Das günstige 9-Euro-Ticket sorgt dafür, dass viele Regionalzüge völlig überfüllt sind.
Das günstige 9-Euro-Ticket sorgt dafür, dass viele Regionalzüge völlig überfüllt sind. dpa/Thomas Müller

Seit Anfang Juni gilt das 9-Euro-Ticket – und zahlreiche Menschen nutzen es. Die Folge: Die Züge sind überfüllt, einzelne Bahnen mussten sogar schon geräumt werden. Zu einem solchen Zwischenfall kam es unter anderem am Berliner Bahnhof Gesundbrunnen – hier war ein Regionalzug der Linie RE5 nach Rostock betroffen. Ein besonders krasser Fall kommt aus der Gemeinde Redwitz in Bayern: Hier kann eine junge Frau seit einer Woche nicht zur Arbeit, weil aufgrund des 9-Euro-Tickets die Züge vollkommen überfüllt sind.

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Die Geschichte hört sich völlig irre an. Laut dem Bericht des Portals „inFranken.de“ geht es um ein junge Frau, die gerade ein Praktikum in der Altenpflege absolviert. Sie muss jeden Morgen mit dem Zug vom Bahnhof Redwitz ins rund zwölf Kilometer entfernte Kronach fahren. Das erste Mal habe sie am Dienstag, dem 7. Juni, Schwierigkeiten gehabt, erzählte sie dem News-Portal. „Ich wollte früh zur Arbeit fahren und wurde dann vom Schaffner rausgekickt.“ Er habe gesagt, es sei keine Mitfahrt möglich.

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Chaos durch 9-Euro-Ticket: Über Tage kam die junge Frau nicht zur Arbeit

Ein Einzelfall sei das nicht geblieben – im Gegenteil. „So ging es dann weiter. Jeden einzelnen Tag“, erzählt die Frau. Jeden Morgen habe sie am Bahnhof Redwitz gestanden, um den Zug nach Kronach zu nehmen. Doch der sei meist völlig überfüllt gewesen. Daraufhin habe sie jeden Tag die Züge bis zur Mittagszeit abgewartet – ohne Erfolg. „Einmal konnte ich mitfahren, wurde dann jedoch in Küps wieder rausgeschmissen.“ Der Ort liegt auf halber Strecke zwischen Redwitz und Kronach.

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Ein Kunde zieht in einem Bus ein 9-Euro Ticket aus dem Fahrkartendrucker.
Ein Kunde zieht in einem Bus ein 9-Euro Ticket aus dem Fahrkartendrucker. dpa/Markus Scholz

Und was macht man in so einer Situation? „Ich musste stehen bleiben, meinen Arbeitgeber anrufen und bin dann irgendwann wieder nach Hause gegangen, jeden Tag aufs Neue. Da ist einfach kein Durchkommen“, sagt sie. Auch viele andere Pendler würden am Bahnhof versuchen, in einen der Züge zu gelangen. „Erst heute hat jemand den Schaffner angebrüllt.“

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Immer wieder habe sie versucht, zur Arbeit zu kommen, doch es habe einfach nicht geklappt. „Wenn man eine Chance auf Übernahme hat, ist das doppelt beschissen“, sagt sie. Später sei entschieden worden, dass sie Zwangsurlaub nehmen muss. Für sie sei das Chaos unerträglich – aufs Auto umsteigen könne sie nicht. „Die, die wirklich zur Arbeit müssen, büßen das jetzt. Wir sind die Leittragenden.“

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Das Portal inFranken.de fragte auch bei der Bahn nach. „Der Schaffner habe das Hausrecht und wenn er niemanden mehr in den Zug lässt, ist es so“, wird eine Sprecherin zitiert. „Es kommt immer wieder einmal vor, dass ein Zug so voll ist, dass er nicht abfahren darf. Es gibt maximale Auslastungen, die zulässig sind.“ Das Zugpersonal müsse einzelne Fahrgäste wieder rausschicken, wenn ein Zug aufgrund der Überlastung nicht abgefertigt werden könne. „Unser Zugpersonal haben wir mit Schulungen auf solche Situationen aber vorbereitet.“