Die Montage zeigt Schauspieler Ashton Kutcher und SPD-Chefin Saskia Esken. Fotos: Imago-Images/Florian Gaertner/dpa/Chris Pizello

Schauspieler Ashton Kutcher hat aus dem fernen Hollywood Kontakt nach Deutschland aufgenommen, genauer gesagt: Er wendet sich an die hiesige Sozialdemokratie. Alles begann mit einem Tweet am Mittwoch, in dem der Schauspieler drei Politiker um die Gelegenheit für ein Gespräch bat: Birgit Sippel, SPD-Europaabgeordnete aus NRW, sowie die Bundesvorsitzenden der SPD, Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Es solle um den EU-Kommunikationskodex in Bezug auf die Privatsphäre missbrauchter Kinder gehen. „Pls dm me“, schrieb Kutcher dazu, bat also um persönliche Kontaktaufnahme.

Tags darauf legte der „Two and a Half Men“-Star nach und schrieb die SPD-Chefin und profilierte Digitalpolitikerin Esken via Twitter erneut öffentlich an. „Ihr technisches Verständnis kann den Unterschied in der Lebensqualität unzähliger Kinder ausmachen“, hieß es in einem ersten Tweet, gefolgt von dem Hinweis: „Datenschutz ist wichtig, die Privatsphäre von Kindern ist wichtig. Beschränken Sie Anbieter nicht darauf, Technologien zu verwenden, die Material mit sexuellem Missbrauch von Kindern in ihren Diensten erkennen, melden und entfernen.“

Ganz offensichtlich engagiert sich der US-Schauspieler und Unternehmer, der in zahlreiche, auch Berliner Technologie-Startups investiert hat, im Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet und sucht nun politische Unterstützung für sein Anliegen. Kutcher hat selbst zwei Kinder mit Schauspielerin Mila Kunis. Er ist Mitgründer von Thorn, einer Organisation, die gegen Menschenhandel und Kinderprostitution kämpft. Die NGO konzentriert sich vor allem auf die Entwicklung von Software – um Kinderpornografie im Netz aufzuspüren und Täter wie Opfer zu identifizieren.

Das  Los der SPD: Am Ende gibt es immer Spott

Esken antwortete bereits auf den Tweet des Hollywood-Stars, dankte ihm für die Kontaktaufnahme und folgte ihm zurück, mit der Bitte, sie per Direktnachricht zu kontaktieren. Auch Birgit Sippel reagierte, indem sie Kutcher antwortete, der beste Weg, sie zu kontaktieren, sei eine E-Mail. Diese Reaktionen sorgten erwartungsgemäß für reichlich Twitterspott. Kutcher wurde unter anderem geraten, sich in Sachen Netzkompetenz vielleicht nicht an deutsche Politiker zu wenden.

Häme und Witzeleien hin oder her, Kutcher spricht ein wichtiges Thema an, und er hat mit 17,5 Millionen Followern aus aller Welt eine enorme Reichweite. Ob es tatsächlich zu einem Gespräch oder Treffen kommt, bleibt abzuwarten.