9-Euro-Ticket-Frust: Passagiere vor einem hoffnungslos überfüllten Regionalexpress.
9-Euro-Ticket-Frust: Passagiere vor einem hoffnungslos überfüllten Regionalexpress. imago

Das 9-Euro-Ticket droht an seinem Erfolg zu ersticken: Eingeführt wurde es, um Menschen von der Attraktivität des Nah- und Regionalverkehrs zu überzeugen. Weil aber zu viele Passagiere Züge vor allem am Wochenende nutzen, eskaliert die Lage regelmäßig. Betroffen einmal mehr war am Sonntag die Regionalbahn RE5 zwischen Berlin und Rostock: Weil sich zu viele Menschen mit Fahrrädern in die Abteile drängten, hieß es am Sonntag wieder: keine Mitnahme mehr möglich.

Doch dasselbe Chaos herrschte auch auf anderen Regio-Verbindungen in Berlin-Brandenburg wie der RE24 zwischen Cottbus, Berlin und Eberswalde oder der RE1 zwischen Cottbus, Berlin und Magdeburg.

9-Euro-Ticket-Zoff: Passagiere weigern sich, überfüllten Zug zu räumen und gehen auf Polizisten los

Auch in Berlin ist es bereits zu Polizeieinsätzen gekommen, wenn sich Passagiere in bereits überfüllte Züge drängten, doch inzwischen haben sich die meisten darauf eingestellt, dass jedenfalls die Fahrradmitnahme am Wochenende keine gute Idee ist. Wer am Hauptbahnhof einsteigt, um an die Ostsee zu reisen, muss damit rechnen, dass es möglicherweise nicht im Regionalexpress klappt.

Doch wenn uneinsichtige Passagiere auf ihr Recht beharren, trotzdem mitzufahren, eskaliert die Situation – wie am Samstagabend am Hauptbahnhof München. Laut Bundespolizei weigerten sich zwei Mitreisende, eine 44-Jährige und ein 40-Jähriger, den überfüllten Zug mitsamt aller anderen Fahrgäste zu verlassen. Sie blieben auf ihren Sitzplätzen und drohten den Polizisten. Als diese die beiden aus dem Zug brachten, trat die renitente 44-Jährige einer Beamtin gegen das Schienbein, beleidigte die Polizisten auf Russisch. Einer der eingesetzten Beamten spricht Russisch und notierte die wüsten Schimpfworte.

9-Euro-Ticket-Randale: Frau will sich auf Instagram als Opfer von Polizeigewalt inszenieren

Bei der Verhaftung filmte die Frau den Einsatz, um sich auf Instagram als Opfer von Polizeigewalt zu inszenieren. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft nahmen Polizisten ihr das Handy weg. Beim Mann wurde ein Alkoholpegel von 1,3 Promille festgestellt. Beide Randalierer kamen wieder auf freien Fuß. Die Frau muss sich unter anderem wegen Widerstands, tätlichen Angriffs gegen Polizisten und anderen Vergehen verantworten.