Ghislaine Maxwell gilt als rechte Hand von Jeffrey Epstein. Bald wird ihr der Prozess gemacht. Foto: AP/John Minchillo

Viele junge Frauen sahen in ihr die Rechte Hand des Teufels. Sie galt als enge Freundin und treue Helferin des verurteilten und inzwischen verstorbenen Sexualverbrechers Jeffrey Epstein. Nach monatelanger Suche wurde sie im Sommer 2020 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Dabei soll sie „körperlich missbraucht“ worden sein, klagt ihre Anwältin.

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In einem Brief an die New Yorker Richterin Alison Nathan beklagte die Anwältin Bobbi Sternheim am Dienstag die Haftbedingungen für Maxwell. Demnach ereignete sich der Übergriff durch einen Justizvollzugsbeamten auf die 59-Jährige während einer Routine-Durchsuchung in ihrer Zelle.

Ghislaine Maxwell bei einem Spaziergang im Jahr 2015. Foto: Imago/ZUMApress

Der Beamte habe Maxwell außerhalb der Sichtweite der Sicherheitskamera in ihrer Isolationszelle platziert, um sie abzutasten, und dabei „körperlich missbraucht“, schrieb Sternheim. Als Maxwell angekündigt habe, den Vorfall öffentlich zu machen, sei ihr gedroht worden.

Bereits in der Vergangenheit hatten Maxwells Anwälte bei den Behörden Beschwerden wegen der Haftbedingungen ihrer Mandantin eingereicht und ihre Freilassung gegen Kaution beantragt. Zuletzt hatte Richterin Nathan einen solchen Antrag im vergangenen Dezember abgelehnt. Sie begründete dies mit einem Fluchtrisiko Maxwells.

Im Sommer wird Ghislaine Maxwell der Prozess gemacht

Maxwell hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe einer Beteiligung am sexuellen Missbrauch von Minderjährigen wiederholt zurückgewiesen. Ein Prozess, der das klären soll, soll im Sommer dieses Jahres beginnen. Ihr drohen bis zu 35 Jahre Haft.

Maxwells früherer Partner Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zum Sex mit seinen reichen Freunden angestiftet haben. Der bestens vernetzte Investmentbanker wurde im Juli 2019 festgenommen und im August tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben.

Prince Andrew mit Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell. Foto: dpa/Capital Pict

Maxwell steht unter Verdacht, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben, die von dem Investmentbanker dann sexuell missbraucht wurden. Die heute 59-Jährige soll an dem Missbrauch teilweise auch selbst beteiligt gewesen sein. Das jüngste Opfer war laut Staatsanwaltschaft 14 Jahre alt.

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Besonders in der Öffentlichkeit stehen Vorwürfe von Virginia Giuffre. Sie sagt, sie sei als 17-Jährige mehrfach von Ghislaine Maxwell dazu gezwungen worden, mit dem britischen Prinzen Andrew zu schlafen. Es existiert ein Foto, auf dem alle drei zusammen zu sehen sind. Der Sohn der Queen hat diese Vorwürfe immer abgestritten.