Die letzte Nachricht vor seinem Amoklauf schickte der Kinder-Killer Salvador Ramos an eine 15-Jährige in Deutschland. In dem Chat kündigte er seine Tat an. AFP/social media

Amerika steht unter Schock über den Amoklauf in Texas. Der 18-jährige Salvador Ramos hatte am Dienstag an der „Robb Elementary School“, einer Grundschule in der Kleinstadt Uvalde, mit einem Sturmgewehr 19 Schulkinder und zwei Lehrerin getötet. Zuvor hatte er seiner Großmutter ins Gesicht geschossen. Die 66-Jährige überlebte und alarmierte sogar noch die Polizei. Ihr Enkel, der Amok-Killer, wurde später von der Polizei erschossen.

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Nun kommen immer mehr Details zu der grausamen Tag ans Licht. So soll Salvador Ramos kurz vor der Attacke mehrere Nachrichten an ein Mädchen in Deutschland geschickt haben. Der US-Sender CNN berichtete, der 18-Jährige habe der 15-Jährigen aus Frankfurt am Dienstag geschrieben, er werde das Feuer in einer Grundschule eröffnen.

Zuvor habe er sich bei dem Mädchen in Frankfurt darüber beschwert, dass seine Großmutter mit einem US-Telefonanbieter über sein Telefon spreche. „Das ist ärgerlich.“ Sechs Minuten später schrieb er laut CNN: „Ich habe meiner Großmutter gerade in den Kopf geschossen.“ Um 11.21 Uhr Ortszeit (18.21 Uhr MESZ), genau 30 Minuten bevor er 19 Viertklässler und zwei Lehrerinnen erschoss, folgte Ramos’ letzter Eintrag: „Ich werde jetzt eine Grundschule zusammenschießen“ – als letzte Nachricht an die 15-Jährige in Frankfurt.

Seine letzte Nachricht schickte der Kinder-Killer an das Mädchen in Deutschland

Salvador Ramos, der Amok-Killer von Texas. Der 18-Jährige erschoss 19 Grundschulkinder und zwei Lehrerinnen. Polizei/ZUMA Press Wire Service/dpa

CNN beruft sich bei dem Bericht auf Screenshots der Nachrichten und ein Interview mit der 15-Jährigen. Diese sagte demnach, sie habe am 9. Mai damit begonnen, sich über eine App mit dem Schützen auszutauschen. Der 18-Jährige habe ihr Videos von sich geschickt und auch angekündigt, sie in Europa besuchen zu wollen. „Er sah glücklich aus und fühlte sich wohl im Gespräch mit mir“, zitierte CNN das Mädchen.

Jedes Mal, wenn ich mit ihm sprach, hatte er nie Pläne mit seinen Freunden.

Die 15-Jährige aus Frankfurt

Nach eigenen Angaben sprach die Jugendliche täglich über den Chat-Dienst Facetime mit dem Angreifer und hatte auch auf zwei weiteren Apps Kontakt mit ihm. „Jedes Mal, wenn ich mit ihm sprach, hatte er nie Pläne mit seinen Freunden“, sagte das Mädchen CNN zufolge weiter.

Einen Tag vor seiner Tat bekam der Amok-Killer ein Paket Munition

Die 15-Jährige berichtete CNN weiter, Ramos habe ihr am Montag geschrieben, dass er ein Paket Munition erhalten habe. Die Kugeln würden sich ausweiten, wenn sie jemanden treffen. Irgendwann habe sie gefragt, was er vorhabe. Er habe ihr geschrieben, es sei eine Überraschung und sie solle „einfach darauf warten“. Am Dienstag, um 11.01 Uhr, soll Ramos sie angerufen haben, so berichtet die 15-Jährige CNN, und ihr gesagt haben, dass er sie liebe. 20 Minuten später schrieb er ihr, dass er seine Großmutter erschossen habe.

Unter Tränen zeigt Esmeralda Bravo (63) ein Foto ihrer Enkelin Nevaeh, eines des 19 Kinder, die Salvador Ramos bei seinem Amoklauf erschoss. AP/Jae C. Hong

Obwohl er keinen Führerschein hatte, fuhr Ramos nach seiner letzten Nachricht auf Facebook mit dem Pick-up-Truck seiner Großmutter Celia Martinez Gonzales zur "Robb Elementary School", in der Gonzales bis 2020 gearbeitet hatte. Laut Polizei wurde er bereits von einem Streifenwagen verfolgt, konnte aber unbehelligt aussteigen und auf das Schulgrundstück vordringen.

Laut Steve McCraw, Direktor der Texas Departments of Public Safety, verschaffte er sich Zutritt durch die offene Tür eines leeren Klassenraums, von dem er dann durch eine Schiebetür in den Raum einer 4. Klasse vordrang und das Feuer auf die zehnjährigen Kinder aus seinem AR-15-Gewehr eröffnete.