Klaus Dannert, 90-jähriger Hobby-Trompeter in Koblenz, gibt fast jeden Abend ein kleines Balkonkonzert gegen den Corona-Blues.   Foto: Thomas Frey/dpa

Keine Konzerte, keine Kneipen - Corona nervt! Um seine Nachbarn in der Pandemie etwas aufzumuntern, hat sich Klaus Dannert etwas einfallen lassen. Der 90-jährige Hobby-Trompeter in Koblenz gibt fast jeden Abend ein kleines Balkonkonzert gegen den Corona-Blues.

„Ich warte immer die sieben Glockenschläge der St.-Josef-Kirche bei mir ab, dann setze ich auf meinem Balkon an“, sagt der pensionierte evangelische Pfarrer. „Meistens spiele ich zwei Strophen eines Volkslieds - die erste laut, die zweite leise als Echo.“

Danach intoniere er für die Kinder das Sandmännchen-Lied. „Mal in der West-Fassung, mal in der DDR-Fassung, da wechsele ich“, erklärt Dannert. „Manchmal höre ich dann Jubelgeräusche von Kindern.“

Klaus Dannert (90), wie er abends auf seinem Balkon Trompete spielt. Am Schluss kommt immer das Sandmännchen-Lied. Foto: Thomas Frey/dpa

Seine Trompetenmusik erklingt in einem Innenhof im Koblenzer Stadtteil Südliche Vorstadt. „Das verstärkt den Schall“, sagt der frühere Pfarrer. Die Nachbarn seien seine Zuhörer und kämen danach gern miteinander ins Gespräch von Balkon zu Balkon. Manchmal würden auch Passanten von den Klängen in den Innenhof gelockt.

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In seinem Briefkasten habe er schon Schokolade gefunden, erzählt Dannert. Besonders gerührt habe ihn ein Dankesbriefchen eines Kindes. Auf Facebook hat eine Frau geschrieben: „Eine schöne, herzerwärmende Idee in dieser stillen, einsamen Zeit.“

Klaus Dannert zeigt einen Dankesbrief aus der Nachbarschaft.  Foto: Thomas Frey/dpa

Von dem humoristischen Dichter und Zeichner Wilhelm Busch stammt die Erkenntnis „Musik wird als störend oft empfunden, derweil sie mit Geräusch verbunden“. Hat es auch schon Kritik an Dannerts Trompetentönen gegeben? „Bis zu mir ist das noch nicht vorgedrungen“, sagt der 90-Jährige. „Aber es kann schon sein, dass jemand sagt: ‚Das stört mich bei der Sportschau‘.“