Eva Tancosova mit ihren beiden Töchtern Mia (li.) und Lea. Foto: Privat

Armut und Hunger werden auf Mallorca von Woche zu Woche größer. Die Schlangen vor den Essensausgaben der Hilfsorganisationen wachsen. Die Corona-Pandemie hat die Not in ein Urlaubsparadies gebracht. 

Der KURIER sprach mit der alleinerziehenden Mutter Eva Tancosova aus S'illot (Mallorca) über die Verzweiflung auf der Insel. „Ich habe große Angst. Immer mehr Menschen schlafen auf der Straße und wühlen im Müll, weil sie ihren Job und ihre Wohnung verloren haben“, sagt die 41-Jährige. Auch sie selbst hat existenzielle Sorgen. Erst verlor sie ihre Arbeit in der Immobilienbranche, weil die Aufträge einbrachen, dann zerstörte die Corona-Krise auch noch ihren Neuanfang in der Hotellerie.

„Ich hatte gerade meinen Arbeitsvertrag für Februar 2020 an der Rezeption unterschrieben. Kurz danach musste das Hotel schließen“, erzählt Eva Tancosova. Ohne Arbeit habe sie ihre Wohnung (800 Euro Miete) nicht mehr bezahlen können. Kurz vor Weihnachten habe der Vermieter die Polizei verständigt und sie aus der Wohnung geholt. Nun wohne sie vorübergehend bei einer Bekannten, aber dort müsse sie bis Ende Januar auch wieder ausziehen.

Hilfen wie Hartz IV, wie hier in Deutschland, gibt es in Spanien nicht. „Ich habe bislang 300 Euro Soforthilfe vom Staat bekommen, eine Karte für Lebensmittel, die auf zwei Monate begrenzt war und einen Sack Reis und Pasta“, so die Mutter zweier Töchter (12, 13). Zum Glück habe sie viel Hilfe von deutschen Auswanderern erfahren, die sie mit Aufschnitt für die Pausenbrote ihrer Mädchen und Hygieneartikel versorgten.

Obwohl Eva Tancosova selbst in Not ist, unterstützt sie andere Menschen und verteilt Lebensmittelspenden und Secondhand-Kleidung an Bedürftige. Das Schlimmste ist, so betont Eva, dass es keine Perspektive gebe. Nun hätten ihr die Sozialbehörden auch noch gedroht, ihr die Kinder weg zu nehmen, weil sie keine Wohnung hat. Sie sagt: „Das ist ein schrecklicher Albtraum. Wovon soll ich eine Wohnung finanzieren, wenn ich keine Arbeit habe?“ Eva Tancosova betet täglich für ein gutes Ende.