Bärlauch ist bei Hobbyköchen beliebt - wird aber immer wieder mit giftigen Pflanzen verwechselt. dpa/Julian Stratenschulte, BK

Wer sich momentan in Hobbykoch-Foren und entsprechenden Gruppen in den sozialen Netzwerken bewegt, der sieht, dass ein Thema die Küchen-Helden der Nation gerade besonders bewegt. Es ist Bärlauch-Saison! Viele ziehen in Parks und Wälder, um das Kraut zu pflücken. Einem Mann im Landkreis Freising ist genau das zum Verhängnis geworden. Denn: Der 48-Jährige verwechselte die Pflanze mit der ähnlich aussehenden Herbstzeitlosen. Er starb kurz nach dem Essen in einem Krankenhaus.

Nach ein paar Löffeln seiner Soße, die er mit dem Kraut zubereitet hatte, ging es ihm plötzlich schlechter und schlechter. Er habe nur ein paar Löffel gegessen, weil er feststellte, dass sie bitter schmeckte, teilte ein Polizeisprecher mit. „Das hat schon gereicht.“ Er kam in eine Klinik, sei dort nun gestorben, heißt es. Ein Gutachten der Technischen Universität München bestätigte, dass er statt einer Bärlauchpflanze eine Herbstzeitlose verspeist hatte – diese Pflanzen sind hochgiftig!

Experten warnen davor, selbst gepflückten Bärlauch zu verspeisen

Das Problem: Sie sehen sich täuschend ähnlich! „Bärlauch steht oft am gleichen Wuchsort wie die Herbstzeitlose, daher ist eine Verwechslung der Blätter leicht möglich“, sagt Florian Eyer, der Leiter der Klinischen Toxikologie. Zwar gebe es selten Fälle, bei denen der Verzehr zum Tod führt. Dennoch kommt es immer häufiger vor, dass sich Menschen mit selbst gepflückten Pflanzen vergiften. Gerade jetzt, in Pandemie-Zeiten, zieht es viele nach draußen – doch oft reicht das Wissen nicht aus. Die Herbstzeitlosen gelten laut der Giftzentrale Bonn als sehr giftig. Nach etwa zwei bis sechs Stunden zeigen sich Symptome: Schweres Erbrechen und massiver Durchfall können zu einem Schock führen. Lähmungen und Herz-Kreislauf-Versagen sind möglich.

Nicht nur die Herbstzeitlose kann gefährlich werden. Dem Bärlauch ebenfalls sehr ähnlich sieht das Maiglöckchen. Eins zeichnet den Bärlauch aber aus: Sein Geruch ist charakteristisch. „Nur Bärlauch-Blätter riechen nach Knoblauch“, sagt Stefanie Klein, die ein Kochbuch über die Pflanze geschrieben hat. Wer also eines der Blätter seiner gefundenen Pflanze zwischen den Fingern zerreibt, merkt schnell, ob es sich dabei wirklich um Bärlauch handelt oder nicht.

Die Polizei warnte in Zusammenhang mit dem Fall aus Freising ausdrücklich davor, keine selbstgepflückten Pflanzen zu Verspeisen – oder zumindest exakt und unter Zuhilfenahme von Experten zu prüfen, um was es sich dabei handelt.