In Tatoi, einem Vorort von Athen, sind die heftigen Waldbrände bereits angekommen. Imago/Eurokinissi

Die Lage in Südeuropa kommt nicht zur Ruhe! Nachdem in der vergangenen Woche vor allem die Türkei und die italienische Insel Sizilien stark von Waldbränden betroffen waren, ist es nun Griechenland. Dort kämpfen Feuerwehrleute seit Tagen gegen einen Großbrand in den nördlichen Vorstädten der Hauptstadt Athen.

Kyriakos Mitsotakis: Es ist ein Albtraumbrand

„Es ist ein Albtraumbrand am Rande der Stadt“, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis, als er sich einen Überblick über die Feuer verschaffte. Oberste Priorität sei es, Menschenleben zu retten. Mehrere Ortschaften seien bereits evakuiert worden. Informationen über Opfer lagen bislang nicht vor.

Neben Hunderten Eisatzkräften seien auch Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Hilfreich sei zudem, dass die Winde, die die Flammen lange Zeit anfachten, nun abflauten. „Wir hoffen, heute den Brand unter Kontrolle bringen zu können, bevor Winde wieder einsetzen“, sagte ein Offizier der Feuerwehr.

In Ano Varibobi im Norden von Athen ist ein Löschflugzeug bei der Arbeit. Imago/Markos Chouzouris

Feinstaubbelastung in Athen sehr hoch

Wegen der starken Rauchentwicklung und der Windstille war am Morgen in Athen die Sicht auf wenige Hundert Meter beschränkt. Ein beißender Geruch machte den Menschen in der Stadt außerdem zu schaffen. Asche ging auf Häuser nieder. „Bleiben Sie zu Hause. Alle Fenster müssen geschlossen sein“, rief der Zivilschutz die Menschen auf. Die Feinstaubbelastung stieg auf 465 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter an, das Jahresmittel liegt sonst bei einem Wert von 10 bis 15!

Die Menschen in Ano Varibobi sehen sich großen Flammen und Rauchwolken gegenüber. Imago/Markos Chouzouris

Neben der Dürre, die die Waldbrände überhaupt erst in diesem Ausmaß möglich macht, leidet Griechenland derzeit auch unter extremer Hitze. Es werden Temperaturen von bis zu 44 Grad erwartet.

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Feuer gab es auch auf der Halbinsel Peloponnes und den Urlaubsinseln Rhodos und Kos sowie auf der Insel Euböa. Insgesamt kämpfte die Feuerwehr landesweit gegen 40 größere Brände, wie der Zivilschutz am Vorabend mitgeteilt hatte. Hunderte Häuser seien nach einer ersten Schätzung verbrannt oder beschädigt worden.