PCR-Test zur Erkennung des Affenpocken-Virus (Symbolbild) dpa/Carlos Luján/EUROPA PRESS

Seit einigen Wochen ist die Krankheit in aller Munde: Affenpocken. In vielen Ländern Europas häufen sich Infektionen und die Zahl der Infizierten steigt weiter. 131 Infektionen sind bislang allein in Deutschland  aufgetreten – bisher ausschließlich bei Männern. Am Vortag waren es 113. Nun wird in diesem Zusammenhang die Ständige Impfkommission (Stiko) aktiv.

Erwachsene, die engeren Kontakt mit einem Affenpocken-Infizierten hatten oder ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollen nach dem Willen der Ständigen Impfkommission künftig eine Impfung gegen Affenpocken erhalten. In der EU sei der Pockenimpfstoff Imvanex zugelassen, der auch zum Schutz vor Affenpocken eingesetzt werden könne, schreibt die Kommission in einer Mitteilung. Die Empfehlung muss nun noch mit Bundesländern und beteiligten Fachkreisen abgestimmt werden.

Affenpocken: Impfung nur für bestimmte Personenkreise

Die Impfung sollen danach Erwachsene erhalten, die „engen körperlichen Kontakt über nicht-intakte Haut oder über Schleimhäute“ mit einer erkrankten Person oder längeren „ungeschützten face-to-face-Kontakt“ hatten. Letztere sind Menschen, die sich längere Zeit ungeschützt in der Nähe eines Infizierten aufgehalten hatten, mit einem Abstand von weniger als einem Meter.

Auch Menschen, die in der medizinischen Versorgung ohne Schutzausrüstung in Kontakt mit einem Erkrankten oder dem Virus gekommen sind, sowie Labormitarbeiter, die versehentlich mit Affenpocken-Material Kontakt hatten, sollen geimpft werden. Die Impfung soll schnellstmöglich innerhalb von 14 Tagen verabreicht werden.

Affenpocken-Impfstoff nur begrenzt verfügbar

Die zweite Gruppe, für die eine Impfung empfohlen werden soll, sind Personen mit einem erhöhten Expositionsrisiko. Die Stiko nennt Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Grund für diese Empfehlung sei, dass die Fälle in Deutschland bisher ausschließlich unter homosexuellen Männern aufgetreten seien. Zudem komme Personal von Speziallaboratorien unter Umständen für eine vorsorgliche Impfung infrage.

Da der Impfstoff zunächst nur eingeschränkt verfügbar sein werde, sollen bevorzugt Personen aus der ersten Gruppe geimpft werden. Für die Grundimmunisierung seien zwei Impfstoffdosen im Abstand von etwa einem Monat nötig. Menschen, die bereits gegen Pocken geimpft wurden, benötigten nur eine Dosis.