Zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Klopapier-Regale vielerorts leer. So sieht es nun stellenweise wieder aus. Imago/Frank Sorge

Erinnern Sie sich noch: Vor zwei Jahren, zu Beginn der Corona-Pandemie sorgten panische Hamsterkäufe in der ganzen Republik für leere Klopapier-Regale. Jeder schien sich mit dem „weißen Gold“ eindecken zu wollen. Nun sieht es in vielen Supermärkten und Drogerien wieder ähnlich aus. Diesmal sind Hoarder aber nicht der Grund, diesmal ist die Lage deutlich vielschichtiger.

Klopapier wird knapp: Das sind die Gründe

Grund ist vordergründig ein Preisstreit zwischen den Klopapier-Herstellern und dem Einzelhandel. Laut der Lebensmittelzeitung habe es nämlich bereits im vergangenen Jahr Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent gegeben. Wegen der starken Kostensteigerung bei Strom, Gas und Logistik in den vergangenen Monaten wollen die Hersteller nun abermals die Preise erhöhen – der Handel reagiert mit Unverständnis. Die Fronten sind verhärtet.

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Hamsterkäufe spielen anders als vor zwei Jahren nur eine untergeordnete Rolle. Imago/Martin Wagner

Und so reagieren einige Klopapier-Hersteller nun mit einem Lieferstopp. „Ohne dringend notwendige Preiserhöhungen nehmen wir keine neuen Aufträge an“, sagte der Verantwortliche eines Herstellers gegenüber der Lebensmittelzeitung. Andere Hersteller können sich diese Rebellion nicht leisten und liefern dennoch das Klopapier zu Preisen, wie sie in der Branche eigentlich nicht mehr tragbar sind.

Klopapier: Die Rohstoffe werden nicht nur teurer, sie werden auch knapp

Doch die Kosten sind nicht der einzige Grund. Denn die Rohstoffe werden nicht nur teurer, sie werden aus verschiedenen Gründen auch noch knapper. Das gilt auch für Zellstoff, dem Stoff, aus dem Klopapier, Taschentücher und Co. gemacht sind. Das liegt zum einen an der erhöhten Nachfrage, zum anderen aber an anhaltenden Transportschwierigkeiten, die auch mit personellen Ausfällen im Zuge der Corona-Pandemie zusammenhängen. Daher musste der große italienische Klopapier-Hersteller Carrara bereits die Produktion drosseln.

Laut Lebensmittelzeitung sollen auch deutsche Hersteller mit dem Gedanken spielen, Maschinen abzuschalten. Die haben ohnehin auch mit coronabedingten Personal- und Schichtausfällen zu kämpfen. So wird den Herstellern auch die Möglichkeit genommen, spontan Zusatzaufträge anzunehmen.

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In dieser Lage scheint es wichtig, dass die Verbraucher einen halbwegs kühlen Kopf bewahren und nicht durch Hamstern die Lage noch weiter verschärfen.