Andrew Parker war einst Chef des britischen Innlandsgeheimdienstes MI5. Foto: dpa/Stefan Rousseau

Königliche Beerdigungen sind nicht irgendwelche Beerdigungen. Seit dem Tod von Prinz Philip wird Tag und Nacht berichtet. Wird es ein Staatsbegräbnis geben? Nein. Wo wird es stattfinden? In der St. George’s Chapel, Windsor. Das Trauerprogramm bis zur eigentlichen Beerdigung am Sonnabend wird „Operation Forth Bridge“ genannt, nach einer Brücke in Schottland. Philip war schließlich auch Herzog von Edinburgh.

Königliche Hochzeiten, Geburten und Todesfälle sind für viele Briten wahnsinnig symbolträchtig. Hier geht es um die nationale Identität. Aber auch um Zusammenhalt – bitter nötig in Zeiten von Corona und Brexit. Natürlich wird die „Operation“ mit militärischer Präzision organisiert. Sicherheit muss gewährleistet, Infektionsschutzregeln müssen eingehalten werden. Das Volk soll man aber bloß nicht zu viel beim Trauern stören.

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Seit Jahrhunderten ist der leitende Beamte des Königshauses für solche Ereignisse zuständig, der Lord Chamberlain. Der aktuelle Träger dieses Titels, Andrew Parker, ist erst seit dem 1. April im Amt, aber er scheint der richtige Mann für den Job zu sein.

Andrew Parker mit Queen Elizabeth II. Nun muss er die Beerdigung für ihren verstorbenen Ehemann Prinz Philip arrangieren. Foto: dpa/Aaron Chown

Parker hat einen besonderen Lebenslauf. Von 2013 bis 2020 war er Chef des Inlandgeheimdienstes MI5, nicht mit dem internationalen Nachrichtendienst MI6 von James Bond zu verwechseln. Gegründet wurde der MI5 1909, um mutmaßliche deutsche Spione zu verfolgen. Heute kümmert sich die Behörde um die Überwachung von islamistischen Gefährdern sowie Links- und Rechtsextremisten. 2016 gab Parker das allererste Zeitungsinterview eines MI5-Chefs. Im Guardian hat er die Enthüllungen von Edward Snowden harsch kritisiert, sie schadeten nur seiner Arbeit. Die Massenüberwachung, die Großbritannien spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 betreibt, hat er dagegen verteidigt. Übrigens, in seiner Freizeit überwacht Parker auch gerne: Er ist leidenschaftlicher Tierfotograf.

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Nach „Forth Bridge“ wird an den Plänen für die Beerdigung von Queen Elizabeth II. weitergearbeitet: „Operation London Bridge“.