Extremwetter-Ereignisse wie Starkregen oder Hitze konnten wir in diesem Jahr auch in Berlin beobachten.
Extremwetter-Ereignisse wie Starkregen oder Hitze konnten wir in diesem Jahr auch in Berlin beobachten. Imago/Jochen Eckel

Die Klimakrise ist kein Schreckgespenst aus der Zukunft, sie ist bereits da. Wir alle wurden in den vergangenen Jahren Zeugen davon, als Extremwetterlagen wie Fluten und Hitzewellen über uns hereinbrachen. Wie schlimm es schon ist, zeigt nun erneut eine Studie der Organisation Carbon Disclosure Project (CDP): Demnach sind vier von fünf Städten in der ganzen Welt bereits solchen Extremwettereignissen ausgesetzt.

Studie: Zahlreiche Menschen durch Extremwetter bedroht

Die Wissenschaftler untersuchten dafür systematisch die Klimapläne und -daten von Städten sowie Unternehmen. Knapp die Hälfte der eintausend untersuchten Städte kämpft mit Hitzewellen, rund ein Drittel mit heftigen Niederschlägen oder Überschwemmungen. Zudem bedrohen die Extremwetterereignisse in einem Drittel der Städte 70 Prozent der Bevölkerung. Dazu gehören etwa ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. Bei einem Viertel der Städte geht man davon aus, dass hochrisikoreiche Extremwetterereignisse durch den Klimawandel bereits bis 2025 zunehmen werden, sodass Anpassungen notwendig sein werden.

In diesem Sommer haben Wassermassen auch die indische Stadt Kolkata im Griff gehabt.
In diesem Sommer haben Wassermassen auch die indische Stadt Kolkata im Griff gehabt. dpa/Debarchan Chatterjee

Das Carbon Disclosure Project hat im Rahmen der Analyse herausgefunden, dass besonders jene Städte profitieren, die bei ihren Klimaschutzplänen ihre Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellen. Das kann heißen, auf die Bedürfnisse besonders gefährdeter Gruppen Rücksicht zu nehmen oder die Bevölkerung dabei einzubeziehen, wie Maßnahmen konkret ausgestaltet werden sollen.

Studie: Diese Maßnahmen helfen

Der Auswertung zufolge profitieren Städte, die solche sogenannten bürgerzentrierten Klimamaßnahmen ergreifen, fünfmal häufiger davon, dass dadurch neue Jobs geschaffen werden. Drei Viertel dieser Städte gaben verbesserte Umweltfaktoren wie mehr Grünflächen oder bessere Wasser- oder Bodenqualität an. Städte, die in ihrer Klimapolitik die Bürger in den Mittelpunkt stellten, würden nicht nur Emissionen verringern, sondern hätten auch ökonomische und soziale Gewinne, sagte Expertin Maia Kutner, die bei der Organisation den Bereich Städte und Regionen leitet.

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Bislang bezieht den CDP-Daten zufolge erst knapp die Hälfte der Städte ihre Bevölkerung in die Planung mit ein. Rund zwei Fünftel nehmen bei ihren Risikoanalysen auf gefährdete Gruppen Rücksicht.