Hautläsionen bei Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden. dpa/UKHSA

Erstmals war am Freitag in Deutschland eine Infektion mit dem Affenpocken-Virus nachgewiesen worden: Ein 26-Jähriger aus Brasilien soll die Krankheit eingeschleppt haben, als er über Portugal und Spanien nach Deutschland einreiste, so das bayerische Gesundheitsministerium. Nun ist die Krankheit auch in Berlin nachgewiesen worden. Experten erwarten, dass sie sich weiter rasant ausbreiten wird.

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In Zentral- und Westafrika sind die Affenpocken endemisch, Anfang Mai hat sich die Krankheit dann in den USA und mehreren europäischen Ländern ausgebreitet. Ängste werden wach, dass nach Corona eine weitere Pandemie das öffentliche Leben einschränken könnte. Experten halten das Virus zwar für gefährlich, das Ausbruchsgeschehen sei jedoch beherrschbar.

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WHO: Häufig infizieren sich schwule und bisexuelle Männer mit Affenpocken

Anders als Corona übertragen sich die Affenpocken nicht über die Atemwege, sondern über Körperflüssigkeiten und Hautkrusten. Bei sexuellen Begegnungen kann das Virus übertragen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgestellt, dass sich das Virus, das ursprünglich nur Tiere befallen hatte, von Mensch zu Mensch übertragen kann. Besonders häufig betroffen seien jedoch schwule und bisexuelle Männer.

Dies deckt sich mit zwei Ausbruchsgeschehen in Belgien und Spanien. Anfang Mai fand in Antwerpen das Fetisch-Festival Darklands statt, das sich vor allem an die schwule Community richtet. Nun erklärten die Veranstalter, dass mehrere Ansteckungen wohl auf dem Festival-Gelände stattgefunden hatten. Das Festival-Programm beinhaltet Sex-Partys und Begegnungen in sogenannten Playrooms.

Affenpockenviren unter dem Mikroskop. dpa/Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC

Affenpocken-Ausbruch auf Fetisch-Festival und in schwulem Sauna-Club

In der spanischen Hauptstadt Madrid wurde ein Ausbruch in einem Sauna-Club gemeldet. Die bei schwulen Besuchern beliebte Sauna El Paraíso werde als „Vorsichtsmaßnahme“ geschlossen, teilten die Veranstalter mit. Zuvor hatten sich allerdings nach Behördenangaben dort bereits Dutzende Personen infiziert: Die Rede ist von 21 bestätigten Infektionen und 19 Verdachtsfällen.

Ein weiterer Ausbruch wird bei einer Megaparty in Gran Canaria vermutet: 80.000 Menschen waren zur „Maspalomas Pride“-Party gekommen. Die Behörden gehen davon aus, dass sich das Affenpocken-Virus auch dort verbreitet hat.

Affenpocken-Erkrankte klagen laut Robert-Koch-Institut über Fieber, Kopf-, Hals- oder Rückenschmerzen. Oft sind die Lymphknoten geschwollen. Es zeigt sich, ähnlich wie bei Windpocken oder Syphilis, ein Ausschlag im Gesicht und anderen Körperteilen. Laut der Virologin Sandra Ciesek beugt eine Pockenschutz-Impfung zu einem gewissen Grad einer Erkrankung vor.