Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré.
Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré. Imago/Frank Peter

Das gab es in Deutschland noch nie: Das aktuelle Cover der deutschen Vogue ziert derzeit nicht ein professionelles Model, oder eine Schauspielerin, sondern eine waschechte Politikerin. Aminata Touré feierte erst kürzlich ihren 30. Geburtstag und durfte sich nun in schicken Klamotten ablichten lassen - und erklären, warum sie bei dem Shooting mitgemacht hat.

Die Ministerin ist mit einem dezenten Outfit auf dem Vogue-Cover zu sehen

Auf dem Cover der Vogue trägt Touré, die in Schleswig-Holstein Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung ist, ein weißes Rollkragenkleid und dezenten Goldschmuck. Im Heft sind weitere Outfits zu sehen. 

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„Ich fand das eine spannende Sache, weil das eine ganz andere Leserinnenschaft anspricht“, sagte Touré den Kieler Nachrichten. Es sei ihr Anspruch, Menschen zu erreichen, die sich nicht nur mit Politik auseinandersetzen und dann auf ein politisches Thema zu stoßen. 

Aminata Touré will mehr Menschen für Politik begeistern

Das Thema, Politik niedrigschwelliger zu machen, treibt Touré seit Jahren an. In ihrem Podcast „Das nehme ich mal mit“ skizzierte sie bis Juni ihren Alltag als Abgeordnete, seither als Ministerin. Und auch ihr Buch „Wir können mehr sein“ bietet vielen jungen und marginalisierten Menschen einen anderen Zugang zu Politik. 

Der Vogue erklärte die erste afrodeutsche Ministerin in der Bundesrepublik: „Das Herrschaftswissen darüber, wie Politik funktioniert, ebnet oft den Weg in die Politik. In der Praxis führt das leider dazu, dass am Ende oft der gleiche Typ Mensch Politik macht. Das wiederum ist einer der wichtigsten Gründe, warum Leute sagen: Die sind da eh unter sich, das ist nichts für mich, Politik will ich nicht machen.“ 

Daher sei ihr stets wichtig, Transparenz herzustellen. „Du musst nicht jede Entscheidung gut finden, aber ich glaube, wenn du verstehst, wie Entscheidungen entstehen und was die Motivation dahinter ist, dann hast du ein größeres Zutrauen zu diesem demokratischen System“, erklärte sie.

Für diese Transparenz versucht die 30-Jährige auch über ihren Instagram-Kanal zu sorgen. Dort folgen Touré 128.000 Menschen, so viele wie keiner anderen Landespolitikerin in Deutschland. Dass der Content dabei auch Kritiker auf den Plan ruft, wie als sie postete, wie sie sich für die Vereidigung als Ministerin zurecht machte und dabei tanzte, versteht sie nicht. „Wie bitte soll mich das abhalten von meinem Job, dass ich morgens mal kurz meine Hüften schwinge?“

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Aminata Touré wurde 1992 in Neumünster als Tochter aus Mali geflüchteter Eltern geboren. Die ersten Jahre ihres Lebens lebte sie in ständiger Angst, eines Tages abgeschoben zu werden. Erst als sie 12 Jahre alt war, entkam sie der sogenannten Kettenduldung und erhielt die deutsche Staatsbüergerschaft.