Das Schild einer Walmart-Filiale in den USA (Symbolfoto) imago images

Es bleibt für Walmart zu hoffen, dass sie beim Black Friday richtig Kasse gemacht haben. Denn gleich zwei Jurys in den USA straften den Konzern jetzt am selben Tag mit hohen Geldsummen ab. In South Carolina wurden einer Mutter 10 Millionen US-Dollar Schmerzensgeld zugesprochen, weil sie in einer Filiale in einen rostigen Nagel getreten war. Und eine Frau aus Alabama bekam 2,1 Millionen US-Dollar wegen Rufschädigung, weil Walmart sie unbegründet des Diebstahls bezichtigt hatte.

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April Jones verlor infolge des rostigen Nagels Zehen, Fuß und zuletzt ihren Unterschenkel

April Jones war im Juni 2015 im Walmart von Beltline in South Carolina einkaufen. Dabei übersah sie einen rostigen Nagel, als sie durch die Handwerkabteilung ging. Dieser bohrte sich durch ihre rechte Schuhsohle tief in ihren Fuß. Eine schwere Entzündung und eine Blutvergiftung waren die Folge. Zuerst mussten ihr die Chirurgen die Zehen amputieren, dann den Fuß und zuletzt den Unterschenkel. Seither sitzt Jones im Rollstuhl.

Die Walmart-Anwälte hatten den Prozess jahrelang verzögert, weil ein angebliches Überwachungsvideo nicht aufzufinden war. Die Geschworenen in Florence County brauchten am Ende nur zwei Stunden, um zu ihrem Urteil zu kommen. Die 10 Millionen US-Dollar sind inklusive der angefallenen und zukünftigen Arztkosten sowie Schmerzensgeld für die 39-jährige, alleinerziehende Mutter einer Teenager-Tochter.

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Lesleigh Nurse wurde zu unrecht von Walmart des Ladendiebstahls beschuldigt und unter Druck gesetzt

Lesleigh Nurse wurde im November 2016 beim Herausgehen aus dem Walmart von Semmes in Alabama von einem Manager aufgehalten. Der beschuldigte sie, an der Selbstzahl-Kasse 11 Gegenstände in ihrer Tüte im Wert von 48 Dollar nicht bezahlt zu haben. Nurse war sich sicher, dass sich der Irrtum schnell aufklären würde – denn sie hatte alle ihre Waren bezahlt. Stattdessen wurde sie sogar verhaftet.

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Nurse wurden schnell fallen lassen – da sich Walmart auch weigerte, das Überwachungsvideo zu präsentieren, das laut Nurse in der „New York Times“ eindeutig „meine Unschuld bewiesen hätte!“. Zwei Monate später bekam Nurse einen Zahlungsbescheid über 200 Dollar. Sonst drohte ihr eine Kanzlei, die Walmart vertrat, mit einer Zivilklage wegen Warenraubs. Das ließ sich die Frau nicht bieten und heuerte einen Anwalt an. Der fand heraus, dass Walmart regelmäßig angebliche Ladendiebe mit der Androhung auf eine Klage zur Kasse bat.

Nurse zog wegen falscher Anschuldigungen, Rufschädigung und unzulässiger juristischer Belästigung vor das Zivilgericht. Die Jury von Mobile County schlug sich auf die Seite der Klägerin und setzte die Strafsumme von 2,1 Millionen Dollar fest. Die Walmart-Anwälte haben Einspruch angekündigt, weil „die Strafsumme viel höher ist, als das Gesetz erlaubt!“