John Magufuli, Präsident von Tansania. Foto: AFP

Der tansanische Präsident John Magufuli ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Magufuli sei in einem Krankenhaus in Daressalam einem „Herzleiden“ erlegen, an dem er seit einem Jahrzehnt litt, sagte Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan am Mittwoch. Oppositionsführer Tundu Lissu nannte am Donnerstag hingegen eine Corona-Infektion als Todesursache. Magufuli hatte die Gefahr durch das Virus stets heruntergespielt.

„Magufuli ist an Corona gestorben“, sagte Lissu im Exil in Belgien dem kenianischen Sender KTN-News und sprach von „poetischer Gerechtigkeit“. Ihm lägen zudem Informationen vor, wonach Magufuli bereits „seit Mittwoch vergangener Woche“ tot sei. Die Regierung „lügt sogar jetzt, wo er bereits tot ist“. Die Aussagen konnten bisher nicht unabhängig bestätigt werden. Zuvor hatte es tagelang Spekulationen über den Gesundheitszustand des Präsidenten gegeben. Er wurde zuletzt am 27. Februar in der Öffentlichkeit gesehen.

Magufuli empfahl Gebete und alternative Medizin statt Masken

Die Regierung hatte Berichte über eine mögliche Corona-Infektion Magufulis stets zurückgewiesen. Diese Woche waren mehrere Menschen verhaftet worden, weil sie Gerüchte über die Gesundheit des Präsidenten in Online-Medien verbreitet hatten.

Bis zu seinem Tod hatte der Präsident das Virus heruntergespielt und statt medizinischen Masken lieber Gebete und alternative Medizin empfohlen. Die Regierung hatte im April vergangenen Jahres die Veröffentlichung von Infektions- und Todeszahlen gestoppt.

Magufuli hatte sich erst im Oktober in einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl gegen seinen Herausforderer Lissu durchgesetzt. Er stand seit 2015 an der Spitze des Staates, der lange als Zentrum der Stabilität in Ostafrika galt. Die Regierung ordnete eine 14-tägige Staatstrauer an.

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Sein politisches Erbe ist umstritten. Magufuli wurde als Kämpfer gegen die Korruption gewählt und mit seiner sachlichen Art populär. Unterstützung in der Bevölkerung gewann er zudem durch die Ausweitung kostenloser Bildung, die Verbesserung der Infrastruktur sowie seine Bemühungen, internationale Bergbauunternehmen zur Zahlung von Steuern für den Abbau von tansanischen Rohstoffen zu bewegen. „Wenn wir ein Problem hatten, hörte der Präsident uns zu“, sagte der Zeitungsverkäufer Kondo Nyumba zu AFP.

Seit Magufulis Amtsantritt beklagten Beobachter aber auch ein immer gravierenderes Ausmaß an Unterdrückung. Auf Magufuli geht ein Verbot politischer Kundgebungen außerhalb von Wahlkampfzeiten zurück. Auch wurden in seiner Amtszeit strikte Mediengesetze durchgesetzt. Zahlreiche Journalisten und Regierungskritiker wurden verhaftet, mehrere Oppositionsmitglieder getötet.