Dieses Foto von seiner Tochter postete Andrew Braham, um die Fluggesellschaft auf ihren Fehler aufmerksam zu machen.
Dieses Foto von seiner Tochter postete Andrew Braham, um die Fluggesellschaft auf ihren Fehler aufmerksam zu machen. Twitter/Andrew Braham

Man hört ja derzeit viel Ärgerliches rund um das Thema Fliegen. Der Grund: Zahlreiche Fluggesellschaften und Flughäfen haben zuletzt Personal abgebaut, um ohne lästige Personalkosten größere Gewinne einzufahren. Doch das fällt ihnen nun angesichts großer Passagierzahlen auf die Füße. Flüge fallen aus, Koffer gehen verloren, Urlaube werden zum Horror-Trip! Doch eine Geschichte wie diese toppt dann doch einiges: Eine Airline hat einfach ein 13 Monate altes Mädchen auf einen anderen Flug umgebucht als die Eltern!

Airline-Wahnsinn: Einjährige soll alleine nach Australien fliegen

Eigentlich wollten die beiden Australier Stephanie und Andrew Braham einen entspannten Urlaub in Italien verbringen, doch als sie dort waren, erreichte sie eine beunruhigende Mail der australischen Fluggesellschaft Qantas Airways: Ihr eigentlicher Rückflug wurde abgesagt, dafür wurden aber Ersatzflüge gestellt. Das Problem: Ihre 13 Monate alte Tochter wurde auf einen anderen Flug gebucht als die Eltern, sollte alleine von Italien nach Australien fliegen. Für die Eltern war nun nicht mehr an Entspannung zu denken. Stattdessen versuchten sie direkt mit der Fluggesellschaft in Kontakt zu treten.

Doch das war alles andere als einfach: Insgesamt hätten die beiden innerhalb eines Tages 20 Stunden in den Hotlines der Fluggesellschaft verbracht, um das von der Airline verursachte Problem zu lösen, berichtete Andrew Braham auf einem eigens eingerichteten Twitter-Account. Doch bei Qantas zeigte man sich zunächst uneinsichtig. „Sie sagten, sie hätten nichts falsch gemacht, weil sie ihr ein Ticket gebucht hätten. Zunächst lehnten sie jegliche Haftung ab“, erinnerte sich Mutter Stephanie im Today-Interview.

Airline-Chaos: Lösung erst nach 20 Stunden in der Hotline

Erst nach den 20 Stunden in der Hotline und insgesamt mehr als 50 separaten Telefongesprächen sei man bereit gewesen, der jungen Familie einen neuen, gemeinsamen Heimflug zu buchen, erklärte Stephanie dem Portal. Doch der sollte nicht etwa am nächsten Tag, sondern fast zwei Wochen später steigen. Für die Brahams bedeutet das: Sie mussten elf weitere Hotelübernachtungen in Rom zahlen.

„Wir brodeln. Ich sollte jetzt eigentlich zu Hause sein“, sagte Vater Andrew gegenüber Today. „Hoffentlich wird es in 13 Tagen endlich so weit sein. Aber ich glaube, wir werden uns noch unsicher fühlen, bis wir wirklich in dieses Flugzeug steigen.“

Lesen Sie auch: Preis-Schock: Wird der Mallorca-Urlaub bald deutlich teurer? >>

Jetzt auch lesen: Historisch! Zum CSD in Berlin hisst der Bundestag erstmals die Regenbogenflagge >>

Bis dahin haben die beiden noch genug Zeit, die Kosten für das Hotel und die Unannehmlichkeiten von Qantas einzutreiben. Und das wird nicht wenig, wie Andrew Braham auf Twitter aufschlüsselte. Demnach dürften mehr als 10.000 australische Dollar für „Hotelkosten, Essen, Transport, medizinische Versorgung und zwei Wochen Einkommensverlust“ zusammenkommen. Bislang hatte die Airline lediglich 200 australische Dollar pro Nacht in Aussicht gestellt. Mit den umgerechnet 135 Euro dürfte die dreiköpfige Familie so kurzfristig aber nicht weit kommen.

Dürfen Kinder alleine im Flugzeug fliegen?

Das ist bei jeder Fluggesellschaft unterschiedlich. Bei der Lufthansa dürfen Kinder ab zwölf Jahren alleine fliegen. Kinder zwischen fünf und elf Jahren immerhin mit einem Begleitservice. Bei jüngeren Kindern ist das nicht möglich. Ähnliche Regeln gelten bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, Tui-Fly oder Condor.

Bei den britischen Airlines Easyjet und Ryanair dürfen Minderjährige ab 16 Jahren alleine fliegen. Kinder, die jünger sind, nur mit einer Begleitperson, die älter als 16 ist.

Jetzt auch lesen: Das nächste Comeback bei RTL: Im September gibt es neue Folgen von der „100.000 Mark Show“ >>

Die große europäische Airline, die das niedrigste Mindestalter hat, ist Air France. Mit Begleitservice können hier auch Vierjährige ohne die Eltern fliegen.