage, nach der das Auto mit großem Abstand als beliebtestes Verkehrsmittel in Deutschland gewählt wurde. Auch wenn daran die Corona-Pandemie nicht ganz unschuldig ist.

Deutsche gehen lieber zu Fuß, als in die S-Bahn zu steigen

Das hat das Umfrageinstitut Yougov im Auftrag der HUK Coburg ermittelt, die die Ergebnisse am Dienstag veröffentlichte. Zahlen des Umfrageinstituts Yougov besagen, für 70 Prozent der Deutschen geht in Sachen Fortbewegung nichts über das Auto. Danach folgen auf Platz zwei die eigenen Füße (38 Prozent). An dritter Stelle lag mit 29 Prozent das Fahrrad. Erst danach kommen Zug (15 Prozent), Straßenbahnen und S-Bahnen (11 Prozent) sowie der Bus (10 Prozent). Yougov befragte im Februar insgesamt 4029 Menschen.

Dabei spielt die Corona-Krise eine Rolle: 27 Prozent sagten, dass die Erfahrungen aus der Corona-Zeit ihre Prioritäten bei der Wahl des Verkehrsmittels verändert hätten, in den Städten waren es sogar 34 Prozent.

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Die am häufigsten genannten Kriterien bei der Wahl des Fortbewegungsmittels sind niedrige Kosten, Schnelligkeit, Flexibilität und Sicherheit. „Möglichst hohe Hygiene“ und „möglichst hohe Privatsphäre“ nannten immerhin noch 19 und 17 Prozent. Der Klimaschutz dagegen ist nur für 11 Prozent ein Entscheidungskriterium. Bei den meisten Fragen waren Mehrfachantworten möglich.

Abgesehen von den persönlichen Vorlieben bei der Fortbewegung von A nach B ließ die HUK die Teilnehmer auch nach ihren Vorstellungen zu Verkehr und Mobilitätskonzepten für die Zukunft befragen. Die Bezahlbarkeit und die Kosten spielen für viele Befragte dabei eine erheblich größere Rolle als die Umwelt. 46 Prozent nannten die Bezahlbarkeit als wichtigstes Kriterium, 29 Prozent den Klimaschutz. „Die Mobilitätskosten, von der Bahn über Kraftstoff bis hin zum öffentlichen Nahverkehr, sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen“, sagte dazu HUK-Vorstandsmitglied Jörg Rheinländer.

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47 Prozent nannten dementsprechend als größte Befürchtung, dass die Kosten für Mobilität steigen könnten, während 27 Prozent besorgt waren, dass der Umweltschutz zu kurz kommen könnte. Forderungen nach einer Umorientierung der Verkehrspolitik im Interesse des Klimaschutzes stoßen jedoch bei einer fast ebenso großen Minderheit auf Vorbehalte: 25 Prozent fürchten „zu einseitiges Forschen nur in vorgegebene Richtungen“, 23 Prozent einen „Verlust an Individualität und Selbstbestimmung“ bei der Wahl des Verkehrsmittels.

Und in Sachen Zukunftserwartungen sagten 45 Prozent, dass die Bedeutung des Autos gleich bleiben werde, 14 Prozent gingen sogar von zunehmender Bedeutung aus. 15 Prozent glauben, dass das Auto weniger wichtig sein wird.

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Eine größere Änderung bei den Präferenzen für die Zukunft zeichnet sich demnach hauptsächlich bei Elektroautos ab. 17 Prozent sagten, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre ein E-Auto als Verkehrsmittel bevorzugen würden, das wäre eine Steigerung zu den sofort Umstiegswilligen um 10 Prozent. Auch E-Fahrräder werden immer beliebter. Bei allen anderen Verkehrsmitteln zeichnen sich nur unwesentliche Änderungen ab.